Kaufmann Lotte

Charlotte Lotte Leah Kaufmann

*28.3.1909 in Frankfurt;✡ 1.4.2000

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegmund Pinchas Kaufmann *13.12.1878 in Ungedanken; ✡nach Mai 1942 in Polen

Heirat der Eltern 7.6.1908 in Frankfurt

Mutter Mathilde Klein *28.11.1882 in Mannheim; ✡nach Mai 1942 in Polen

Geschwister

Gertrude Tova Kaufmann *16.3.1913 in Frankfurt; Tel Aviv

Beruf  

Adressen Frankfurt; Gut Winkel; Spreenhagen; Urfeld, Hauptstraße 78;

Heirat 1.11.1942 in Jerusalem mit Alfred Epstein *6.3.1912 Frankfurt; ✡ 1977, Jerusalem

Kinder

Gad Bernard Epstein *18.10.1943 in Jerusalem; 10.9.2011 Schweiz; oo Anca Anat Lovinescu

Daniela Epstein

Weiterer Lebensweg

Vater Siegmund war Journalist bei der FAZ

17.10.1935 Ankunft von Schwester Trude Kaufmann in Tel Aviv mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/L

Flucht in die Schweiz

Tochter Daniela berichtet, dass sie

„… in die Schweiz geflohen ist, dort bei einem evang. Pfarrer gearbeitet hat, scheinbar in Basel oder in der Nähe, dieser Pfarrer nachdem er erfahren hat, dass sie Jüdin ist, sie persönlich rausgeworfen hat zurück nach Deutschland, dort hat sie verstanden, dass die einzige „Lösung“ ist die Flucht nach Palästina, sie kam nach Berlin…“

Hachschara in Gut Winkel Gut Winkel

Lotte Kaufmann zur Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen (1)

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Hachschara in Urfeld

Lotte Kaufmann zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Seminar des Hechaluz in Urfeld Mai 1935

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 200 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

Alija

14. September 1936 Ankunft von Charlotta Kaufmann in Haifa von Triest auf der SS GALILEA

23.9.1940 Einbürgerung von Schwester Gertrud in Palästina

1.11.1942 Heirat in Jerusalem mit Alfred Epstein

Minderheitenvolkszählung

17.5.1939 beide Eltern in Frankfurt Röderbergweg 65; auf dem Röderbergweg befanden sich verschiedene bedeutende jüdische Einrichtungen so das Gumpertz’sche Siechenhaus im Röderbergweg 62-64; am Röderbergweg 65 liegen drei Stolpersteine für Ilse, Max und Minna Ledermann

Deportation der Eltern – die Piaski Transporte

1942 gibt es zwei nicht namentlich dokumentierte Transporte aus Frankfurt ins Ghetto Piaski; da von den anderen Transporten die Namen der Deportierten durch erhaltene Listen bekannt sind, darf unterstellt werden, dass die Eltern im Mai 1942 aus Frankfurt nach Piaski kamen.

8.5.42, Piaski Transport 938 Deportierte

24.5.42, Piaski Transport 959 Deportierte

Nachkriegszeit

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896750

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896986

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=3571159

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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