Jacoby Georg

Georg Jacoby

*17.6.1920 in Berlin ✡ 1976

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegfried Jacoby *22.10.1891 in Neustettin ✡ 22.10.1942 Riga Biekernieki

Heirat der Eltern 29.9.1919 in Berlin

Scheidung der Eltern 1923

Mutter Sara David *27.12.1890 in Exin, Posen; ✡ 3.1943 in Auschwitz

2.Ehe der Mutter am 25.2.1936 mit

Stiefvater Lesser Studinski *27.9.1921 in Czersk; 6.1.1942 in Berlin

Stiefgeschwister, aus erster Ehe des Stiefvaters mit Frau Bukofzer

Ella Studinski *25.6.1911 in Heinrichsdorf, Schwetz

Dorothea Studinski *13.12.1912 in Kulm

Martin Studinski *8.2.1914 in Kulm; 2004 in Kopenhagen; oo Lieselotte Levy *4.12.1918 in Berlin

Beruf landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Berlin, Niederbarnimstraße 7; Rüdnitz;

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Das jüdische Umschulungslager Hof Wecker in Rüdnitz

Georg Jacoby mit einer Gruppe von Chaluzim aus Berlin zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Hof Wecker beim Bahnhof in der Bahnhofstraße in Rüdnitz bei Bernau. Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.

Er bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.

Novemberpogrom

10.11.1938 Bruder Martin verhaftet in Stuttgart in einer Kibbuz-Wohngemeinschaft mit acht Chaluzim

13.11.1938 Internierung des Bruders im KL Dachau, Häftlingsnummer 24193

13.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau

Frühjahr 1939 Bruder Martin zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in Dänemark

17.5.1939 Georg Jacoby mit der Mutter Sara, sowie Stiefvater Lesser und die Stiefschwestern Dorothea und Ella Studinski in Berlin, Niederbarnimstraße 7 bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Vater Siegfried Jacoby in Berlin Prenzlauer Berg, Rastenburger Str. 4II. Portal, III bei der Minderheiten-Volkszählung

Sommer 1939 Georg Jacoby nach England

29.9.1939 bei britischem Census mit 10 gleichaltrigen jungen Männern im Field Barn Cottage A Keynes, Leigh, Cricklade and Wootton Bassett, Wiltshire, England

29.3.1939 Schwester Ella Studinski beim britischen Census erfasst als Schwesternschülerin im City Isolation Hospital, London Road, Coventry, Warwickshire, England

6.1.1942 Tod des Stiefvaters Lesser Studinski in Berlin

„Rassenschande“

9.8.1939 Vater Siegfried zu 2 Jahren und 78 Tagen Haft verurteilt wegen Vergehen gegen die Reichsversicherungsodrnung (RVO)

7.9.1939 Vater Siegfried zu 2 ½ Jahren Haft verurteilt wegen „Rassenschande“

23.10.1939 verlegt von StA Plötzensee in die StA Tegel

14.11.1939 Vater Siegfried vom Landgericht Berlin verurteilt wegen „Rassenschande“ zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und 8 Monaten Zuchthaus

8.12.1939 Vater Siegfried ins Strafgefängnis Berlin-Tegel

Personalakte Siegfried Jacoby

Verlegung des Vaters in das Zuchthaus Brandenburg -Görden

Häftlingsverzeichnis  Zuchthaus Brandenburg Görden, Haus IV

Deportationen

19.10.1942 Vater Siegfried aus dem Polizei-Gefängnis auf dem 21. Ost-Transport Berlin Riga

22.10.1942 bei Ankunft in Skirotawa alle (ca.920) ermordet bis auf 80 junge Männer

Fabrikaktion in Berlin

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“ als Vorbereitung auf die „Fabrikaktion“

1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

3.3.1943 Deportation der Mutter Sara auf dem 33. Osttransport mit 1750 Juden aus Berlin nach Auschwitz; selektiert zur Zwangsarbeit nu 517 Männer und 200 Frauen. In einem Fernschreiben beschwerte sich Arbeitseinsatzführer Schwarz beim SS-WVHA: „Wenn die Transporte aus Berlin weiter mit so vielen Frauen u. Kindern nebst alten Juden anrollen, verspreche ich mir im Punkt Einsatz nicht viel. Buna braucht vor allen Dingen jüngere bzw. kräftige Gestalten.“

Suchanzeigen

23.2.1948 Suchanzeige von Georg Jacoby für seine Mutter Sara Studinski

Suchanzeige von Stiefbruder Martin Studinski

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1169162

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot21.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot33.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212579

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12084954

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12113778

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/86588993

https://www.juedisches-bingen.de/gedenken/zeitzeugen-berichten/index.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71187332

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Ezra Ben Gershôm David. Aufzeichnungen eines Überlebenden, Evangelische Verlagsanstalt 1989

Joel König (Ezra Ben Gershom), Den Netzen entronnen, Vandenhoeck u. Ruprecht 1967

Bettina Götze, Rathenow, in: Irene Annemarie Diekmann (Hrsg.), Jüdisches Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg 2008. S. 304–328

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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