Stein Hans

Hans Stein

*25.8.1917 in Olmütz; ✡ 20.2.1945 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Ernst Stein; ✡?

Mutter Greta Reitler; ✡?

Geschwister

unbekannt

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Olmütz; Gorssel; Voorst, Wilp, Twelosche Weg 72

Heirat 19.12.1940 mit Edith Faierstein *1.11.1919 in Wien; ✡13.8.2014 in LA

Kinder

Michael Stein * 18.7.1943

Weiterer Lebensweg

19.8.1938 Edith Feuerstein zur Hachschara auf die Jeugdfarm „Catarinahoeve“ in Gouda

15.3.1939 Einmarsch der Wehrmacht in Prag

Flucht von Hans Stein in die Niederlande, vermutlich nach der Besetzung Tschechiens; er wird Mitglied der „Deventer-Vereeniging“, Leiter Ru Cohen

1939 Hans Stein in der Jugendherberge De Kleine Haar in Gorssel bei Deventer, die 1939 als Auffanglager für 105 jüdische Flüchtlingskinder diente. Herbergseltern waren Elias und Antje Mesritz aus dem benachbarten Deventer.

Im Büro in Gorssel

Hans bearbeitete administrativ den umfangreichen Schriftverkehr, Edith Feuerstein für sechs Monate aus Gouda kommend zur Unterstützung im Haushalt

17.4.1940 Edith Feuerstein von Gouda nach Nederhorst den Berg

19.12.1940 Heirat mit Edith Feuerstein

„Onderduiker“

Letzte offizielle Wohnadresse ist Wilp, Twelosche Weg 72 ein Dorf in der Gemeinde Voorst

November 1942 Hans Stein geht ins ein Versteck

26.11.1942 der Bürgermeister von Voorst schaltet eine Suchanzeige für „onderduiker“ im Algemeen politieblad

Verratener Schleusertransport

Bericht von Werner Hirschfeld über den verratenen Transport

Januar 1944 mit gefälschten Papieren nach Amsterdam, ein Schleuser-Transport wird verraten, die Gruppe von mit 8 Juden und 8 Nichtjuden – Leiter Heinz Fränkel; Werner Hirschfeld, Franz Polak, Hans Stein, Bubi Pinkus, Menachem Pinkhof – wird im Zug in Utrecht verhaftet und zum Verhör in das SS-Gefängnis „Oranje Hotel“ in Scheveningen (nicht „Haagse Veer“, das ist in Rotterdam) gebracht.

5.2.1944 sechs Chaluzim als Strafgefangene in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork überstellt, sie kommen deshalb in eine Strafbaracke; Stein und Pinkus in die Baracke 81; sie können aber durch eine Ausrede erreichen, dass der Lagerkommandant Gemmecker das „S“ aus ihren Einweisungspapieren streicht und sie die Strafbaracke wieder verlassen dürfen.

12 Chaluzim werden auf den Transport vom 3.3.1944 nach Auschwitz gestellt

3.3.1943 Franz Polak, Werner Hirschfeld, Bubi Pinkus und Lotte Wahrhaftig-Siesel (*16.4.1926 Berlin) können mit Roten Passierscheinen aus Westerbork fliehen.

Als „Austauschjude“ nach Bergen-Belsen

Ab dem dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

15.3.1945 Hans Stein auf dem 86. Transport mit 210 Juden von Westerbork nach Bergen Belsen, darunter auch die Birnbaums und die 46 Kinder des Waisenheims von Westerbork.

Renata Laqueur über den 86. Transport:

„Am 15. März 1944, morgens um 8 Uhr bestiegen wir einen Personenzug. Die Reise von Westerbork nach Bergen-Belsen dauerte von 8 Uhr in der Frühe bis zum Mittag des folgenden Tages 2 Uhr, und das für eine Strecke von ungefähr 350 km! Wir saßen zusammengepfercht zwischen Gepäck und Kleidungsstücken. Die Fahrt war ein endloses Rangieren, An- und Abkoppeln, und war der Zug gerade angefahren, hielt er bereits wieder. In Bentheim (deutsche Grenzstation) verteilte die Transportbegleitung, SS-Leute in ihren grünen Uniformen, Brot am Zug.“

Es ist unklar, auf welchem Wege Hans Stein von Westerbork nach Auschwitz kam.

Er ist dort nach der Befreiung am 20. Februar 1945 verstorben.

Ehefrau Edith überlebt illegal als Pflegerin unter dem Namen Lydia Voskuilen

1945 Alija seiner Frau Edith mit dem gemeinsamen Sohn

28.5.1947 Zweite Ehe von Edith Stein in Amsterdam mit Erich Simon Flegenheimer

1947 Emigration seiner Frau Edith mit dem gemeinsamen Sohn Michael und ihrem zweiten Mann Erich Simon Flegenheimer nach New York

Edith Flagg wurde in den USA als Modedesignerin sehr erfolgreich und vermögend

Gedenken

Quellen

http://www.infocenters.co.il/gfh/notebook_ext.asp?book=56534&lang=eng&site=gfh

https://www.joodsmonument.nl/en/page/120453/hans-stein

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

http://meitotmei.nl/233-ontsnappingen-uit-westerbork/

Algemeen Politieblad, nr 47, 26 November 1942, 1316, notice 2861

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130380120

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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