Cohen Josef

Josef Cohen

*24.11.1919 in Watergraafsmeer; ✡ 30.4.1943 Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Mozes Cohen*7.9.1887 in Leeuwarden; ✡ 30.1.1932 in Amsterdam

Mutter Suzanna Brandon *20.9.1885  in Amsterdam; ✡ 27.8.1943

Geschwister

Margarethe Cohen *5.10.1917 in Watergraafsmeer; ✡ 1943 in Auschwitz; oo Izaak Frijda

Philip Cohen *15.11.1918 in Watergraafsmeer; ✡ 1943 in Sobibor; oo Marianne Goldsmid

Zwillingsbruder Izak Cohen *24.11.1919 in Watergraafsmeer; ✡ 1943 in Auschwitz; oo Thelma Polak

Hartog Zwi Cohen *18.8.1921 in Watergraafsmeer; ✡ 1943 in Sobibor; oo Judith Cohen (*27.8.1920)

Cousin

Philip Flip Cohen *30.5.1918 in Amsterdam; oo Betty Stranders Baars  * 7.11.1919

Überkreuz-Heirat der Väter Jakob und Mozes Cohen mit den Schwestern Brandon

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Watergraafsmeer; Amsterdam, Sarphatistraat 101; Beverwijk/Velsen; Franeker; Laag-Keppel

Heirat   ledig

Kinder  –

Weiterer Lebensweg

Militärdienst in der „Nederlandse krijgsmacht“

16.2.1938 Musterung der beiden Zwillingsbrüder Izak und Joseph, „Gärtnergehilfen“; beide werden für „Tauglich“ zum Militärdienst befunden

2.1.1939- 25.5.1940 aktiver Militärdienst bei der Luftabwehr-Artillerie

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande

14. und 17.5.1940 Kapitulation der Niederlande

25.5.1940 Demobilisierung der Armee

20.10.1940 beide Brüder zur Hachschara in den Kibbuz Beverwijk in Velsen

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;

April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chalutzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

12.4.1941 Josef Cohen von Beverwijk kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

Kibbuz Laag-Keppel

1.8.1941 Joseph Cohen abgemeldet aus Franeker in den Misrachi Kibbuz Laag en Keppel bei Hummelo

Aus Franeker waren somit dort: Lea Bobbe, Joseph Cohen, Simon van Frank, Manfred Levy, Ernst Mannes

Der Kibbuz Laag-Keppel war 1940 als Nachfolge des zwangsaufgelösten Kibbuz Beverwijk vom Dathwa’Eretz gegründet worden;

16.1.1942 Joseph Cohen zu den Eltern nach Amsterdam

Ziekenhuis „Het Apeldoornsche Bos“

27.4. 1942 beide Brüder als Gärtner und Pfleger in das Ziekenhuis „Het Apeldoornsche Bos“; dort arbeitet auch seine spätere Schwägerin Thelma Polak

20.1.1943 Ankunft des Jüdischen Ordredienst aus Kamp Westerbork in Apeldoorn; Bereitstellung von 40 Güterwaggons am Bahnhof Apeldoorn; die Hälfte des Personals flüchtet

21./22.1.1943 in der Nacht Zwangsevakuierung der gesamten Klinik, „Verladung“ in Güterwaggons 1181 Patienten und 51 jüdischen Krankenschwestern von Apeldoorn nach Auschwitz.

24.1.1943 Ankunft des „Krankensondertransport“ im KL Auschwitz. Bei der Selektion werden 16 Männer und 36 Frauen im Lager aufgenommen, die übrigen 692 Menschen übernommen. 1 004 Menschen werden in die Gaskammern geführt.

Das in Apeldoorn verbliebene Personal wurde zusammen mit den letzten rund hundert jüdischen Einwohnern Apeldoorns mit einem Linienzug ins Lager Westerbork gebracht und von dort deportiert.

2.2.1943 Heirat von Bruder Izak Cohen mit Thelma Polak in Westerbork; Josef ist Trauzeuge

9.2.1943 Joseph Cohen deportiert von Westerbork nach Auschwitz

2.3.1943 Bruder Isaak und Frau Thelma deportiert von Westerbork nach Sobibor

30.4.1943 Tod von Joseph Cohen in Auschwitz

Gedenken

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130272503

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Joseph%20Cohen%201919%22%7D

https://www.myheritage.de/research

https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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