
Esther Rachel Wechsler
*2.7.1917 in Libau; ✡ 21.7.1983 in Jerusalem
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch

Vater Tuvia Tobias Wechsler *12.6.1889 in Libau; ✡ 22.2.1985 in Nehalim
Heirat der Eltern 1911
Mutter Sara Sonja Krupnik *15.7.1886 in Zarasai; ✡23.9.1940 Brandenburg
Stiefmutter Miriam Rachel Munim *27.12.1890; ✡19.3.1971 in Jerusalem
Geschwister
Jacob Wechsler (1912-1995); Anna Roch
Abraham Wechsler (1915-2012)
Meir Max Wechsler (1922-1972)
Allenfalls entfernt verwandt

Siegfried Wechsler *31.5.1913 in Nürnberg; 16.3.1936-8.7.1937 im Kibbuz Franeker
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin, Gärtnerin
Adressen Libau, Kornstraße 27; Franeker; Bergen; Jerusalem
Heirat Ezra Cohen*1918 in Litauen; 1967
Kinder
Weiterer Lebensweg
Die Eltern lernten sich beim „Bund“ (Allgemeiner jüdischer Arbeiterbund in Lettland, Polen und Russland; sozialistisch)
Dezember 1922 Vater Tobias mit den Brüder Jakob und Abraham zum Studium nach Deutschland
Sommer 1923 Mutter Sonja folgt nach Bad Harzburg
Umzug nach Hamburg; der Vater studiert weiter Mathemathik, Physik, Englisch, schließt bis 1931 keines dieser Studien ab.
Esther in Hamburg vier Jahre Volksschule und bis 1933 die Obertertia der Israelitischen Mädchenrealschule in der Karolinenstraße
Alija Palästina
1933 ein Cousin kann als hochrangiger Beamten in der britischen Mandatsbehörde Einreisevisa beschaffen, die Mutter darf aber wegen der psychischen Erkrankung nicht ausreisen.
5.2.1934 Esther mit einer Kindergruppe aus den Niederlanden auf der SS MARTHA WASHINGTON nach Tel Aviv
26.4.1935 Heirat von Bruder Jakob und Anna Roch
1935 Bruder Jakob und Anna Roch zum Alija-Vorbereitungskurs in Hamburg-Blankenese, Wilhelmshöhe,
30.9.1935 Ankunft von Bruder Jakob und Anna Wechsler auf der SS GALILEA mit Zertifikaten in Haifa
1.4.1936 Einreise von Tobias Wechsler mit dem jüngsten Bruder Max nach Tel Aviv
Der Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti
1933 Eröffnung von Hachschara Höfen durch Professor Racca in der Nähe von Florenz als Lager des Bachad bei Siena gegründet.
1934 Bruder Abraham nach Italien mit einer Gruppe des BACHAD zur Hachschara in den Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti;
September 1936 Alija von Bruder Abraham von Triest auf der SS GALILEA nach Palästina.
T4-Euthanasie
Mutter Sonja 1931 und 1934 in der Staatskrankenanstalt Friedrichsberg
in stationärer Behandlung in Hamburg Langenhorn, Heil- und Pflegeanstalt
Die Eltern waren inzwischen geschieden
23.9.1940 mit den grauen Bussen in die Tötungsanstalt Brandenburg/Havel
23.9.1940 Ermordung der Mutter mit CO-Gas nach Ankunft in Brandenburg/Havel
Zweite Ehe des Vaters
Die Stiefmutter war Ärztin
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“
Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
26.7.1938 Esther Wechsler von Jerusalem in den Kibbuz Franeker; vermutlich mit britischem Pass als Schlicha (Abgesandte) eines Kibbuz
19.12.1938 abgemeldet von Franeker nach Bergen/NL
Gedenken
Stolperstein für die Mutter in Hamburg Hohe Weide 74
Quellen
https://www.myheritage.de/research
https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=5103
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
https://danielabraham.net/tree/related/dora
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939