
Grete Oppenheim
*26.5.1922 in Niederaula; ✡ 9.7.1943 in Sobibor
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Samuel Sali Oppenheim *13.7.1882 in Niederaula; ✡ 3.6.1942 in Sobibor
Mutter Paula Schaumberg *16.3.1891 in Schweinsberg; ✡ 3.6.1942 in Sobibor
Großvater Feiwel /Feisel Oppenheim *27.2.1852 in Niederaula
Geschwister

Ruth Oppenheim *18.3.1921 in Niederaula; ✡3.6.1942 in Sobibor

Manfred Moshe Oppenheim *26.12.1926 Niederaula; ✡15.2.2012 in Kfar Saba
Beruf Praktikantin
Adressen Hersfeld, Querstraße 122; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer; Amsterdam;

Heirat 10.7.1942 in Amsterdam Hubert Wolfgang Rüssmann *5.5.1919 in Paderborn; ✡ 29.5.1943 in Amsterdam
Schwager Werner Rüssmann *6.5.1920 in Würzburg; ✡ 1993
Kinder –
Weiterer Lebensweg

Grete Oppenheim in Hamburg, vermutlich zum Vorbereitungslehrgang
16.6.1936 Grete Oppenheim gemeldet in Korbach, Prof. Kümmell-Straße 13, wo sie bei der Familie Mosbach als Haushilfe arbeitete.
27.2.1937 Abmeldung aus Korbach nach Niederaula

27.2.1937 Flucht von Grete Oppenheim aus Hersfeld in die Niederlande
17.5.1939 beide Eltern in Hersfeld, Niederaula, Querstraße 122 mit Schwester Ruth und Großvater Feiwel Oppenheim

19.12.1939 Einreise von Bruder Manfred in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
Werkdorp Nieuwe Sluis
22.6.1938 Hubert Rüssmann zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen
14.3.1939 Schwager Werner zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42,
13.9.1939 Grete Oppenheim zur Hachschara ins Werkdorp
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
Auflösung des Werkdorp
20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:
„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.
Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam
Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“
Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“
27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;
19.10.1941 Hubert Rüssmann ist einer von 5 Mitarbeitern der Expositur des Joodse Raad, hat deswegen eine „Sperre“
Dezember 1941 Umzug von Hubert Rüssmann in die Milletstraat 56-III
10.7.1942 Heirat mit Grete Oppenheim
15.7.1942 Grete Oppenheim zieht zu Hubert Rüssman in die Milletstraße
29.5.1943 Tod von Hubert Rüssmann in Amsterdam (Suizid?)
Kassel -Halle- Sobibor
1.6.1942 beide Eltern und Schwester Ruth auf dem Transport Kassel -Halle- Sobibor
3.6.1942 Tod der Eltern und Schwester Ruth in Sobibor;
Kamp Westerbork
Durch den Tod des Ehemannes entfällt der Schutz durch seine „Sperre“.

20.6.1941 Grete Rüssmann eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 57
6.7.1943 Grete Oppenheim auf dem Transport ab Westerbork nach Sobibor
Gedenken
16.4.1885 und 12.4.1999 Pages of Testimony für Grete von Bruder Moshe Oppenheim
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de940974
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de941046
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de941067
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de941063
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Grete%20Oppenheim%22%7D
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316