Engers Horst

Horst Engers/Zwi Angres

*13.11.1917 in Osnabrück; ✡ 8.9.1986

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit niederländisch

Vater Freerk Engers *2.5.1883 in Winschoten; ✡ 23.7.1943 Sobibor

Heirat der Eltern 18.1.1907 in Salzwedel

Mutter Margarete Neustadt *27.8.1881 in Salzwedel; ✡ 23.7.1943 Sobibor

Geschwister

Heinz Gustav Engers *4.6.1908 in Osnabrück; ✡4.10.1942 Auschwitz;

1936 in Düsseldorf Heirat von Heinz Engers mit Doris Pfingst

Rose Engers *1.8.1912 in Osnabrück; ✡3.9.1943 in Auschwitz; oo Willi Van der Hak

Beruf Praktikant

Adressen Osnabrück; Altkarbe; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat Olga Ora Rotfeld *16.4.1922 Slowakei

Kinder drei

Weiterer Lebensweg

Landwerk Altkarbe

Horst Engers zur Hachschara ins Landwerk Altkarbe in der Neumark, heute Polen. Es bestand zwischen 1933 und 1936 auf dem Gut Obermühle des jüdischen Landwirts Siegmund Levy. Die Chaluzim kamen zumeist aus dem Makkabi Hazair. Aus Osnabrück sind allein drei Chaluzim nachgewiesen, so Norbert Ehrlich, Horst Engers und Saul Münz.

Das Lager wird auf Veranlassung des Reichskriegsministers zum 1.8.1936 durch die Staatspolizeistelle Frankfurt/Oder geschlossen, „da es sich in unmittelbarer Nähe zu militärischen Anlagen befindet. … Die Lagerinsassen wurden in das Umschulungslager in Havelberg untergebracht.“

Nach ihrer Alija gründeten die Chaluzim aus Altkarbe den Kibbuz Maʿayan Zvi bei Haifa.

1935 Fotoserie von Abraham Pisarek; Bildarchiv Pisarek / akg-images 

Werkdorp Nieuwe Sluis

23.10.1934 Horst Engers von Altkarbe mit einer Gruppe von 7 Chaluzim zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

12.11.1934 Horst Engers angemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

31.3.1936 Austritt aus dem Werkdorp

21.8.1936 Horst Engers abgemeldet aus Barsingerhorn zur Alija nach Palästina

31.12.1938 Horst Engers auf der Palästina-Emigrantenliste des Werkdorps

Amsterdam

17.4.1934 Bruder Heinz Engers von Den Haag nach Amsterdam

17.10.1935 Schwester Rose Engers nach Amsterdam

16.7.1936 Heirat von Bruder Heinz Engers und Doris Pfingst in Düsseldorf

1.8.1936 Zuzug von Schwägerin Doris nach Amsterdam

8.9.1936 Eltern Engers nach Amsterdam

19.11.1941 Heirat von Schwester Rose mit Willi Van der Hak

Kamp Westerbork

17./18.7.1942 Einweisung von Heinz und Frau Doris Engers mit Sohn Freerk (*1938) in das polizeiliche Juden Durchgangslager Westerbork

31.7.1942 Deportation von Heinz und Frau Doris Engers mit Sohn Freerk nach Auschwitz

10.7.1943 Willi van der Hak als Strafgefangener -vermutlich gefasst im Versteck als „Onderduiker“- in das KL Vught

25.5.1943 Einweisung der Eltern in das Kamp Westerbork

11.9.1943 Willi van der Hak als Strafgefangener verlegt aus Vught nach Westerbork

20.7.1943 beide Eltern aus Westerbork nach Sobibor

31.8.1943 Schwester Rose und Sohn Harry Van der Hak (*1942) nach Sobibor

24.1.1944 Tod von Willi Van der Hak in Auschwitz, er soll bei einem Fluchtversuch erschossen worden sein.

Gedenken

Pages of Testimony für Heinz Engers und Doris Pfingst von ihrer Schwester Anni Pfingst-Jacobi; sowie für die Eltern und Schwester Rose Engers von weiteren Verwandten

Stolpersteine für die Eltern und Schwester Rose Engers in Osnabrück, Seminarstraße 1 a sowie für die Familie Pfingst-Engers in der Herderstraße 3

Quellen

Hubertus Fischer: Hachschara in der Neumark, Altkarbe, Dragebruch und Heinersdorf, 2018

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Engers%20Freerk%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Engers%20Rose%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130284148

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130284161

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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