Jaffe Abraham

Abraham Jaffé

* 14.7.1882 in Lorsch; + 9-12/1962 in Marylebone, London

Vater Aron Jaffé; Handelsmann; + vor 1909

Mutter Sophie Gitel/Getelsohn; + vor 1909

Geschwister

Max Jaffe *2.10.1885 in Lorsch auf der Tranportliste Leipzig->Auschwitz 13.7.1942

Josef Jaffe *26.1.1888 in Lorsch¸1933 mit Familie ins Memelland; verschollen

Beruf Religionslehrer, Mittelschullehrer, Lehrer in Castrop

Adressen Lorsch; Worms; Celle; Nordhausen, Leimbacher Straße 16; Castrop, Wittener Straße 19

Heirat 23.11.1908 in Biblis Eva Rohrheimer *29.5.1882 in Biblis

Kinder

Sophie Jaffé *12.2.1910 in Lorsch; Emigration nach England

Ernst Jaffé *25.4.1911 in Lorsch; Emigration nach England;

Irma Jaffé *2.8.1912 in Worms; Emigration nach England;

Edith Jaffé *21.12.1913 in Celle; 21.8.1937 abgemeldet nach London

Arnold Jaffé *25.5.1915 in Celle; Emigration nach England; dann nach Australien

Baldfried Beni Jaffé *21.5.1917 in Celle; August 1990 in London

Felix Jaffé *9.7.1920 in Celle; 5.10.1936 Felix nach London; Kindertransport; +9.1.2006 in Northwest London

Weiterer Lebensweg

Ca bis 1911 in Lorsch

1912 in Worms

Ab 1912 oder 1913 jüdischer Religionslehrer in Celle

August 1914 Kriegsbegeisterung erfasst die Garnisonsstadt Celle.

Auch die Celler Juden stehen nicht zurück. Der Prediger und Religionslehrer Abraham Jaffé ruft anlässlich einer Feier in der Synagoge vor versammelter Gemeinde alle hier stationierten jüdischen Soldaten auf: „mutig in den Kampf zu ziehen, vertrauend auf Gottes Hilfe, zu kämpfen für die Macht und das Ansehen des deutschen Volkes und den Ruhm und die Ehre ihres erhabenen Kaisers“.

1918/1919 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates Celle (von der MSPD dominiert)

Abraham Jaffe und Karl Seele als Delegierte des Arbeiter- und Soldatenrates Celle auf dem Delegierten-Tag in Lüneburg. Zunächst als Vertreter für den I. Räte-Kongress 16.-21.12.1918 in Berlin gewählt.

Mitglied der SPD

1919 Gründer und langjähriger Leiter der Freien Volksbühne Celle (ca. 2000 Vereinsmitglieder)

1933 als Mittelschullehrer in Nordhausen aus dem Dienst entlassen

1934 noch im Adressbuch Nordhausen als Mittelschullehrer, Leimbacher Straße 16

1935 Versetzung des Vorgängers Wilhelm Ullmann an die öffentliche jüdische Schule in Gelsenkirchen durch RP Arnsberg

Nov 1935 Erlaubnis der Arnsberger Bezirksregierung auf Widerruf für den Mittelschullehrer a.D. Jaffe, in der Jüdischen Privatschule neben der Synagoge in Castrop zu unterrichten

5.10.1936 Felix abgemeldet nach London; Kindertransport

21.8.1937 Edith abgemeldet nach London

10.11.1938 im November-Pogrom, Synagage und Schulräume zerstört; Abraham Jaffe verhaftet, bis Anfang 1939 in „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen

Ende April 1939 unterzeichnet er zusammen mit Bruno Bauer den Vertrag mit der Stadt Castrop-Rauxel zum Verkauf des Grundstücks, auf dem die abgebrannte Synagoge stand.  SG-Vorsteher Julius Meyer bereits am 13.3.1939 nach Apeldoorn mit Ehefrau und Schwägerin Martha Heymans geflohen.

4.5.1939 Abraham und Eva abgemeldet nach London

29.9.1939 die Familie beim englischen Census in Killum Priory, Hampstead, London

29.9.1939  Edith als Lernschwester im Wohnheim des Essex County Hospital, Colchester

9-12/1962 Tod in Marylebone, Stadtteil von London (zwischen Hyde- und Regents-Park

Gedenken

Liste der Juden in Nordhausen 1933-1945

Quellen

http://www.celle-im-ns.de/hintergrund/texte/celle-1924-bis-1928

https://www.cz.de/Thema/weitere-Themen/Generalmobilmachung-auch-in-Celle

file:///C:/Users/fjwit/AppData/Local/Temp/revista092.pdf

https://nordhausen-wiki.de/wiki/Liste_der_Juden_in_Nordhausen_1933_bis_1945

Dietmar Scholz, Zum Leben und Schicksal der Juden in Castrop 1699-1942; 2010

Dietmar Scholz, Wir leben in diesem schönen, reichen Lande… ; 1998

Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945

Thomas Jasper, Stadtarchiv Castrop-Rauxel, Erfassungsbogen der Juden in Castrop-Rauxel ab 1933, 2005

Hessisches Geburtsregister, 1874-1911; Standesamt Lorsch Nr. 77 aus 1882

Hessisches Personenstandsregister, 1849-1931

1939 Register von England und Wales

England & Wales Todesfälle, GRO Verzeichnisse, 1969 – 2007

Vereinigtes Königreich, Sterberegister, 1980-2020

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest, Gedenkbuch 1983

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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