Elkan Bobbe
*10.3.1916 in Den Haag; ✡ 9.7.1943 Sobibor
Staatsangehörigkeit Niederlande
Religion jüdisch
Vater Samuel Bobbe *18.8.1882 Den Haag; ✡ 17.2.1927 in Rijswijk
Heirat der Eltern 8.3.1916 in Den Haag
Mutter Marianne Lens *24.10.1890 Den Haag; ✡ 6.2.1962 in Rijswijk
Stiefvater Hendrikus Christian van Eijk
Großvater Elkan Lens (1856-1930)
Geschwister
Mozes Bobbe *6.6.1917 Den Haag; ✡ 30.6.1944 Auschwitz; oo Mirel Schlesinger
Betje Bobbe *16.2.1919 Den Haag; ✡ 30.9.1942 in Auschwitz
Klaartje Bobbe *22.3.1921Den Haag; ✡ 7.5.1943 in Sobibor
Jetje Bobbe *25.4.1924 Den Haag; ✡ 26.3.1943 in Sobibor
Anna Bobbe *31.10.1926 Den Haag; ✡ 19.2.1943 in Auschwitz
Beruf Student am NIS; Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Den Haag; Rijwijk; Amsterdam, Plantage Middenlaan 80; Beverwijk; Hummelo, Laag-Keppel
Heirat 8.4.1943 in Hummelo mit Lea Frank *22.3.1923 in Nijmegen; ✡ 9.7.1943 Sobibor
Kinder –
Weiterer Lebensweg

17.2.1927 Suizid des Vaters in Rijswijk; seine Leiche wird im Vliet am Delftweg aus dem Wasser geholt, nachdem er seit einigen Wochen vermisst war. Er hatte mehrfach angekündigt, seinem Leben ein Ende setzen zu wollen.
Die Mutter heiratet in den 1930er Jahren den christlichen Witwer Hendrikus Christian van Eijk, weshalb sie von Deportation verschont bleibt
14.5.1929 Elkan Bobbe aus dem Joodse Weeshuis Den Haag in das Portug. Jongensweeshuis Amsterdam Middenlaan 80
4.12.1930 Bruder Mozes von Den Haag in das Portug. Jongensweeshuis Amsterdam Middenlaan 80
Elkan Bobbe Student am Nederlands Israëlietisch Seminarium in Amsterdam (NIS)
2.1.1936 Elkan Bobbe aus Amsterdam nach Den Haag abgemeldet
Kibbuz Dath veEretz Beverwijk
Elkan Bobbe in den religiösen Kibbuz Beverwijk
Der Kibbuz bestand von1937 bis Ende 1940; Träger Misrachi/ Dath Waäretz/Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz
September 1940 Räumungsbefehl für alle Juden in den Küstenregionen
21.11.1940 Wechsel von 20 Chaluzim in die Jugendherberge De Kleine Haar in Gorssel, die zeitweilig als Auffanglager für Flüchtlingskinder diente.
März 1942 Auflösung wegen Räumung der küstennahen Gebiete
Ein Teil geht in den 1940 etablierten Nachfolge Kibbuz Laag-Keppe bei Humelo, andere nach Loosdrecht
Joodse Werkdorp Nieuwesluis
14.11.1940 Lea Frank zur Hachschara ins Werkdorp
1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes.
Kibbuz Franeker
21.7.1941 Lea Frank zusammen mit Robert Feblowicz aus dem Werkdorp in den Kibbuz Franeker
22.7.1941 Lea Frank als letzter Bewohner angemeldet im Kibbuz Franeker
Robert Feblowicz verlässt aber den Kibbuz rasch wieder und wechselt nach Laag en Keppel
3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: „Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)“
Verbringung von 13 Chaluzim ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass die Niederländer Lea Frank, Max Bollegraf und Eli Ascher entlassen werden und die anderen „nur“ in das Kamp Westerbork müssen.
8.1.1942 Lea Frank abgemeldet aus Franeker nach Amsterdam, Haushilfe bei der Familie Dasberg
Kibbuz Laag-Keppel
Der Kibbuz Laag-Keppel bei Hummelo war 1940 als Nachfolge des zwangsaufgelösten Kibbuz Mijnheerensland vom Dath ve’Eretz gegründet worden;
Elkan Bobbe arbeitet in Hummelo auf der Holsen-Farm für Bauer Oosterink
9.3.1942 Lea als angestellte Haushilfe des JR in den religösen Kibbuz Laag-Keppel bei Hummelo
29.3.1943 Ankündigung der „Evakuierung“; einzelne Kibbuzim wie Gustav Simon versuchen unterzutauchen, werden aber verraten und verhaftet.
8.4.1943 Heirat mit Lea Frank
10.4.1943 Festnahme aller Kibbuzbewohner, interniert als Strafgefangene im KL Vught, vermutlich als Repressalie Strafe für das Untertauchen einzelner
KL Vught
10.4.1943 Verhaftung und Internierung von Lea und Elkan Bobbe im KL Vught
Kamp Westerbork
2./3. 7.1943 Verbringung aus Vught in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 57
6.7.1943 Lea und Elkan Bobbe werden auf den nächst möglichen Transport nach Sobibor gestellt
9.7.1943 Tod in Sobibor
Alle Geschwister kommen um. Einzige Überlebende ist die Mutter wegen der „Mischehe“ mit Hendrikus van Eijk
Gedenken
19.6.2024 Stolperstein für Schwester Jetje Bobbe vor dem Joods Weeshuis Machseh Lajesoumin in Leiden
Quellen
https://www.myheritage.de/research
http://www.joodsmonument.nl/en/page/539266/about-elkan-bobbe
http://www.joodsmonument.nl/en/page/131263/jetje-bobbe
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Bobbe%20Elkan%22%7D
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130263614
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130263562
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
https://www.joodsmonument.nl/en/page/226626/malvine-brandweiner
https://danielabraham.net/tree/related/dora
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de