Behar Isaak

Itzchak Isaak Behar

*19.5.1917 in Berlin; ✡ 29.10.2002 Kfar Saba

Staatsangehörigkeit türkisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Elia Behar *4.2.1888 in Istanbul; ✡13.6.1942 in Majdanek

Mutter Lea Hakko *5.5.1890 in Istanbul; ✡13.6.1942 in Majdanek/Riga

Geschwister

Simcha Behar *25.5.1912 in Berlin; ✡1.3.1943 in Auschwitz

Albert Abraham Behar *11.5.1913 in Berlin; Emigration ✡ ?

Jehuda Behar *1915 in Berlin; ✡ ?

Sara Behar *20.3.1920 in Berlin; ✡24.4.1889 in Gat, Askelon; oo Lev Deutsch/Dotan

Jakob Behar*21.10.1921 in Berlin; ✡ 1.3.1943 in Auschwitz

Ester Behar *1925 in Berlin; ✡ ?

Beruf

Adressen Berlin Mitte, Köpenicker Straße 115; Frankfurt

Heirat 20.10.1939 in Verninge, Dänemark mit Anneliese Jordan *4.9.1916 in Einbeck, Hamburg; ✡9.7.1992 in Natania

Kinder drei

Aron Behar *14.11.1942 in Dänemark

Weiterer Lebensweg

Oktober 1934 Umzug der Familie in Berlin von der Rungestraße 13 in die Köpenicker Straße 115

Novemberpogrom

10.11.1938 Isaak Behar in Frankfurt verhaftet, Polizeigefängnis

12.11.1938 Einweisung in das KL Buchenwald

1.12.1938 Entlassung aus dem KL Buchenwald

Dänemark

Dezember 1938 Isaak Behar von Berlin nach Dänemark; Emigration nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

20.10.1939 Heirat in Verninge, Dänemark mit Anneliese Jordan

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Isaak und Anneliese in Beder, Beder-Malling, Ning, Århus bei dänischem Census

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

16.10.1942 Ehefrau Anneliese mit Sohn Aron auf dem Schoner PALMETO von Rödvik nach Trelleborg.

(Kommentar: die Trennung der Eheleute spricht für die Annahme, dass Isaak Behar zum organisierten jüdischen Widerstand in Dänemark gehörte.)

Drei Transporte

Die auf dem dänischen Festland verhafteten Juden in das „Polizeigefangenenlager Fröslee“/ Frøslev verbracht; hier waren ab 13.8.1944 bis Mai 1945 etwa 12.000 Dänen im inhaftiert.

5.10. und 6.10. 1943 Vom Frøslev-Lager gehen zwei Juden-Transporte mit der Bahn nach Theresienstadt.

5.10.1943 22 Chaluzim der Jugendalija in Dänemark, insgesamt 83 in Dänemark Inhaftierte auf dem Transport XXV/1 nach Theresienstadt

6.10.1943 aus dem Lager Frøslev 198 Juden auf Transport XXV/2 nach Theresienstadt

9.2.1943 Ankunft des zweiten Transportes XXV/2 in Theresienstadt

Der dritte Transport XXV/3

Inhaftierung der auf Seeland Verhafteten in Horserødlejren, einem Internierungscamp bei Helsingør

13.-14.10.1943 die dritte dänische Gruppe mit 175 Gefangenen auf dem Transport XXV/3 nach Theresienstadt; zu dieser Gruppe gehört auch Isaak Behar

13.10.1943 morgens 4 Uhr mit dem Zug von Helsingør nach Gedser

13.10.1943 um 9:20 Uhr auf der Fähre „Schwerin“ von Gedser nach Warnemünde bei Rostock

13.-14.10.1943 Transport in Güterwaggons von Warnemünde nach Theresienstadt

13.4.45 Vorbereitung auf den Abtransport in einer Kaserne in Theresienstadt

14.4.1945 Elf weiße Busse zur Befreiung der 450 dänischen Inhaftierten

Routen der schwedischen „Weißen Busse“

14.4.1945 Irrfahrt durch das zerbombte Berlin

Über Flensburg nach Odense auf Fünen

Weiße Busse aus Theresienstadt bei Ankunft in Haderslev, Dänemark

15.4.1945 von Odense nach Kopenhagen

5.5.1945 Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in Dänemark

5.5.1945 SS verlässt Theresienstadt
8.5.1945 die Rote Armee erreicht Theresienstadt

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Ca 1939 Schwester Sara Behar zur Hachschara nach Schniebinchen Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld Niederlausitz

Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Sara Behar erfasst mit 122 Personen in Schniebinchen

17.5.1939 Jakob mit beiden Eltern und Schwester Simcha in Berlin Mitte, Köpenicker Straße

Gut Winkel

10.10.1939 Jakob Behar zur Hachschara in das Lehrgut Winkel

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

23.7.1940 Schwester Simcha zur Zwangsarbeit bei Siemens-Schuckert

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Sara Behar Bahnfahrt von Breslau nach Wien

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

13.2.1940 Registrierung in Athlit; Sara Behar gibt Rabbi Abraham Avido als Gemeindeältesten an (Dokument D/614/40/CHU);

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Berlin – Sobibor

13.6.1942 beide Eltern ab Berlin deportiert nach Sobibor; Tod in Majdanek

Quelle: https://www.stolpersteine-berlin.de/de/kopenicker-strasse/112/jakob-behar

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25.7.1942 Schreiben von Schwester Simcha an die Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten Berlin – Brandenburg mit der Bitte, die Möbel in der elterlichen Wohnung nutzen zu dürfen

20. 8.1942 die Möbel werden dennoch aus der Wohnung geräumt und zu Gunsten des Deutschen Reiches verwertet (in der Regel versteigert)

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“ als Vorbereitung auf die „Fabrikaktion“

Febr./ März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

1.3.1943 die Geschwister Simcha und Jakob auf dem 31. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Nachkriegszeit

11.5.1949 Alija nach Israel

Gedenken

13.5.1899 Pages of Testimony für die Eltern und Geschwister von Bruder Itzchak Behar

Stolpersteine für die Eltern, Schwester Simcha und Bruder Jakob in Berlin, Köpenicker Straße 115

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11207137

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Uppgift_Behar__Lisel__foedt_Jordan_.pdf

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.stolpersteine-berlin.de/de/kopenicker-strasse/112/jakob-behar

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5016203

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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