Adolf Ascher Endzweig
15.2.1925 in Berlin; Überlebender; ✡ ?
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Moses Endzweig *15.2.1902 Pruchnik, Lemberg; ✡ 5.4.1940 in Sachsenhausen
Mutter Ruchla Regina Westreich *9.12.1897 Kanczuga, Lemberg; ✡ 22.10.1942 in Riga
Neun Schwestern
Edla *1922, Fanny *1923, Betty *1926, Frieda *1928, Lilly *1933, Paula *1929, Sofie *1935, Gisela *1937; Hanny Endzweig (1931-1933) wurde nur zwei Jahre alt
Beruf Landarbeiter
Adressen Berlin, Gipsstraße 10; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat 19.3.1947 in Haifa mit Margot Herschenbaum *1926
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Adolf Endzweig mit den Eltern und acht Schwestern in Berlin, Gipsstraße 10
Polenaktion
28.10.1938 Von der Ersten Polenaktion mit Abschiebungen nach Zbaszyn bleibt die Familie Endzweig wegen Staatenlosigkeit verschont.
Zweite Polenaktion
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
Im Laufe des Jahres 1939 war es weiterhin zu zahlreichen Ausweisungen polnischer Juden gekommen: Jedoch nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen wurden Anfang September auf Befehl des Chefs der Sicherheitspolizei Reinhard Heydrich reichsweit systematisch die Rückkehrer und bisher nicht erfassten polnischen Juden sowie auch die Funktionäre polnischer Verbände verhaftet und in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen interniert
7.9.1939 Anweisung des RSHA. Alle polnischstämmigen Juden und Funktionäre polnischer Verbände als feindliche Ausländer zu verhaften.
7.9.1939 FS-Erlass des Chefs der Sicherheitspolizei (SD) Himmler
7-9.9.1939 Anordnung per Funkspruch Juden mit polnischen Wurzeln als feindliche Ausländer zu verhaften
September 1939 Verhaftung des Vaters in Berlin
14.9.1939 Einweisung des Vaters in das KL Sachsenhausen
5.4.1940 Tod des Vaters im KL Sachsenhausen wegen „Darmkatarrh“
Hachschara in Hamburg
10.5. bis 15.10.1940 in Hamburg, Altona, Blankenese, Wilhelminenhöhe, Rissener Landstraße 127
Gut Winkel

15.10.1940 Adolf Endzweig von Hamburg zur Fortsetzung der Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
Alija
Daten zu seiner Alija liegen nicht vor. Angeblich soll er einer der wenigen Überlebenden des Kladovo-Transportes sein. Dazu passen aber die Daten des Eintritts in Gut Winkel nicht .
Massenerschießung in Riga
Verbringung von 965 Juden aus Berlin, darunter 59 Kinder aus dem Baruch-Auerbachschen Waisenhaus in der Schönhauser Allee 162 in die Sammelstelle Levetzowstraße

19.-22.10.1942 Mutter Ruchla mit den Schwestern Edla, Fanny, Gisela, Lilly, Paula und Sofie auf dem 21. Osttransport von Berlin nach Riga;

22.10.1942 nach Ankunft in Riga-Skirotawa werden 81 Männer zur Zwangsarbeit weggeführt, alle anderen werden im Hochwald von Bikernieki erschossen.
Nachkriegszeit

19.3.1947 Heirat in Haifa mit Margot Hirschenbaum *1926
1959 „Wiedergutmachungsverfahren“ Adolf Ascher Endzweig, Haif, Raanana Street 3 gegen das Deutsche Reich; u.a. wegen Bankguthaben.- Hausrat.- Umzugsgut.- Lifte.- Pelze.- Elektrische Geräte.- Radios
Gedenken
21.11.1956 Pages of Testimony für die Eltern von Schwester Betty Endzweig bei Yad Vashem
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1018558
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1018633
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1018648
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11228865
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot21.html
https://victims.auschwitz.org/victims
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage