Mandel Hildegard

Hilde Chaja Mandel

24.8.1923 in Duisburg; ✡ 30.10.2008

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Walter Mandel *28.5.1893 in Berlin; ✡ ? in Riga

Mutter Pauline Kramarski *10.3.1900 in Berlin; ✡ 1944 in Stutthof

Großeltern Mordechai und Hella Mandel

Großeltern Isidor und Ernestine Kramarski

Onkel Moses Mandel *16.12.1897 in Tyczyn; oo Mina Stachel/Schorr

Bruder

Martin Mandel *25.5.1919 in Kiel; ✡ 19.4.1942 in Riga

Cousins aus Duisburg

Nathan Naftali Mandel *4.6.1926 in Duisburg; ✡ 30.9.1942 (fiktiv) in Auschwitz

Norbert Nathan Mandel *3.7.1930 in Duisburg; ✡ ?

Cäcilie Mandel *21.9.1935 in Duisburg; ✡ ?; oo Rosenzweig

Beruf Haushilfe;Landwirtschaftliche Volontärin

Adressen Duisburg; Den Haag; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat Eli Ganopolski *1.12.1919 in Leipzig; ✡12.11.1979

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 Onkel Moses Mandel in Duisburg verhaftet

Einweisung als „Aktionsjude“ in das KL Sachsenhausen

21.11.1938 Entlassung aus dem KL Sachsenhausen

Flucht in die Niederlande

24.12.1938 Flucht von Cousin Nathan nach Soesterberg, NL

29.1.1939 Flucht von Hilde Mandel in die Niederlande, Nijmegen

Quarantine Beneden Heijplaat, Quarantainestraat 1, Rotterdam

Huize Overvoorde, van Vredenburchweg 174, Rijswijk

3.6.1940 Den Haag, v. Hogendorpstr. 178, Fam. Cohen

Werkdorp Nieuwe Sluis

22.8.1940 Hilde Mandel angemeldet zum Aufbau/ zur Hachschara  im Joodsche Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

20.3./26.7.1941 Hilde Mandel abgemeldet nach Amsterdam, Kinderdijkstr. 17-II

Jeugdhuis Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam

10.11.1941 Nachdem durch Freizug der Wohnungen, das Haus auf der Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam verfügbar wurde, Eröffnung des Jeugdtehuis des Joodse Raad

10.11.1941 Aufnahme Bertel Aptowitzer als Haushilfe im Jugendheim des Joodse Raad Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam

Siegfried Rosenthal wird als Koch eingestellt.

10.11.1941 Hilde Mandel, Berta Aptowitzer, Karola Frohmann, Adolf Frohmann mit Tochter Eva Gert Herz, Gerhard Hirsch, Hans Joseph, Eva Laufer mit Sohn Martin Laufer und Neffe Franz Laufer, Günter Levy, Hajo Meyer, Harald Rosenbach, Ernst Rosenbaum, Norbert Schweitzer und Hans Stern zur Eröffnung ins Jugendheim des Joodse Raad, Plantage Franschelaan 13

Zunächst hat Karola Frohmann die Leitung der Hauswirtschaft; die Familie Frohmann wechselt aber am 16.12. 1941 in den Kibbuz Laag en Keppel, sodass Eva Laufer diese Position übernimmt.

Viele Werkdorper wurden nach der Auflösung des Werkdorps hier untergebracht, vor allem die älteren, später durften auch jüngere Geschwister hier wohnen. Das Gebäude gehörte dem Joodse Raad, ebenso wie das Haus auf der Nicolaas Witsenkade 14, wo auch Werkdorper wohnten. Hier wohnten zwischen November 1941 und April 1943 67 Personen, davon 44 Werkdorper

1.6.1942 Günter Schwarzschild in die Franschelaan 13

Erste Razzia in der Franschelaan

15.7.1942 in der Dritten Großen Amsterdamer Razzia werden auch die Bewohner des Jeugdhuis verhaftet und nach Hooghalen deportiert; u.a.:

Gert Herz, Günter Levy, Hans Stern, Harald Rosenbach, Horst Levi, Gerhard Hirsch, Erwin Eichengrün,

 7 Km zu Fuß ins Kamp Westerbork, Registrierung in der großen Halle und unmittelbar zu Fuß zurück nach Hooghalen

Erst ab November 1942 gab eine eigene Bahnlinie und Station im Kamp Westerbork; Juli-November mussten die Deportierten von und zur Station Hooghalen zu Fuß laufen.

15.7.-17.7.1942 Erster großer Massentransport aus den Niederlanden ab Hooghalen nach Auschwitz

Zweite Razzia in der Franschelaan

26.5.1943 die Bewohner des Jeugdhuis Franschelaan werden bei einer Razzia verhaftet und nach Westerbork deportiert; Hilde Mandel eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager zusammen mit Berta Aptowitzer, Martha Eibschütz, Kurt Elias, Ruth Karlsberg, Eva Laufer mit Sohn Martin Laufer, Ernst Rosenbaum, Frieda Rosenblatt-Weil, Wolfgang Rothstein, Grete Schramm,  Norbert Schweitzer, Herta Tombowsky und Herbert Tombowsky, Martin Uffenheimer, alle Baracke 60

Weitere Bewohner des Jeugdhuis Franschelaan waren:

u.a. Alfred Cohn, Hans Moser, Cäcilie Neumann, Helmut Holzheim, Selma Wahrhaftig

23.3.1944 Helmut Holzheim zusammen mit Norbert Schweitzer („vermoedelijk gevlucht“)

Hachschara-Gruppe in Westerbork

Einweisung von Hilde Mandel in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork; dort in Baracke 60 als Mitglied der Hachschara-Gruppe

In Westerbork blieb die gesamte Hachschara-Gruppe nach Intervention von Josef Samson („oude kampbewooner“) zunächst von den Deportationen zurückgestellt; dessen Sohn Manfred Shlomo Samson war ebenfalls Mitglied der Elden- Hachschara.

Die Hachschara Chaluzim sind in Baracke 58 und 60 untergebracht.

Vater Josef Samson, Leiter der Arbeitsverwaltung in Westerbork, Innendienst-Abteilung 5, arrangiert mit dem SS-Kommandanten Gemmeker, die Chaluzim als qualifizierte Landarbeiter auf Feldern außerhalb des Lagers einzusetzen. Neben dem Lager befand sich ein Bauernhof, genannt Schattenberg, den sie bewirtschafteten und dies Hachschara Westerbork nannten. Diese Pioniere, wurden nach ihrem Leiter Josef Klijnkramer als „Kleinkramer-groep“ bezeichnet.

Auf einer Liste der Hachscharah-Gruppe vom Ende November 1942 finden sich 93 Chaluzim in Westerbork.

Theresienstadt- Auschwitz

20.1.1944 Hilde Mandel auf dem Transport XXIV/2 mit 870 Juden von Westerbork nach Theresienstadt

15.5.1944 Hilde Mandel auf dem Transport D z von Theresienstadt nach Auschwitz

15.4.1945 Befreiung in Bergen Belsen

Duisburg – Düsseldorf -Riga

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo

Sammellager Viehhallen Schlachthof Düsseldorf

11.12.1941 beide Eltern und Bruder Martin deportiert mit 1007 Juden aus dem Gestapobezirk Düsseldorf nach Riga

13.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga;

Tod  beider Eltern und Bruder Martin in Riga und Stutthof

Alija

Einreise nach Palästina, unbekannter Zeitpunkt

1999 wohnt sie in Beit Gil Kfar Saba

Gedenken

9.6.1957 und 6.5.1999 Pages of Testimony für die Eltern und Bruder Martin von Chaja Ganopolski

Grabstein für Hilde Ganopolski auf dem Holon Cemetery

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5009544

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130337825

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11199057

www.dokin.nl/surviving_children/hildegard-mandel-born-24-aug-1923/

www.dokin.nl/deceased-children/Nathan-Mandel-born-4-Jun-1926

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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