Walter Sternfeld

*15.5.1919 in Halle/Saale; ✡Febr. 1976 in Lincoln England
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Max Sternfeld *16.4.1878 in Halle; ✡ 9.4.1944 in England
Mutter Helene Kraft *15.9.1888 in Magdeburg; ✡ ?
Großeltern Abraham Sternfeld; Rosalie Huth
Großeltern Max Kraft; Elise Simon
Halbbrüder aus der 1. Ehe des Vaters mit Helene Leonie Sernau *12.3.1882; ✡ 19.8.1915
Hans Adolf Sternfeld *14.12.1908 in Halle/Saale; ✡ 9.9.1943 in Auschwitz; oo Gertrude Bock(1910-1943)
Fritz Wilhelm Zwi Sternfeld *15.8.1914 Halle/Saale; ✡ 12.1.1999 Haifa
Beruf Praktikant; Farm trainee
Adressen Halle, Advokatenweg 1 a; Leipzig; Applecroft Hostel, Applecroft Road, Welwyn Garden City, Hertfordshire
Heirat Matthews
Kinder vier
Weiterer Lebensweg
In Leipzig mit den Brüdern Hans und Fritz;
Vorwurf der Rassenschande

27.7.1935 Festnahme von Fritz Sternfeld und seiner Freundin Margarethe Bode; beide kommen in Untersuchungshaft
29.8.1935 Haftentlassung nach dem sich die Vorwürfe als unhaltbar erweisen; Fritz Sternfeld flieht nach England
15.9.1938 Bruder Hans Sternfeld emigriert nach Prag
Novemberpogrom


17.11.1938 Vater Max eingewiesen in das KL Sachsenhausen

28.12.1938 Walter Sternfeld entlassen aus dem KL Sachsnhausen
Hachschara in Gut Winkel
Walter Sternfeld zur Haschara ins Gut Winkel, Zeitpunkt unbekannt
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.
Sommer 1939 Walter Sternfeld nach England
17.5.1939 Vater Max und Mutter Helene in Halle, Advokatenweg 1 a bei der Minderheitenzählung
Sommer 1939 Vater Max und Mutter Helene nach England
29.9.1939 Walter Sternfeld als Farmtrainee in Applecroft Hostel, Applecroft Road, Welwyn Garden City, Hertfordshire bei britischem Census
Werkdorp Nieuwe Sluis
25.2.1939 Bruder Fritz Sternfeld zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis, gemeldet in Barsingerhorn, nachdem er von England in die Niederlande eingereist ist
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Fritz Sternfeld mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;
12.8.1939 Ankunft von Bruder Fritz auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Halle – Prag- Theresienstadt – Auschwitz
15.9.1938 Bruder Hans emigriert nach Prag
20.11.1942 Bruder Hans von Prag deportiert nach Theresienstadt
6.9.1943 Bruder Hans und Frau Gertrud auf dem Transport C c von Theresienstadt nach Auschwitz
Gedenken
Grabstein für Zwi Sternfeld Haifa Sde Yehoshua (Kfar Samir) Cemetery
Grabstein für den Vater Nax auf dem Friedhof der United Synagogue in Willesden
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129830450
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://danielabraham.net/tree/related/dora
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316