Pappenheim Ruth

Ruth Pappenheim

*16.1.1915 in Frankfurt; ✡9.9.2010 in Hamilton, Kanada

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jonas Pappenheim *13.8.1877 in Pressburg; ✡25.11.1941 in Kauen

Erste Ehe des Vater mit Roos ca 1902

Heirat der Eltern 10.7.1910 in Frankfurt

Mutter Irma Stern *22.5.1881 in Gernsbach; ✡25.11.1941 in Kauen

Großeltern Moritz Meir und Minna Pappenheim

Halbruder aus erster Ehe

Nathan Pappenheim *22.11.1904 in Frankfurt; ✡6.7.1942 in Auschwitz; oo Schaindl Friedmann

Geschwister

Karla Zipora Pappenheim *5.9.1912 in Frankfurt; ✡3.6.1989 in Kfar Haroeh; oo Goldschmidt/Tzoref

Ernst Eliezer Pappenheim *10.5.1911 in Frankfurt; ✡15.4.2002 Israel; oo Edith Schindler; oo Rebekka

Beruf

Adressen Frankfurt, Schützenstraße 12

Heirat 1941 Leo Eliezer Possenheimer/Possen *22.4.1917 in Burgkunstadt; ✡ 17.5.2003 in St. Catherines, Ontario

Kinder drei

Uri Possenheimer *8.4.1942 Dänemark; ✡12.12.2012 in Syracuse

Miriam Possen; oo Maguire

Weiterer Lebensweg

1935 Vater Jonas und Großvater Meir im Frankfurter jüdischen Adressbuch

Novemberpogrom

10.11.1938 Bruder Ernst Pappenheim verhaftet in Gernsbach als Aktionsjude

11.11.1938 Internierung im KL Dachau Häftlingsnummer 21776

20.12.1938 Entlassung von Ernst Pappenheim aus Dachau

Minderheitenzählung

17.5.1939 Eltern in Frankfurt, Schützenstraße 12 bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Bruder Ernst Pappenheim in Havelberg, Jüdischer Umschulungsbetrieb Damlackerweg bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Großeltern Pappenheim in Frankfurt, Mauerweg 3 bei Minderheiten-Volkszählung

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

1939 Emigration von Ruth Pappenheim nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

Leo und Ruth Possenheimer mit Sohn Uri in einem Ruderboot von Dänemark über den Öresund nach Höganäs, Schweden

Sie gehen in den BACHAD-Kibbuz in Halmstad

1945 sind sie in Ingelstagaard Schweden

Waldgehöft Havelberg

Bruder Ernst Pappenheim zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

Im Novemberpogrom wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

Bruder Ernst Pappenheim zur Hachschara in Havelberg

12.10.1939 Bruder Ernst mit der Bahn von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlith verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

23.2.1940 Registrierung von Bruder Ernst Pappenheim in Atlith;

er gibt als Referenz an Walter Schulz in Gernsbach, als Rabbiner dr. Hugo (Dokument D/1262/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlith

Massenerschießung im Fort IX in Kauen

22.11.1941 Deportation der Eltern von Frankfurt nach Kauen;

25.11.1941 Ankunft und Einsperrung im Fort IX, Kauen

25.11.1941 nach Ankunft Massenerschießung der Juden aus Frankfurt/Main zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und München, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

Weitere Daten zur Familie

Sohn Uri war Professor und Chair (Dekan) des Department of Economics at Cornell University

Gedenken

Grabstein für Leo und Ruth Possen auf dem B’Nai Israel Cemetery, St. Catharines, Ontario, Canada

Quellen

Courage to Act: Rescue in Denmark

https://safe-haven.dk

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945575

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945577

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411122-31.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/Mainfranken1.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Nuernberg4.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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