Jacobsohn Ernst

Ernst Jacobsohn

*18.7.1916 in Hamburg; ✡ 19.9.1996 Island Park, New York

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater John Jacobsohn *6.1.1876 in Lübeck; ✡ 6.7.1928 in Hamburg

Heirat der Eltern 1914

Else Rosenblum *27.9.1882 in Salzwedel; ✡ nach 11/1941 in Minsk

Großeltern Moritz und Cäcilie Rosenblum

Bruder Manfred Jacobsohn *14.10.1922 in Hamburg; ✡31.1.1944 in Auschwitz

Beruf Buchhändler

Adressen Hamburg, Steindamm 12; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat Gerda Margot Exiner *14.3.1917 in Berlin; ✡ 7.9.2003 Island Park, New York

Kinder zwei

Benjamin Jacobsohn *9.10.1955

Weiterer Lebensweg

6.7.1928 Tod des Vaters John; die Mutter kann das Geschäft für Papierwaren und Reiseandenken am Hamburger Hauptbahnhof bis Anfang 1938 weiterführen.

Lehre zum Buchhändler

1936 nach Köln (Hachschara in Urfeld?), später Nürnberg

Der Brüderhof in Harksheide

Bruder Manfred zur Hachschara auf den Brüderhof

Der Brüderhof in Harksheide beherbergte von 1934 bis 1939 einen Hachschara Kibbuz in Trägerschaft des Hechaluz. Die evangelische Einrichtung „Rauhes Haus“ hatte sie an den Bauern Leuschner verpachtet. Der große Hof bot Unterkunft für 35 Chaluzim.

Ab 1935 gab es hier auch eine „Mittlere Hachschara“ für 15-17-jährige Schulentlassene.

Werkdorp Nieuwe Sluis

Anfang 1938 Ernst Jacobsohn zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn

27.12.1938 Bruder Manfred folgt in das Werkdorp

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

2.1.1938 formal bedingte Ummeldung aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

Gerda Exiner

Hachschara auf Hof Stern in Westerkappeln

1.3.1939 nach London mit „domestic permit“ Visum;

29.9.1939 Gerda Exiner bei britischem Census in 27, Lyncroft Gardens, Hampstead, London als Köchin bei der Familie Marsden

6.1.1940 Einreise von Gerda Exiner von London nach Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija

Au-Be 170

Bruder Manfred als Mitarbeiter des Joodse Raad auf der Au-Be -Liste

Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie wurden bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.

KL Vught – Kamp Westerbork – Auschwitz

Bruder Manfred verhaftet in Amsterdam, als Strafgefangener ins KL Vught; dort erkrankt; vermutlich wurde er als „onderduiker“ im Versteck gefasst; Häftlingsnummer 8047

13.11.1943 Bruder Manfred eingewiesen ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

15.11.1943 Deportation von Westerbork nach Auschwitz

2.1.1944 Tod des Bruders in Auschwitz

Hamburg – Ghetto Minsk

18.11.1941 Mutter Else aus dem Judenhaus Kielortallee 22 auf den Transport von 407 Hamburger Juden ins Ghetto Minsk

Gedenken

Stolpersteine für Mutter Else und Bruder Manfred in Hamburg, Steindamm 12

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de887674

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de887811

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Jacobsohn%201922%22%7D

https://collections.jck.nl/details/collection/11001239

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130311875

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Manfred Jacobsohn

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Manfred Jacobsohn (born 14 October 1922)

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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