Weil Otto

Otto Weil

*15.6.1894 in Kirn, Kreuznach; ✡23.1.1945 in Bergen-Belsen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jakob Weil *12.10.1863 in Wald-Grehweile; ✡ 31.5.1937

Heirat der Eltern 27.12.1892 in Illingen, Saarland

Mutter Theresa Schwarz *13.2.1869 in Illingen; ✡5.1.1901

Stiefmutter Friederike Stein *8.2.1875 in Hürben; ✡7.5.1943 in Sobibor

Halbbruder

Hugo Weil *31.7.1907 in Meisenheim; ✡14.3.1979 in Amstelveen

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Bitburg; Köln Braunsfeld, Wiethasestraße 37; Amsterdam, Botticellistraat 22

Heirat 17.8.1933 in Köln mit Edith Settchen Meier *24.9.1910 in Bitburg; ✡1.2.2002 in Fort Lauderdale

Kinder

Edwin Emanuel Weil *21.10.1934 in Köln; 17.2.2006 in Columbus, Ohio

Ralf Jakob Weil *4.2.1938 in Amsterdam

Weiterer Lebensweg

Zuvor lebte Otto Weil in Meisenheim, Kreuznach

1914-1918 Otto Weil  kriegsfreiwilliger Soldat im Ersten WK, Vizefeldwebel und Offiziersaspirant; Träger des EK II

18.11.1918 Entlassung aus dem Deutschen Heer

Wiederaufnahme des Jura Studium in Köln

14.4.1919 Referendarsexamen

3.4.1922 Staatsexamen

16.11.1923 Promotion

Ernennung zum Gerichtsassessor; Beurlaubung zur Anstellung bei einem großen Metallhändler

Dr. jur. Otto Weil war Syndikus bei der Degussa in Köln.

1.7.1926 Zulassung als Rechtsanwalt; Kanzlei in Köln, Elisenstraße 17, Hier hatte auch die Fa. Meno Lissauer und Benno Griesmann ihre Büros. Otto Weil ist Mitglied des Direktoriums.

17.8.1933 in Köln mit Edith Settchen Meier

1933 als dekorierter Weltkriegsteilnehmer darf er weiter als Rechtsanwalt tätig sein.

Die Familie lebte zuletzt in Köln Braunfels, Wiethasestraße 37, wo auch Ediths Eltern wohnten.

1936 Otto Weil geht als Berater für die Fa Lissauer nach Amsterdam

17.8.1937 Flucht von Bruder Hugo aus Meisenheim nach Dordrecht

26.10.1937 Flucht von Edith Weil mit Sohn Edwin von Köln nach Amsterdam

Otto Weil ist in Amsterdam weiter als „Advisor“ für die „Oxyde Maatschappij voor Ertsen en Metalen“, eine Tochtergesellschaft der Fa. Lissauer tätig.

22.1.1938 Stiefmutter Friederike aus Meisenheim zu Bruder Hugo nach Dordrecht

4.2.1938 Geburt von Sohn Ralf in Amsterdam

28.9.1938 Entzug der Anwaltszulassung durch das Reichsjustizministerium.

20.4.1939 beide Eltern folgen aus Köln nach Amsterdam zur Tochter Edith in die Botticellistraat 22

4.4.1941 die Schwiegereltern Meier ziehen um in den v.Tuijl van Serooskerkerkeweg 45

1941 Arisierung der „Oxyde Maatschappij voor Ertsen en Metalen“, Übernahme durch die im Mai 1938 arisierte Bank Sal.Oppenheim, die nun den Namen „Bankhaus Pferdmenges & Co.“ trug.

17.9.1942 Stiefmutter Friedericke von Utrecht in den v.Tuijl van Serooskerkerkeweg 45

Kamp Westerbork

16.4.1943 Einweisung von Ediths Eltern und Stiefmutter Friedericke in das in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 60

20.4.1943 Edith und Otto Weil (freiwillig?) ins Kamp Westerbork, Baracke 68

4.5.1943 Deportation der Stiefmutter Friederike und der Schwiegereltern aus Westerbork nach Sobibor

1.6.1943 Otto und Edith entlassen aus dem Kamp Westerbork; sie ziehen zu seinem Bruder Hugo Weil in Amsterdam, Dan Willinkplein 15.

29.9.1943 Otto und Edith sowie Bruder Hugo Weil registriert im Kamp Westerbork, Baracke 70

31.7.1944 zwei Transporte aus Westerbork: Theresienstadt und Bergen Belsen

31.7.-2.8.1944 Edith, Otto, Edwin und Ralf Weil auf dem Transport mit 178 Juden von Westerbork nach Bergen Belsen

4.9.1944 Deportation von Bruder Hugo Weil aus Westerbork nach Theresienstadt

29.9.1944 Bruder Hugo Weil auf dem Transport E l von Theresienstadt nach Auschwitz

23.1.1945 Tod von Otto Weil in Bergen Belsen

27.1.1945 Bruder Hugo Weil von der Roten Armee in Auschwitz befreit

Der gestrandete Zug – Befreiung in Farsleben

6.-11.4.1945 Evakuierung von 6800 Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt

6.4.1945 Edith mit ihren Söhnen auf dem ersten von drei Transporten mit 2500 Menschen ab dem Lagerbahnhof in Bergen-Belsen. Auf dem ersten Transport befinden sich weit überwiegend ungarische und griechische Juden aus Saloniki. Die Fahrtroute verläuft südwestlich der Elbe über Uelzen, Salzwedel, Stendal.

7.4. 1945 Ein weiterer Transport mit 179 Menschen wird an den ersten angeschlossen

12.4.1945 Der Zug stoppt auf freier Strecke am Moortalsee, Farsleben, nahe Magdeburg; Flucht der Wachmannschaften

13.4.1945 Befreiung durch das 743. Panzerbataillon der US Army

Der Moment der Befreiung; Foto Major Benjamin, George Gross, US Army

Edith, Edwin und Ralf Weil sind Überlebende des gestrandeten Zuges, in Farsleben

6.5.1945 die in Farsleben Befreiten werden einquartiert im Nachbarort Hillersleben

Nachkriegszeit

22.8.1945 Rückkehr nach Amsterdam

14.-24.2.1947 Witwe Edith Weil mit beiden Söhnen auf der SS DROTTNINGHOLM von Göteborg nach New York

8.7.1947 offizielle Abmeldung aus Amsterdam zur Auswanderung nach Baltimore zu Bruder Arnold Meier

8.12.1948 zweite Ehe in New Yorkmit Joseph N. Lieber

1999 Adresse In USA war Tamarac, Florida

Gedenken

19.7.1999Pages of Testimony für Otto Weil von seiner Witwe Edith Lieber

Stolpersteine für die Eltern Isidor und Sophie Meier sowie für Dr. Otto Weil in Köln Braunfels, Wiethasestraße 37

Quellen

https://www.joodsmonument.nl/en/page/377229/otto-weil

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Meier%201910%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Weil%201894%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Meier%20Isidor%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130397653

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/131665061

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5127992

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130339397

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7288); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_im_K%C3%B6lner_Stadtteil_Braunsfeld

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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