Hans Günter Rosenheim *11.12.1916 in Berlin; ✡1942 Salaspils
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Salo Rosenheim *7.11.1872 in Magdeburg; ✡ 5.9.1933 in Berlin
Heirat der Eltern 16.11.1915 in Berlin
Mutter Charlotte Alice Crohn *25.11.1895 in Berlin;
Stiefmutter Edith gesch. Brunn, geb. Cohen
Geschwister
Eva Rosenheim *3.8.1918 in Berlin; 1.2.1943 in Auschwitz
Beruf Landarbeiter
Adressen Berlin, Sächsische Straße 7; Gut Winkel, Spreenhagen; Gelsenkirchen, Hindenburgstraße 39;
Heirat 1942 Gelsenkirchen mit Cäcilie Claire Matuszak *11.5.1923 in Gelsenkirchen; Riga-Überlebende; später in der ehemaligen DDR oo mit Eddy Schmidt; oo Ewald Baumdick
Kinder –
Weiterer Lebensweg
12.12.1928 zweite Ehe des Vaters mitEdith gesch. Brunn, geb. Cohen
Erste Polenaktion
28.10.1938 Schwester Fanny abgeschoben nach Zbaszyn
28.10.1938 Schwester Franja in Recklinghausen aus dem Zug nach Bentschen (Zbaszyn) geholt, mit dem Versprechen, sofort nach Belgien auszuwandern
Minderheitenzählung
17.5.1939 Hans Rosenheim in Berlin, Sächsische Straße 7 bei Guttmann
17.5.1939 Cäcilie Matuszak in Gelsenkirchen mit Mutter Berta und den Geschwistern Abraham, Adele und Hermann Matuszak in Gelsenkirchen, Hindenburgstraße 39
Zweite Polenaktion
1.9.1939 Polen wird von der „Wehrmacht“ überfallen
3.2.1940 Festnahme von Schwager Abraham im Lager Paderborn als „feindlicher Ausländer“
Gut Winkel
Sommer 1939 Hans Rosenheim aus Berlin zur Hachschara im Gut Winkel
Cilly Matuszak zunächst zur Hachschara in Gölsdorf bei Jessen, dann in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
In Gut Winkel ist sie mit Gertrud Weinflasz befreundet
Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.
Sommer 1939 Cilli Matuszak zur Hachschara im Gut Winkel
Juni 1941 Auflösung von Gut Winkel, Cilli Matuszak und Hans Rosenheim gehen nach Gelsenkirchen
Ghetto Riga
November 1941 Ankündigung der „Evakuierung in den Osten“ durch die Gestapo, der ursprüngliche Termin noch im Dezember kann aber wegen der Weihnachtsurlaube der Frontsoldaten nicht eingehalten werden.
Januar 1942 Heirat mit Cilly Matuszak
Mitte Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo, sich am 24.1.1942 im Sammellager Ausstellungshalle Gelsenkirchen einzufinden
Die Chronik der Stadt Gelsenkirchen verzeichnet für den 27. Januar 1942:
„In den städtischen Ausstellungshallen ist ein Judensammeltransport zusammengestellt worden. Es handelt sich um 506 Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen, die heute nach den Ostgebieten evakuiert werden. Unter ihnen befinden sich 350 Personen aus Gelsenkirchen. Vorerst verbleiben in unserer Stadt noch 132 meist alte und kränkliche Juden“.


27.1.1942 Transport über Dortmund nach Riga-Skirotawa
1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga
2.4.1942 500 junge Männer aus dem Ghetto Riga zum Aufbau des agers Salaspils; wegen der mörderischen Bedingungen in Salaspils kommen nur wenige ins Ghetto zurück
Tod von Hans Rosenheim in Salaspils
21.6.1943 Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler, alle jüdischen Ghettos im Reichskommissariat Ostland, Estland, Lettland, Litauen und Teile Weißrusslands, aufzulösen und die Juden zu Arbeitseinsätzen heranzuziehen.
Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer
3. November 1943 Auflösung des Ghetto Riga
November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung
Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga
Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof
6.8.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig
28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

Berlin – Auschwitz
1942 Schwester Eva zur Zwangsarbeit bei Siemens in Berlin

29.1.1943 Schwester Eva mit Ehemann Alfred und Sohn Denny Wolfsfeld auf dem 27. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Gedenken
14.7.2005 Page of Testimony (irrtümlich) für die Witwe Cilli von Freundin Gertrud Maier-Weinflasz
12.3.2023 Stolpersteine für Hendryk, Bertha, Max, Hermann, Irmgard, Berl und Chana Matuszak in Gelsenkirchen, Bismarckstr. 56
26.2.1979 Pages of Testimony für Schwester Eva Wolfsfeld von Cousine Ellen Schwarzweiss
Quellen
http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de/stolpersteine_familie_hendryk_matuszak_gelsenkirchen.htm
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127-Gelsenkirchen12.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420422-30.jpg
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de926980
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de952555
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11263743
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316