Mannes Ernst

Ernst Mannes

*5.5.1920 in Lackenbach; ✡ 9.7.1943 inSobibor

Staatsangehörigkeit Österreich; deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater ?

Mutter ?

Geschwister

Leopold Mannes *2.6.1923 in Lackenbach

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Schuhmacherlehrling

Adressen Lackenbach; Wien; Beverwijk; Franeker; Hummelo

Heirat  ledig

Kinder keine

Weiterer Lebensweg

Umzug nach Wien, Floßgasse 3

„Anschluss“ Österreichs

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

August 1939 Cousin Alfred Gerstl-Manes stellt für seine Cousins Ernst und Leopold Mannes und weitere Familienmitglieder Anträge bei der IKG Wien zur Unterstützung einer geplanten Emigration

26.8.1939 Ernst Mannes zur Hachschara nach Beverwijk

21.11.1940 Wechsel von Ernst Mannes mit 20 Chaluzim aus Beverwijk wegen des Räumungsbefehls für die Küstenregion nach Gorssel, Jeugdherberg „De kleine Haar“

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

13.1.1939 Sieben Chaluzim abgemeldet aus Franeker nach Palästina: Frieda van Amerongen, Sara Dinner, Meir Frijdman, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Isaac Rooz, Max Stoppelmann

Walter Oppenheimer dazu in einem Interview mit Chaja Brasz

„Die niederländische Einwanderungspolizei wollte uns loswerden, hatte aber Angst vor der Öffentlichkeit Die Briten wollten natürlich keine illegale Einwanderung, Im Juni 1939 wurden wir plötzlich nach Heemskerk gebracht, wo wir einige Wochen warten mussten.“

8.4.1941 Ernst Mannes von Gorssel kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

Kibbuz Laag-Keppel

6.10.1941 abgemeldet aus Franeker in den religiösen Kibbuz Laag-Keppel bei Hummelo

Aus Franeker waren somit dort: Lea Bobbe, Joseph Cohen, Simon van Frank, Manfred Levy, Ernst Mannes

Der Kibbuz Laag-Keppel war 1940 als Nachfolge des zwangsaufgelösten Kibbuz Beverwijk vom Dathwa’Eretz gegründet worden;

29.3.1943 Ankündigung der „Evakuierung“; einzelne Kibbuzim wie Gustav Simon versuchen unterzutauchen, werden aber verraten und verhaftet.

KL Vught

10.4.1943 Festnahme aller Kibbuzbewohner, interniert als Strafgefangene im KL Vught, vermutlich als Repressalie Strafe für das Untertauchen einzelner

10.4.1943 Verhaftung und Internierung von Ernst Mannes im KL Vught

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der am 3.11.1941 in Franeker 10 Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, , Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

2./3. 7.1943 Verbringung der Elden- Chaluzim aus Vught in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 49

6.7.1943 die Chaluzim werden auf den nächstmöglichen Transport nach Sobibor gestellt

9.7.1943 Tod in Sobibor

Gedenken

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/385217

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130337972

https://www.myheritage.de/research

https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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