Hudes Margot

Copyright aller Fotos: National Archives of Belgium (Brussels)/Generalstaatsarchiv (Brüssel)

Margot Hudes

*16.4.1926 in Dortmund Dorstfeld; ✡7.4.1944 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Salomon Hudes *14.6.1896 in Jadowniki, Brzesko; ✡19.1.1943 in Auschwitz

Mutter Hanna Ginter *28.3.1900 in Krynica; ✡7.4.1944 in Auschwitz

Großvater Shulim Hudes

Geschwister

Siegfried Hudes; *17.10.1929 in Dortmund; ✡18.9.1909 in Delray Beach; oo Dolores Nelson

Benno Hudes *17.10.1929 in Dortmund; ✡ 14.9.1911 in Teaneck, NJ

Julius Hudes *7.11.1923 in Dortmund

Klara Hudes *18.12.1928 in Dortmund

Weitere Verwandte

Onkel Naftali Hudes *11.11.1887 in Jadowniki; 28.2.1947

Tante Fanny Hudes *14.4.1902 in Brzesko

Unklar/Cousins?

David Hudes *14.4.1913 in Brzesko

Wilhelm (Chaim?) Hudes

Beruf Schülerin

Adressen Dortmund

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

18.9.1933 Polen Flucht mit dem Vater nach Polen


6.11.1934 Emigration nach Belgien

Die Familie wohnt in Antwerpen in der Wipstraat 33 und der Provincenstraat 44

Deportationen ab Mechelen (Malines)
Die in Belgien verhafteten Juden werden in ehemaligen Kazerne Dossin eingesperrt.

4.August 1942 erster Transport I aus Mechelen nach Auschwitz

26. 9.1942 Vater Salomon auf einem der frühen Transporte aus Belgien Transport XI Mechelen-Auschwitz

4. 4.1944 Deportation von Margot mit der Mutter Hanna sowie David und Genia Hudes auf dem XXIV. Transport von Mechelen nach Auschwitz; zuvor hatte es 84 Tage gebraucht, um die Transportliste aufzustellen, statt der üblichen 1000 Deportierten waren letztlich 626 Juden.

Obwohl die Mutter auch auf der Transportliste steht, konnte sie sich der Deportation entziehen.

Bericht bei YAD VASHEM: Unter den Deportierten befanden sich 14 Juden, die bereits 1942 ins Lager gekommen waren, und 92, die seit 1943 dort einsaßen. Eine „Sonderliste“ enthielt die Namen von 20 Deportierten, denen die Flucht von früheren Transporten gelungen war, dann aber wieder eingefangen wurden. Ihr Zugabteil sollte diesmal noch sorgsamer bewacht werden. Die übrigen 520 Juden wurden einzeln oder in kleineren Gruppen ins Lager gebracht. Viele von ihnen waren im Versteck festgenommen worden.

Am frühen Morgen des 4. April mussten sich die Gefangenen auf dem Hof der Kaserne gemäß ihrer Ordnungsnummer aufreihen. Diese Nummer (in arabischen Ziffern) ersetzte den Namen des Häftlings und stand gemeinsam mit der Deportationsnummer (in römischen Ziffern) auf einem Schild, das um den Hals getragen wurde. Die Bahngleise lagen vor dem Tor am Ufer der Dijle. Hier mussten die Deportierten in einen aus Güterwaggons bestehenden Zug steigen.
Von Mechelen fuhr der Zug über Antwerpen in die Niederlande. Wahrscheinlich noch vor der Grenze gelang einem Deportierten namens Emil Weber die Flucht. Er wurde wieder eingefangen, in Aachen inhaftiert und auf dem Transport XXV deportiert, der Mechelen am 19. Mai verließ. Er überlebte den Krieg.
In den Niederlanden fuhr der Zug nach Assen, eine rund 18 km vom Durchgangslager Westerbork entfernten Stadt. Hier hielt der Zug. Den Zeugenaussagen von mehreren Überlebenden zufolge wurde der belgische Zug in Assen an den Transport gekoppelt, der am 5. April Westerbork verließ.

Der Transport aus Westerbork bestand aus drei Gruppen. „Austauschjuden“ wurden nach Celle (Bergen Belsen) gebracht, „Privilegierte“ nach Theresienstadt und die übrigen nach Auschwitz.

Vom Mechelentransport wurden 206 Männer und 146 Frauen zur Arbeit selektiert und mit den Ordnungsnummern 179710-179915 bzw. 76601-76746 tätowiert. Die übrigen Deportieren wurden nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet. Von den 352 zur Zwangsarbeit eingeteilten sollen 141 überlebt haben.

Überleben im Versteck

Die Mutter Hanna und die Zwillinge Benno und Siegfried überleben in Belgien im Versteck. Obwohl die Mutter auch auf der Transportliste stand, konnte sie sich der Deportation entziehen.

11.3.-23.3.1948 Benno und Siegfried Hudes auf dem USS Marinetransporter MARINE TIGER von Antwerpen nach New York.

Sie geben die Mutter Hanna Ginter als Heimatadresse an

Gedenken

5.12.2000 Pages of Testimony für Margot Hudes und den Vater Salomon von Bruder Siegfried Hudes

Quellen

https://collections.yadvashem.org/de/deportations/5092783

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/82492013

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7566); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de983426

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de258194

https://kazernedossin.eu/en/research-centre

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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