Roseboom Kurt

Kurt Roseboom

* 1.4.1910 in Leer, Niedersachsen; +11.4.2000 in Jackson Heights, New York

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Meier Roseboom *21.11.1877 in Leer; Metzger, Viehhändler; +28.7.1944 in Riga Hochwald

Mutter Hedwig Katzenstein *21.8.1884 in Eschwege; +28.7.1944 in Riga Hochwald

Geschwister

Louis Roseboom *31.10.1919 in Leer; 1939 in Borstel, Stade; + April 1942 in Riga, Salaspils Tod durch Erhängen wegen verbotener Tauschgeschäfte

Beruf Tischler; Kaufmann

Adressen Leer; Wilhelmshaven; Berlin, Ghettohaus in der Volkschule, Gipsstraße 23

Heirat im Ghetto Riga Sept. 1943 und erneut in Stockholm Ruth Willner *11.9.1920 in Oedt

Weiterer Lebensweg

1918-1926 Besuch der Volkschule am Ostersteg 17 in Leer, danach Jüdische Schule

1918 Lehre als Kaufmann

9./10.11.1938 verhaftet im Novemberpogrom

12 Wochen im KL Sachsenhausen verbracht in sog. „Schutzhaft“

17.5.1939 Kurt in Wilhelmshaven; Eltern in Leer; Bruder Louis in Borstel bei Minderheiten-Volkszählung

Frühjahr 1940 „Räumungsgebot der Grenzzone“ 95 Juden verlassen Leer, zumeist nach Berlin

19.1.1942, 9. Osttransport von Berlin- Grunewald nach Riga zusammen mit den Eltern und Bruder Louis

23.1.1942 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

April 1942 Tod des Bruders durch Erhängen in Riga, Salaspils

Mitglied der jüdischen „Ghettopolizei“ in Riga

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

28.7.1944 Eltern bei Auflösung von Riga vermutlich in Riga Hochwald erschossen

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

30.9.1944 Zwangsarbeiter des ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Liebau, Lettland

1.10.1944 Ankunft Liebau, SS-Sonderlager in Lettland, Arbeit im Hafen

22.12. 1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Liebau auf einem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachtschiff über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo nach Fuhlsbüttel ins Polizeigefängnis gebracht

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 mit weißen Bussen des Int. Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, weiter mit dem Zug nach Kopenhagen, mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945  IRC-Recreation-Camp, Holsbybrunn Lidingo Schweden

26.8.1945 geben sich vier Paare in der Synagoge von Stockholm das Ja-Wort, die zuvor schon im GhettoRiga geheiratet hatten: Heinz Rosenhain und Klara Stern, Ruth Willner und Kurt Roseboom, Max Meyer und Irene Buchheim

Dez. 1945 nach Ryds Brunn Camp

31.1.-11.2.1947 mit der MS Gripsholm von Göteborg nach New York mit Ehefrau Ruth

Ziel ist Schwager Kurt Willner in New York

1952 vom US District Court, Brooklyn, N.Y. als US Citizen eingebürgert

Juni 1985 Besuch der Stadt Leer mit Ehefrau Ruth

11.4.2000 Tod in Jackson Heights, New York

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/archive/127187443/?p=1&s=Rosebom%201910&doc_id=127187443

https://collections.arolsen-archives.org/search/?s=Roseboom%201910

Gertrude Schneider. Reise in den Tod: deutsche Juden in Riga 1941-1944. Berlin 2006, S. 81

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7281); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de950704

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

U.S. Einbürgerungsaufzeichnungen; NARA M1164. A card index to naturalization petitions filed in the US District Court for the Eastern District of New York from November 1925 through December 1957

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Fritz Ostkämper, Carla Pins: „Man darf nicht denken & doch kann ich es nicht vergessen“ 2019

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020 Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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