Mannheimer Ilse

Ilse Elsa Mannheimer

*19.8.1919 in Worms; ✡ 18.8.2001 Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Richard Mannheimer *4.8.1877 in Worms; ✡ 2.7.1937 in Worms

Heirat der Eltern 30.6.1911 in Frankfurt

Mutter Ella Barbara Sauerbach *2.12.1889 in Mainz; ✡ in Riga vor 1945

Großeltern Julius Mannheimer und Friederike Blum

Großeltern Jalob Sauerbach und Rosa Lewin

Geschwister

Hans Mannheimer *3.6.1912 in Worms; ✡27.2.1996 in Israel; oo Liddy Katzenberg *1911 in Hamborn; Scheidung 1940; 2. Ehe 1943 Frieda Daltizky

Beruf

Adressen Worms; Nürnberg, Sulzbacher Straße 48; Mannheim

Heirat Menachem Meirowitz *10.8.1916; ✡29.3.1987

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

Die Mutter Ella war Klavierlehrerin in Worms

Der Vater Richard war Lithograph; Druckereibesitzer in Worms

9.8.1937 Ankunft von Hans und Lilly Mannheimer in Haifa

17.5.1939 Ella Mannheimer in Nürnberg, Sulzbacher Straße 48 bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Ilse Mannheimer im Jüdischen Lehrgut Ellguth Klein Schnellendorf bei der Minderheitenzählung

Das Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, das Ehepaar Freund im September nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige in die Niederlande ins Joodse Werkdorp

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 mit der Bahn von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft von Ilse Mannheimer in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlith verbracht

15.2.1940 Registrierung von Ilse Mannheimer in Athlit; Ilse Mannheimer gibt als Referenz Armin Duschinsky den Lagerleiter von Jeessen/Ellguth an, als Gemeindeältesten Rabbi Dr. Manfred Rosenberg (Dokument D/777/40/CHU);

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlith

Postkarte 23.8.1940 aus Velden, Wörthersee
Postkarte 18.4.1941 aus München

Riga Jungfernhof

23.11.1941 Deportationsbefehl der Gestapo für die Juden in Franken; Ankündigung der Deportation „in den Osten“;

27.11.1941 Verbringung der Mutter Ella Mannheimer ins Sammellager Langwasser, Reichsparteitaggelände in Nürnberg

29.11.1941 Mutter Ella Mannheimer deportiert aus Nürnberg nach Riga

Ilse Mannheimer erst am 29.11.1941 endgültig aus Nürnberg abgemeldet.

2.12.1941 Ankunft in Riga-Skirotawa; Fußmarsch in Fünferreihen entlang der Dünaburger Landstraße ins provisorische Lager Jungfernhof

Vier Transporte im Dezember 1941 zum Jungfernhof

30.11.1941 -2. 12.1941 1008 Personen aus dem Sammellager Langwasser in Nürnberg

1.-4.12.1941 Stuttgarter Transport von 1013 Juden aus dem Sammellager Killesberg in Stuttgart

3.-6.12.1941 aus Wien 1001 Juden zum Jungfernhof

6.-9. 12.1941 Transport von 964 Personen aus Hamburg, Lübeck und Danzig (Ziel zuvor Minsk)

10.1.1941 Transport aus Wien ins Ghetto, ein Teil  in den Jungfernhof

26.3.1942 „Dünamünde-Aktion“ im Jungfernhof; 1800 Juden im Wald von Bikernieki erschossen

18.8.2001 Tod in Herzlia; Beisetzung in Glil Yam neben ihrem Ehemann Menachem

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/132965977

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/132965978

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de924151

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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