Wolff Markus

Markus Max Wolff

*9.9.1908 in Mondorf; +28.3.1985 in Hallandale Florida

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Bernhard Wolff *24.5.1870 in Bad Münstereifel; Fleischer; +19.9.1942 Maly Trostinec

Mutter Sibilla Levi *17.2.1871 in Mondorf; +19.9.1942 Maly Trostinec

Geschwister

Johanna Wolff *27.1.1901 in Arloff; oo Alexander; + nach dem 22.3.1942 Izbica

Jakob Wolff *5.3.1902 in Arloff; Elektriker; +Juli 1942 Maly Trostinec

Rosa Wolff *29.8.1903; Hutmacherin; oo Julius Frenkel (1900-1942);+ Juli 1942 Maly Trostinec

Karoline Wolff * 23.11.1911 in Mondorf; + 17.9.1942 in Auschwitz

Beruf Maschinist; Autoschlosser; Taxiunternehmer

Adressen Mondorf; Duisburg Hamborn

Heirat Henny Franke *14.3.1904 in Herne; Nordmark-Überlebende; +20.3.1995 in Fort Lauderdale

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

10.12. 1941 Verbringung in den alten Schlachthof Düsseldorf

11.12.1941 Transport Da 38 Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf nach Skirotawa, Riga

13.12.1941 kurz vor Mitternacht Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Laderampe vereist

14.12.1941 morgens Fußmarsch ins Ghetto Riga

Mitte 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 in der Autowerkstatt Lenta, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

29.9.- 3.10.1944 140 Zwangsarbeiter ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

13.-14.10. 1944 Die letzten 50 Männer, 10 junge Frauen mit der „Drechtdijk“ auch „Drächtig“ nach Libau

SS-Sonderlager Libau in Lettland, Arbeit im Hafen, Be- und Entladen von Schiffen

9.10.1944 Arbeiter aus Lenta als letzte im LKW-Konvoi über Skruda nach Libau evakuiert,

22.10.1944 Fliegerangriff auf Liebau mit zwei Toten unter den Häftlingen

22.12. 1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftiertekommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945  IRC-Recreation-Camp, Holsbybrunn Lidingo Schweden

Die Kameraden aus der Autowerkstadt Lenta 1945 in Holsbybrunn von links ; Foto Fred Zimmak
Heinz Levison, Rolf Radziejewski, Bronislaw Landau, Markus Wolf, Leonhard Zimmak, Antoni Landau

Dez. 1945 nach Ryds Brunn Camp

3.-14.1.1947 von Göteborg nach New York auf der SS Gripsholm zusammen mit Artur Pins (mit Familie), dem Bruder der Erna Pins aus Herne

28.3.1985 Tod in Hallandale Florida

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411211-50.jpg

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7262); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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