Benno Eisen
*1.8.1912 in Berlin; ✡ April 1986 in Miami, USA
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Pinkas Eisen *1.10.1887 in Rawa; ✡ ?
Heirat der Eltern 24.10.1911
Mutter Emma Löwenthal *2.12.1891 in Freystadt, Westpreußen; ✡ vor 1944 in Auschwitz
Geschwister
Dora Eisen *21.4.1918 in Berlin ; ✡2/1987 USA; oo Szloma Pieprzynski/Saul Pepper; Sohn Peter Pepper
Beruf Schneider; Landarbeiter
Adressen Berlin, Prenzlauer Berg, Metzer Straße 27; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat ?
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Gut Winkel
1939 Benno Eisen zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
30.6.1938 Benno Eisen noch nicht auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Benno Eisen in Spreenhagen, Gut Winkel
17.5.1939 Schwester Dora und Mutter Emma Eisen in Berlin Prenzlauer Berg, Metzer Straße 27
September 1939 Benno Eisen auf der Liste des Landrates für Gut Winkel
Fabrikaktion
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.
Bei der Fabrikaktion im März 1943 waren die Arbeitseinsatzlager in Brandenburg zunächst von den Deportationen ausgespart geblieben: In einer Dienstanweisung der Gestapo Frankfurt/Oder vom 24.2.1943 heißt es dazu:
„Die in Betrieben beschäftigten Juden dürfen, sofern sie in geschlossenen Lagern – wie Neuendorf i. S., in Waldlagern usw. – untergebracht sind, bei dieser Aktion nicht erfasst werden.
Polnische Juden, die getrennt […] in verschiedenen Betrieben beschäftigt und in geschlossenen Lagern untergebracht sind, dürfen bei dieser Gelegenheit nicht erfasst werden.“
Verbringung der Juden aus den Zwangseinsatzlagern nach Frankfurt/Oder und von dort mit der Bahn nach Berlin ins Sammellager Große Hamburger Straße.
1941-1945 tauchen etwa 7000 Berliner Juden unter.
Juni 1943 lebten noch tausende Untergetauchte in Berlin.
März 1943 Dora und die Mutter Emma gehen ins Versteck; Benno, der noch auf einem Bauernhof arbeitet, folgt den beiden später.
27.6.1943 Mutter Emma wird im Versteck entdeckt und auf den nächsten Auschwitz-Transport gesetzt.

4.8.1943 Mutter Emma auf dem 40.Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Mai 1945 Benno und Dora Eisen überleben im Versteck wie ca. 1.500–1.700 weitere „U-Boote“
Nachkriegszeit
Benno und Dora Eisen in Berlin, Kantstraße 74

21.4.1947 Benno und Dora Eisen im Assembly Center Berlin

28.4.1947 Ankunft von Benno und Dora Eisen auf dem US-Transporter USS MARINE MARLIN von Bremerhaven nach New York

Gedenken
Quellen
https://archives.cjh.org/repositories/5/resources/16182
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1020016
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/66978229
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/106718348
https://archives.cjh.org/repositories/5/resources/16182
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7346); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316