Lindenberg Kurt

Kurt Tom Lindenberg

*1.7.1923 in Berlin; ✡ Überlebender

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Hermann Lindenberg 24.12.1888 in Nieszawa; ✡25.11.1941 in Kauen

Mutter Johanna Kaplan *8.3.1884 in Berlin; ✡ 25.11.1941 in Kauen

Geschwister

Karl Lindenberg *15.11.1919 in Berlin; ✡1.10.2000 in New York

Heinz Lindenberg *7.8.1914 in Berlin; ✡ vor 1945 in Auschwitz

Beruf Landarbeiter

Adressen Berlin, Winterfeldstraße 14; Hof Wecker in Rüdnitz/Bernau

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Das jüdische Umschulungslager Hof Weckerin Rüdnitz/Bernau

1937/38 Kurt Lindenberg zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Hof Wecker beim Bahnhof in der Bahnhofstraße in Rüdnitz bei Bernau. Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.

Er bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

Bruder Karl Lindenberg zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

Novemberpogrom

10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.

Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.

28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

Kindertransport

7.2.1939 Kurt Lindenberg auf dem 4. Kindertransport nach England

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 beide Eltern und Bruder Heinz Lindenberg in Berlin, Winterfeldtstraße 14

Britischer Census

29.9.1939 Kurt Lindenberg als Lehrling für Kammgarnspinnen in einem Lehrlingsheim in 1, Parkfield Road, Bradford C.B., Yorkshire (West Riding)

29.9.1939 Bruder Karl in Bungalow Park Farm, Aldingbourne, Chichester, Sussex

Kriegseintritt Großbritannien

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

3.9.1939 Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg

Winston Churchill: „Collar the lot“

10.5.1940 Winston Churchill Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain; Anordnung Churchills, zur Internierung und Verschiffung außer Landes der etwa 70000 Deutschen und Österreicher in Großbritannien; 60000 von ihnen waren Flüchtlinge.

Mai 1940 Verhaftung als „alien enemy“; „Collar the lot!“ von Kanzler Winston Churchill

Mai 1940 interniert auf der Isle of Man als „enemy alien“

11.6. -1.8.1940 10000 Männer und 4000 Frauen als „enemy aliens“ interniert in neun Camps auf der Isle of Man

Juli 1940 Innerhalb von 16 Tagen wurden über 10000 Internierte auf fünf Schiffen illegal nach Übersee deportiert

Juli 1940 Deportation von Kurt Lindenberg nach Australien, vermutlich auf der SS DUNERA

10.7.- 6.9.1940 Fritz Jontofsohn mit 2300 Deutschen und 200 Italienern als „enemy aliens“ aus England nach Australien zwangsdeportiert.

18.11.1941 Kurt Lindenberg mit über 400 „enemy aliens“ auf einem Rückkehrer-Transport nach Liverpool auf der SS STIRLING CASTLE; von Sydney über Auckland, Singapur, Cristobal

diese „aliens“ hatten sich bereit erklärt, in ein Pioneer corps einzutreten.

22.6.1942 Offizielles Ende der Internierungen; Freilassung zur Rückkehr in ein Land ihrer Wahl

Berlin – Auschwitz

9.12.1942 Heinz Lindenberg *1.7.1923 in Berlin; ✡ vor 1945 in Auschwitz

Massenerschießung im Fort IX in Kauen

17.11.1941 Deportation der Eltern von Berlin nach Kauen; Einsperrung im Fort IX

25.11.1941 Massenerschießung der 999 Juden aus München zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und Frankfurt, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

Nachkriegszeit

8.-16.6.1947 Karl und Sophie Lindenberg auf der SS BATORY von Southampton nach New York

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7388); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85.

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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