Cäcilie Claire Cilly Matuszak
*11.5.1923 in Gelsenkirchen; Riga-Überlebende
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Hendryk Chaim Matuszak *30.12.1882 in Kalisz Berent, Westpreußen; ✡ ?
Mutter Bertha Bine Bela Gady *28.10.1882 in Pabianice; ✡Tod im Ghetto Riga
Geschwister
Hermann Matuszak *27.7.1911 in Kalisz; vor 1944 in Izbica/Majdanek
Franja Matuszak *4.3.1913 in Kalisz; 31.1.2010 Brooklyn, NJ; oo1953 Simon Schmerler
Abraham Matuszak*20.2.1915 in Kalisz; Schindler’s Liste!
David Matuszak *24.7.1917 in Gelsenkirchen; ✡ in Israel
Fanny Matuszak *1.12.1919 in Gelsenkirchen; ✡ in Israel; oo Nachmann
Adele Matuszak*7.3.1927 in Gelsenkirchen; oo Jakob Hersz Jungman; ✡17.12.2019 Enschede
Beruf Modistin
Adressen Gelsenkirchen, Hindenburgstraße 39; Gut Winkel, Spreenhagen
Heirat 1942 Gelsenkirchen mit Hans Rosenheim *11.12.1916 in Berlin; ✡1942
später in der ehemaligen DDR oo mit Eddy Schmidt; oo mit Ewald Baumdick
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Erste Polenaktion
28.10.1938 Schwester Fanny abgeschoben nach Zbaszyn
28.10.1938 Schwester Franja in Recklinghausen aus dem Zug nach Bentschen (Zbaszyn) geholt, mit dem Versprechen, sofort nach Belgien auszuwandern
Vor 1939 Scheidung der Eltern
Minderheitenzählung
17.5.1939 Cäcilie in Gelsenkirchen mit Mutter Berta und den Geschwistern Abraham, Adele und Hermann Matuszak in Gelsenkirchen, Hindenburgstraße 39
17.5.1939 Bruder Abraham in Borghorst bei Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Vater Heinrich in Gelsenkirchen Karl-Laforce-Straße 12
17.5.1939 Schwester Fanny und Mann Nachmann noch in Zbaszyn
17.5.1939 Hans Rosenheim in Berlin, Sächsische Straße 7 bei Guttmann
1939 Schwester Franja mit „domestic permit Visum“ als Hausangestellte nach England

September 1939 Schwester Fanny als Hausangestellte auf der Judenliste Münster
Zweite Polenaktion
1.9.1939 Polen wird von der „Wehrmacht“ überfallen
3.2.1940 Festnahme von Bruder Abraham im Lager Paderborn als „feindlicher Ausländer“
Gut Winkel
Cilly Matuszak zunächst zur Hachschara in Gölsdorf bei Jessen, dann in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
In Gut Winkel ist sie mit Gertrud Weinflasz befreundet
Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.
Sommer 1939 Cilli Matuszak zur Hachschara im Gut Winkel
Hans Rosenheim aus Berlin zur Hachschara im Gut Winkel
Juni 1941 Auflösung von Gut Winkel, Cilli Matuszak und Hans Rosenheim gehen nach Gelsenkirchen
Ghetto Riga
November 1941 Ankündigung der „Evakuierung in den Osten“ durch die Gestapo, der ursprüngliche Termin noch im Dezember kann aber wegen der Weihnachtsurlaube der Frontsoldaten nicht eingehalten werden.
Januar 1942 Heirat mit Hans Rosenheim
Mitte Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo, sich am 24.1.1942 im Sammellager Ausstellungshalle Gelsenkirchen einzufinden



Die Chronik der Stadt Gelsenkirchen verzeichnet für den 27. Januar 1942:
„In den städtischen Ausstellungshallen ist ein Judensammeltransport zusammengestellt worden. Es handelt sich um 506 Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen, die heute nach den Ostgebieten evakuiert werden. Unter ihnen befinden sich 350 Personen aus Gelsenkirchen. Vorerst verbleiben in unserer Stadt noch 132 meist alte und kränkliche Juden“.
27.1.1942 Transport über Dortmund nach Riga-Skirotawa
1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga
2.4.1942 500 junge Männer aus dem Ghetto Riga zum Aufbau des agers Salaspils; wegen der mörderischen Bedingungen in Salaspils kommen nur wenige ins Ghetto zurück
Tod von Hans Rosenheim in Salaspils
21.6.1943 Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler, alle jüdischen Ghettos im Reichskommissariat Ostland, Estland, Lettland, Litauen und Teile Weißrusslands, aufzulösen und die Juden zu Arbeitseinsätzen heranzuziehen.
Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer
3. 11. 1943 Auflösung des Ghetto Riga
November 1943 Außen-Kasernierung
Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga
Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.8.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig; Ankunft von Cäcilie und Schwester Adele in Stutthof
28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig
Düsseldorf Izbica

22.4.1942 Bruder Hermann mit Ehefrau Irmgard , Sohn Berl und Tochter Chana auf der Transportliste Düsseldorf-> Izbica
Gedenken
14.7.2005 Page of Testimony (irrtümlich) für Cilli von Freundin Gertrud Maier-Weinflasz
12.3.2023 Stolpersteine für Hendryk, Bertha, Max, Hermann, Irmgard, Berl und Chana Matuszak in Gelsenkirchen, Bismarckstr. 56
Pages of Testimony für
Quellen
http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de/stolpersteine_familie_hendryk_matuszak_gelsenkirchen.htm
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127-Gelsenkirchen12.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420422-30.jpg
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de926980
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de952555
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316