
Herman Duizend
*24.4.1919 in Amsterdam; ✡ 3./4.11.1932 in Dorohucza
Staatsangehörigkeit Niederlande
Religion jüdisch
Vater Jacob Duizend *21.4.1883 in ASD ✡ Sachsenhausen
Heirat der Eltern 16.6.1909
Mutter Elisabeth Asscher *3.3.1885 in ASD; ✡ 20.3.1945 in Bergen Belsen
Geschwister
Hartog Harry Duizend *17.7.1910 ASD; ✡ 12.2.1982 in Amstelveen
Josef Duizend/Dothan *26.10.1911; ✡14.10.1998 in Jerusalem
Jocheweth Bep Duizend *15.12.1913 in ASD; ✡24.6.2003 in Jerusalem
Cousine Anni Duiz *4.4.1915 in Amsterdam; ✡ 27.5.1997 in Kwuzat Jawne
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Amsterdam, Grensstraat 21
Heirat 14.8.1942 in Hummelo mit Duifje Engelschman *20.9.1917 in ASD; ✡ 21.9.1942 in Auschwitz
Kinder –
Weiterer Lebensweg
1935 Alija von Bruder Josef nach Palästina
1935 Herman Duizend auf der HBS (Höhere Schule) in Amsterdam; Examen im April 1939
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath Waäretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath Waäretz“
29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;
April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chaluzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
16.5.1939 Herman Duizend von Amsterdam kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

26.11.1940 Herman Duizend abgemeldet aus Franeker
Juli 1940-Januar 1941 Duifje Engelschmann in Franeker
März 1941 Herman Duizend als Madrich ins Jeugdalija Haus „De kleine Haar“ in Gorssel, das aber bereits im April aufgelöst wird
Der Kibbuz Laag en Keppel bei Hummelo
April 1941 Herman als Madrich und die Chaluzim aus Gorssel gehen in den Kibbuz Laag-Keppel
Der Kibbuz Laag-Keppel war 1940 als Nachfolge des zwangsaufgelösten Kibbuz Beverwijk vom Dathwa’Eretz gegründet worden
Aus Franeker waren somit dort: Lea Bobbe, Joseph Cohen, Simon van Frank, Manfred Levy, Ernst Mannes
14.8.1942 Heirat von Herman Duizend und Duifje Engelschman in Hummelo/Keppel
Verhaftungen – Kamp Westerbork – KL Sobibor – ‘Aktion Erntefest’
15.9.1942 Ehefrau Duifje mit ihren Eltern Engelschman in Amsterdam verhaftet
18.9.1942 Deportation von Ehefrau Duifje mit ihren Eltern Engelschman nach Auschwitz
21.9.1942 Tod von Duifje Duizend in Auschwitz
15.3.1943 Herman Duizend in Amsterdam verhaftet, vermutlich als onderduiker, eingesperrt im Gefängnis Weteringschans
2.4.1943 Verlegung in das KL Vught
9.5.1943 als Strafgefangener vom KL Vught nach Westerbork, Baracke 57
11.5.1943 Deportation von Westerbork auf dem nächstmöglichen Transport nach Sobibor; dort kommt er als Zwangsarbeiter in das Außenlager Dorohucza zum Torfstechen.
3./.4.11.1943 Herman ermordet bei Massenerschießung von 43 000 Juden in der ‘Aktion Erntefest’
Huize De Schaffelaar in Barneveld
20.6.1943 beide Eltern eingewiesen ins Kamp Westerbork
2.7.1943 „Entlassen“, Verlegung der Eltern nach Barneveld
Die so genannte „Barneveldgroep“ waren prominente, bekannte Juden, die auf Fürsprache des Generalsekretärs des Innern Frederiks auf eine geschützte Liste gesetzt worden waren. Diese wurden bereits ab Ende 1942 interniert im Schloss De Schaffelaar bei Barneveld und im ehemaligen Arbeitslager De Biezen
29.9.1943 50 OD-Männer und 170 der „Notbereitschaft“ aus Westerbork abkommandiert zur Überführung der „Barneveld-Gruppe“; beide Eltern mit allen Barnevelder werden nach Westerbork verbracht
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
19.5.1944 beide Eltern auf dem siebten, dem letzten Transport von 212 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
Diamanttransport
Vater Jacob warChef Diamantschneider in den Asscher diamantfabrieken
4.12.1944 Vater Jacob Duizend mit vielen Verwandten aus den Amsterdamer Diamant-Familien wie Ascher, Pinkhof, de Paauw, von Amerongen auf dem Diamant-Transport von 174 Niederländern von Bergen-Belsen nach Sachsenhausen; die meisten waren zuvor im KL Vught inhaftiert.
Sein Vater wird am 31.12.1944 in Sachsenhausen ermordet, seine Mutter am 20.3.1945 in Bergen Belsen
Seine Geschwister überleben den Krieg
Gedenken
Stolpersteine für Herman und seine Eltern in Amsterdam
2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130281531
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130281532
https://www.myheritage.de/research
https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947