Frank Lea

Lea Frank

*22.3.1923 in Nijmegen; ✡ 9.7.1943 Sobibor

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Alexander Frank *14.5.1897 in Nijmegen; ✡ 19.12.1934 in Nijmegen

Heirat der Eltern 10.7.1920 in Rotterdam

Mutter Alida Henriette Bosman *19.2.1898 in Rotterdam; ✡ 11.8.1935 in Nijmegen

Geschwister

Helena Alida *4.5.1920 in Nijmegen; ✡ 11.6.2005 Amsterdam; oo van der Klei

Aleida Louisa *5.1.1926 in Nijmegen; ✡ 21.11.2011 Zandvoort

Abraham Frank *27.5.1930 in Nijmegen; ✡ 5.3.1943 in Sobibor

Victor Frank * 4.8.1931in Nijmegen; ✡ 5.3.1943 in Sobibor

Jacob Frank *11.11.1933 in Nijmegen; ✡ 5.3.1943 in Sobibor

Beruf Hauswirtschaftliche Praktikantin

Adressen Nijmegen, Gerard Noodtstraat 62; Utrecht, Nieuwegracht 92

Heirat   8.4.1943 mit Elkan Bobbe *10.3.1916 in Den Haag; ✡ 9.7.1943 Sobibor

Kinder

Weiterer Lebensweg

1934 und 1935 Tod der Eltern in Nijmegen

27.11.1935 Lea und ihre fünf Geschwister in das Centraal Israëlitisch Weeshuis Utrecht, Nieuwegracht 92

Joodse Werkdorp Nieuwesluis

14.11.1940 Lea Frank zur Hachschara ins Werkdorp

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere).

Lea Frank im Werkdorp

Auflösung des Werkdorp und die zweite große Razzia in Amsterdam

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Lea Frank gehört zu denen, die noch wenige Wochen bleiben dürfen.

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

21.7.1941 Lea Frank zusammen mit Robert Feblowicz aus dem Werkdorp in den Kibbuz Franeker

22.7.1941 Lea Frank als letzter Bewohner angemeldet im Kibbuz Franeker

Robert Feblowicz verlässt den Kibbuz rasch wieder, er wechselt nach Laag Keppel

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: „Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)“

Verbringung von 13 Chaluzim ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass die Niederländer Lea Frank, Max Bollegraf und Eli Ascher entlassen werden und die anderen „nur“ in das Kamp Westerbork müssen.

8.1.1942 abgemeldet aus Franeker  nach Amsterdam

1942 Haushilfe bei der Familie von Eli Eliazar Dasberg, Jan Luykenstraat 86 in Amsterdam; Dasberg hatte die drei Niederländer aus Franeker in seiner Funktion als Vorsitzender von Dath ve’Eretz aus dem Polizeigewahrsam im Gefängnis Blokhuispoort herausgeholt.

Kibbuz Laag-Keppel

Der Kibbuz Laag-Keppel war 1940 als Nachfolge des zwangsaufgelösten Kibbuz Mijnsheerenland vom Dath ve’Eretz gegründet worden;

9.3.1942 als angestellte  Haushilfe des JR in den religösen Kibbuz Laag-Keppel bei Hummelo

29.3.1943 Ankündigung der „Evakuierung“; einzelne Kibbuzim wie Gustav Simon versuchen unterzutauchen, werden aber verraten und verhaftet.

8.4.1943 Heirat mit Elkan Bobbe

10.4.1943 Festnahme aller Kibbuzbewohner, interniert als Strafgefangene im KL Vught, vermutlich als Represalie Strafe für das Untertauchen einzelner

KL Vught

10.4.1943 Verhaftung und Internierung von Lea und Elkan Bobbe im KL Vught

Kamp Westerbork

2./3. 7.1943 Verbringung aus Vught in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 57

6.7.1943 Lea und Elkan Bobbe werden auf den nächstmöglichen Transport nach Sobibor gestellt

9.7.1943 Tod in Sobibor

Gedenken

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130263614

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130263562

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

https://www.joodsmonument.nl/en/page/226626/malvine-brandweiner

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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