Posnanski Walter

Max Walter Wilhelm (?) Posnanski /Dov Paz

*17.1.1920 in Berlin; ✡25.9.2010 im Kibbuz Yakum

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Alexander Posnanski *10.9.1873 in Berlin; ✡21.5.1943 in Theresienstadt

Mutter Hanna Seidenberg *13.4.1880 in Ostrow; ✡ 21.5.1944 in Auschwitz

Geschwister

Lotte Posnanski *12.6.1911 in Berlin; ✡1.7.1973 in Melbourne; oo Leo Fabian (1910-2000)

Artur Posnanski *30.7.1912 in Berlin; ✡ 1997 Israel; oo Bergler

Beruf Volontär; Schmied; Klempner

Adressen Berlin Lothringer Straße 71; Werkdorp Wieringermeer

Heirat 20.9.1946 Rebekka Ruth Windmüller *2.1.1923 in Emden; ✡21.5.2000 in Kibbuz Yakum

Ruth Windmüller ist die Schwester des Widerstandskämpfers Max Windmüller (*17.2.1920 in Emden; ✡ 21.4.1945 in Cham)

Kinder zwei

Michael Paz

Weitere Lebensdaten

Walter Posnanski Mitglied bei den „Werkleuten- Bund deutsch-jüdische Jugend“, die sich nach dem letzten gemeinsamen Pfingsttreffen 1932 von den „Kameraden“ abgespalten hatte

1.8.1938 Ankunft von Ruth Windmüller in Tel Aviv mit Studentenzertifikat des Hechaluz B(III) für die „Vocational Girls School“

17.5.1939 Walter mit den Eltern in Berlin Mitte bei Minderheiten-Volkszählung

20.6.1939 Walter ins Werkdorp Wieringer Meer; Madrich Kurt Reilinger

Amsterdam Meldekartei

Walter arbeitet im Werkdorp in der Schmiede

Auflösung des Werkdorp und die zweite große Razzia in Amsterdam

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

20.5.1941 Walter gemeldet in Amsterdam, Rubensstraat 59 /III

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

1943 Walter geht in den Untergrund; Tarnname im Untergrund „Onkel“; in Amsterdam zeitweilig versteckt in der Argonautenstraße 19a von Erika Lasallia Heymann geb. Geck (*31.8.1895-6.4.1950); Tochter des bekannten badischen Sozialdemokraten Adolf Beck; Ehefrau des Stefan Heymann, der in Monowitz eng als Blockschreiber im Krankenbau mit seinem Bruder Arthur zusammenarbeitet.

Bruder Artur schreibt später:

„Eines Tages habe ich auf der Toilette (1944 in Monowitz, FJW) einen jungen Mann kennengelernt, der gerade angekommen war, Alfred Cohen, Er erzählte mir, dass er zu jener Gruppe Chawerim gehörte, die im Werkdorp (Holland) verhaftet worden war. Bei dieser Gelegenheit habe ich etwas über meinen Bruder Walter (Dov) erfahren. Ich war sehr glücklich, da ich nun wusste, dass er in den Untergrund gegangen war.“

„… viele der Chawerim gingen in den Untergrund. Und so kam es, dass mein Bruder, wie er mir erzählte, als Illegaler bei Stefans Frau Asyl fand.“

1944 Flucht über Frankreich,

15.4.1944 über die Pyrenäen nach Spanien

16.4.1944 nach Pamplona, Spanien;

weiter nach Madrid

14.11.1944 Ankunft in Haifa auf der SS GUINEA; Internierung in Atlit

20.9.1946 Heirat in Jerusalem nach der Demobilisierung von Ruth Windmüller aus der British Army, Auxiliary Territorial Service (ATS)

Gedenken

28.9.2010 Beisetzung auf dem Yakum Cemetery, Israel

Ghetto fighters house archiv: The Walter – Dov Posnanski – Paz collection: his testimony from 1955, letters and a booklet of poems by Ruth Paz. 63 pages, handwritten, printed & typewritten original in Hebrew, Dutch & German

Quellen

https://www.infocenters.co.il/gfh/notebook_ext.asp?book=55445&lang=eng&site=gfh

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1135169

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1135091

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130357636

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/81989947

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/68682004

https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/27804-hannchen-posnanski

https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/3288-alexander-posnanski

https://www.jewiki.net/wiki/Artur_Posnansky

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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