Agnes Silberberg geb. Brockmann
*8.6.1878 Koschmin; ✡ März 1943 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Adolf Brockmann *27.2.1854 Kaliski ✡ ?
Mutter Ernestine Fuchs *18.12.1849✡ 26.11.1909 in Breslau
Geschwister
Max Brockmann *20.11.1880 in Koschmin ; ✡ 11.5.1928 in Berlin; oo Anna Kaliske
Beruf Hausfrau, Arbeiterin
Adressen Prenzlau, Bergstraße 4, Allbau 255 a; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat 1901 in Koschmin
Philipp Silberberg *28.1.1864 in Hohenstein Osterode; ✡ 4.11.1904 in Prenzlau
Kinder Charlotte Silberberg *8.12.1904 in Prenzlau; ✡ März 1943 in Auschwitz
Weiterer Lebensweg
Gut Winkel
Agnes und Charlotte Silberberg zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
19. Juni 1941 Auflösung Gut Winkel wird vom Hachschara- zum Arbeitseinsatzlager
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Agnes und Charlotte Silberberg in Prenzlau, Allbau 255 a
September 1939 Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow
Deportation
Fabrikaktion – 31. Osttransport nach Auschwitz
1943 noch etwa 20 Chawerim im Arbeitseinsatzlager Gut Winkel, Spreenhagen
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
27.2.1943 Räumung des Arbeitseinsatzlagers Gut Winkel; Verbringung der Inhaftierten ins Sammellager nach Berlin, Große Hamburger Straße
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.
2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:
„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“

1.3.1931 – aus Gut Winkel auf dem 31. Osttransport mit 3222 Juden von Berlin nach Auschwitz; unter den 19 Chawerim sind 8 Ehepaare

Bei der Ankunft an der Rampe von Auschwitz werden 677 Frauen und Männer zur Zwangsarbeit ins Lager selektiert; vergeben werden die Häftlingsnummern: 36546 – 36930 (385 Frauen) und 104598 – 104889 (292 Männer). Von den 19 Chawerim erhalten nur 4 eine Häftlingsnummern
Heinz Kosiner 104787, Max Lindenstraus, Arno Michlowitz 104837, Rudi Moses 104831
Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212452
https://victims.auschwitz.org/victims
https://www.prenzlau.eu/cms/detail.php/bb3.c.284419.de
Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316