Sommer Hugo

Hugo Sommer

*21.3.1920 in Königheim; ✡ 24.8.1942 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Bernhard Sommer *29.10.1887 in Königheim; ✡ 29.8.1942 in Auschwitz

Mutter Karoline Marx; ✡?

Tanten

Elise Sommer *6.7.1891 in Königheim; ✡ 15.8.1942 in Auschwitz

Berta Sommer *14.5.1893 in Königheim; ✡ 15.8.1942 in Auschwitz

Zwillingsbruder

Albert Sommer *21.3.1920 in Königheim; ✡ 24.8.1942 in Auschwitz

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär; Gärtner

Adressen  ; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam, Jekerstraat 5 II

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.5.1939 Vater Bernhard mit seinen Schwester Berta und Elise Sommer in Tauberbischofsheim, Neue Gasse 98 bei der Minderheitenzählung

Werkdorp Nieuwe Sluis

24.2.1937 Albert und Hugo Sommer aus Tauberbischofsheim zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage

2.1.1938 formal bedingte Ummeldung aller Bewohner von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten; die Brüder werden von der Familie Salomon

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

— abgemeldet nach

Zweite große Razzia in Amsterdam

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der  Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.

11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941

5.9.1941 Albert und Hugo Sommer wechseln in die freigewordene WG Jekerstraat 5

30.5.1942 Umzug von Albert und Hugo Sommer in die Roerstraat 75

Kamp Westerbork

21.7.1942 Albert und Hugo Sommer auf dem dritten Transport nach Registrierung in Westerbork nach Auschwitz

24.8.1942 Tod von Albert und Hugo Sommer in Auschwitz

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 Vater Bernhard mit seinen Schwestern Elise und Berta Sommer auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

8.8.1942 Vater Bernhard auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz

12.8.1942 Elise und Berta Sommer auf dem Transport von Drancy nach AuschwitzKaroline

29.8.1942 Tod von Bernhard Sommer in Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Albert%20Sommer%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hugo%20Sommer%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130377264

www.werkdorpwieringermeer.nl/en/albert-sommer-2/

www.werkdorpwieringermeer.nl/en/hugo-sommer-2/

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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