Gutmann Willy

Willi Gutmann

*9.5.1907 in Heidenheim; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Salomon Gutmann *11.3.1875 Heidenheim; ✡ 22.9.1942 Treblinka

Mutter Karolina Guggenheimer *11.9.1875 in Heidenheim; ✡ 22.9.1942 Treblinka

Großeltern Moses Gutmann und Regina Sommer

Onkel ? Hermann Gutmann *2.2.1892 in Heidenheim; ✡ 25.11.1941 in Kauen

Geschwister

Max Gutmann *16.4.1903 Heidenheim; ✡ ?

Hedwig Gutmann *25.8.1905 Heidenheim; ✡ ?

Selma Gutmann *23.2.1909 Heidenheim; ✡ ?

Unklar

Georg Gutmann *25.10.1901 in Degersdorf

Babette Gutmann *31.10.1902 in Degersdorf

Herbert Gutmann *16.1.1924 in Degersdorf, Heidenheim

Lothar Gutmann *26.6.1929

Adressen Heidenheim, Spitalstraße132; München; Ellguth

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

2.7.1933 Vater Salomon in Heidenheim in „Schutzhaft“

8.8.1933 Entlassung des Vaters

1933 Max Gutmann nach Palästina

4.12.1936 Zuzug der Familie von Heidenheim nach München; diverse Adressen

1937 Schwester Selma nach Palästina

Novemberpogrom

Willi, Josef und Hermann Gutmann verhaftet;

12.11.-8.12.1938 Josef Gutmann im KL Dachau

25.11.-13.12.1938 Hermann Gutmann im KL Dachau

14.1.1939 Entlassung von Willi Gutmann aus dem KL Dachau

Mai 1939 Schwester Hedwig nach Cardiff, England

Das Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

6.4.1939 Willy Gutmann zur Hachschar nach Ellguth

17.5.1939 Willi Gutmann  bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

17.5.1939 Georg, Babette und Lothar Gutmann bei Minderheiten-Volkszählung in Degersheim Nr. 3

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

20.2.1940 Registrierung von Willy Gutmann in Athlit; gibt als Referenzen Dr. Julius Beer München und Dr. Egon Hoffmann, Heidenheim an , als Gemeindeältesten Rabbi Munck (Dokument D/1093/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

München Theresienstadt

4.12.1936 Zuzug der Eltern von Heidenheim nach München; diverse Adressen

4.12.1936 beide Eltern in München Ickstattstraße 6

15.2.1939 Rosenheimer Straße bei Berger

19.11.1941 Sammellager Berg am Laim

3.12.1941 Zwangsarbeiterlager Mibertshofen

2.7.1942 Salomon  und Karolina Gutmann von München nach Theresienstadt

19.9.1942 Salomon und Karolina Gutmann von Theresienstadt nach Treblinka

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9982479

https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=6794

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de882797

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de882456

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de882588

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429527

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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