Schlesinger Hanna

Hanna/Johanna Schlesinger

*20.4.1915 in München-Gladbach; ✡27.1.1999 im Kibbuz Dafne

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Alfred Schlesinger *12.10.1870 in Göding, Mähren; ✡23.10.1942 in Theresienstadt

Heirat der Eltern 23.12.1912 in Köln

Mutter Elise Lenz *30.5.1878 in Köln; ✡ 7.1.1958 im Kibbuz Dafne

Großeltern Isaak Schlesinger und Hanni Schwarz

Großeltern Julius Jacob Lenz (1849-1912) und Rosalie Sternau (1849-1920)

Geschwister

Richard Jakob Schlesinger *13.10.1913 in München-Gladbach; ✡ 28.9.1996 Israel

Beruf

Adressen Mönchengladbach, Krefelder Straße/Hindenburgstraße 119; Ahlen; Augsburg; Nürnberg; Havelberg; Gut Winkel

Heirat 9.3.1939 in Nürnberg mit Heinz/Rama Abt*10.6.1915 in Mainz; ✡5.9.1992 in Dafna

Kinder drei

Mirjam Abt *11.3.1942 in Hälsingborg; oo Natan Guttman

Yoel Abt *19.8.1945 in Hälsingborg; ✡ 12.11.2012

Bilhah Abt; oo Jehuda Roth

Weiterer Lebensweg

Vier Jahre jüdische Volksschule, 9 Jahre Lyceum; 1 Jahr höhere Handelsschule

Ein Jahr Kaufmännische Lehre

Zwei Jahre als Büroangestellte in einer jüdischen Fabrik für Herrenbekleidung

Es ist ein Aufenthalt in Ahlen dokumentiert.

1935 Bruder Richard nach Luxemburg; in Altwies im Gebäude des ehem. Hotel de Paris

bestand von 1933-1938/39 ein Hachscharazentrum

1.12.1935 -1.8.1936 Heinz Abt in das Beth Chaluz des Hechaluz nach Augsburg;

es befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim

21.4. 1936 kommt auch Hanna Schlesinger nach Augsburg; von da ab gehen sie ihren Weg gemeinsam

1.8.1936-4.10.1937 Hanna Schlesinger und Heinz Abt im Beth Chaluz der Habonim (Bauleute), Nürnberg, Lindenaststraße 6;

Beth Chaluz in Nürnberg 1936

15.2.1937-1.1.1938 Hanna Schlesinger zur Ausbildung im Beth Chaluz in Hindenburg

Waldgehöft Havelberg

4.10.1937-12.3.1938 Heinz Abt als Angestellter für den Hechaluz zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht

1.1.1938 – 15.4.1939 Hannah Schlesinger in Havelberg

Im Frühjahr 1938 scheint ein Wechsel in der Trägerschaft stattgefunden zu haben; waren 1937 die Chaluzim Mitglieder des Hechaluz, so sind es im Juni 1938 ausschließlich Mitglieder des Makkabi und der Berliner Zionistischen Vereinigung BZV

Heinz Abt nach Nürnberg

Novemberpogrom

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.

Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chalutzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich TimendorferLudwig Weiss.

Die Chaluza Annette Eick berichtet:

»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«

Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.

12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.

9.3.1939 Heirat von Hanna Schlesinger und Heinz Abt in Nürnberg

21.3.1939 Alija von Bruder Richard mit einem Arbeiterzertifikat der Kategorie C/LA

Minderheitenzählung

17.5.1939 Heinz und Johanna Abt gemeldet in Nürnberg, Knauerstraße 27 im stark jüdisch geprägten Stadtteil Gostenhof (1941/42 Judenhaus)

17.5.1939 Schwiegermutter Berta Abt mit Tochter Meta in Mainz, Klarastraße 29

19.5.1939-17.8.1939 Heinz Abt ins Hachscharalager Gut Winkel

Schweden

17.8.1939 mit einer Gruppe der Mittleren Hachschara aus Gut Winkel nach Schweden

3.9.1939 Heinz und Johanna  Abt gemeldet in Fleninge, Malmöhus, Skåne

2/1943 – Oktober 1944 in Hässleholm, einem kleinen vom Hechaluz angekauften, heruntergekommenen Bauernhof zwischen Hälsingborg und Kristianstad

Oktober 1945 Heinz, Hanna Mirjam und Joel Abt auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden als alte Chawerim

Deportation Theresienstadt

25.7.1942 beide Eltern auf dem Transport VII/2 von Düsseldorf nach Theresienstadt

23.10.1942 Tod des Vaters in Theresienstadt

Alija beth

April 1947 Abreise der Familie Abt aus Schweden über Belgien

31.5.1947 Ankunft in Haifa von Heinz, Hanna, Mirjam und Joel Abt auf dem britischen Frachter SS HENDRIKO von Belgien über Alexandria

1.6.1947 Einreise in Palästina

31.8.1947 Einreise der Mutter nach Palästina

Gedenken

29.4.1922 Stolpersteine in Mönchengladbach vor dem Haus Hindenburgstraße 119 für Johanna, ihre Eltern und den Bruder Richard Schlesinger

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5089137

https://www.statistik-des-holocaust.de/TT420725-31.jpg

Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.yadvashem.org/en/photos/collection/13069463

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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