Dora Lea Dorothy Treff
*10.2.1925 Berlin; ✡?, USA
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Chaskel Heinrich Treff *14.2.1895 in Dukla, Galizien; ✡?
Mutter Natalja Feniger *11.6.1897 in Dukla; ✡?
Großeltern Alter Feniger und Scheindel Ehrenreich
Tanten
Rosa Margulies geb. Treff *7.5.1898 in Dukla;
Rosa Feniger *18.6.1893 in Dukla; Amsterdam; Überlebende
Onkel
Samuel Treff *4.9.1892 in Dukla; ; Überlebende; USA
Geschwister
Jacob Isaak Treff *10.12.1923 in Leipzig; ✡ ?, in USA
Auf der Webseite DOKIN registrierte Cousin/en/s, die auch nach Holland flüchteten
https://dokin.nl/surviving-children/Manfred-Margulies-born-23-Sep-1927
https://dokin.nl/deceased-children/Thea-Margulies-born-19-Jun-1926
https://dokin.nl/deceased-children/Deborah-Treff-born-24-Feb-1923
https://dokin.nl/surviving-children/Josef-Arnold-Treff-born-31-Mar-1926
https://dokin.nl/deceased-children/Deborah-Slata-Treff-born-25-Dec-1922
https://dokin.nl/deceased-children/Fanni-Treff-born-15-Aug-1930
https://dokin.nl/deceased-children/Lia-Treff-born-5-Nov-1924
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin; Pflegerin
Adressen Berlin, Claudiusstraße 15
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Vor 1925 Umzug der Familie von Leipzig nach Berlin

14.4.1931 Einschulung von Dora Treff in die jüdische Volksschule in Berlin
Erste und zweite Polenaktion
28.10.1938 Vater abgeschoben aus Berlin nach Zbaszyn
Juli 1939 Rückkehr des Vaters nach Berlin; er wohnt bei seiner Schwester Rosa Margulies in der Wallnertheaterstraße 10
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
7.-9.9.1939 Verhaftung der Männer mit polnischen Wurzeln als „feindliche Ausländer“
20.12.1939 Verlegung des Vaters in das KL Sachenhausen
22.2.1940 Tod des Vaters im KL Sachsenhausen
1939 Flucht der Mutter nach Antwerpen; Bleekhopstraße 62
Kindertransport
Dora mit Bruder Jakob auf dem Kindertransport von Berlin nach Amsterdam
9.12.1938 Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321
25.12.1938 Koloniehuis Sonsbeek, Schelmseweg 5, Arnhem
9.1.1939 Lea ins Huize Ockenburgh
15.10.1939 Lea Treff in das Huis ten Vijver, ScheveningenJ
Jeugdalijah
Im September 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige. Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden
Het Paviljoen Loosdrechtse Rade
Von September 1939 bis August 1942 fanden hier 99 Bewohner Zuflucht.
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde die Bewohner kurzfristig nach Alkmaar evakuiert.
13.2.1940 Jacob Treff in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“
20.2.1940 Schwester Lea folgt nach Loosdrecht, „het Paviljoen“
Mai 1941 sind beide Geschwister noch in „Het paviljoen“ gemeldet
9.9.1941 abgemeldet zu Verwandten in Utrecht, Bloesemsstraat 17
Bruder nach Belgien, 1945 aus dem Versteck wiederaufgetaucht
Au-Be 170
Au-Be 170 Abkürzung für ‚Ausnahmebescheinigung‘. Im Sommer 1943 wurde eine Liste aufgestellt, auf der ca. 170 Personen aufgeführt wurden. Sie waren bis auf weiteres von der Deportation ausgeschlossen. Obwohl ein Großteil der Juden und Jüdinnen zu dem Zeitpunkt bereits deportiert wurde, wollte Aus den Fünten (Leiter der Zentralstelle) den Amsterdamer Judenrat nicht vollständig auflösen.

Dora Treff steht als Pflegerin im Nederl. Israel. Ziekenhuis (NIZ) auf der Ausnahmeliste (AuBe) des Joodsche Raad
Westerbork Theresienstadt
14.8.1943 Dora eingewiesen ins polizeiliche Juden Durchgangslager Westerbork.
18.1.1944 Dora Treff von Westerbork angeblich auf dem Transport XXIV/2 nach Theresienstadt, sie dürfte aber wohl auf dem Transport vom 11./12.1.1945 nach Bergen-Belsen gewesen sein.
Freiheitstransporte von Bergen-Belsen nach St. Gallen
Am bekanntesten ist in St. Gallen heute der Transport mit 1.200 Häftlingen aus Theresienstadt, die im Februar 1945 nach St. Gallen kamen. Nur wenig bekannt sind die beiden Transporte aus dem KZ Bergen-Belsen vom Dezember 1944 (Kasztner II) und Januar 1945.
Deutsch-amerikanischer Zivilinternierten-Austausch
21.1.1945 300 Austauschhäftlinge mit US- und lateinamerikanischen Pässen von Bergen über Berlin, Halle, Nürnberg nach Biberach
23.1.1945 Zwischenhalt in Biberach/Riss und Ravensburg, 40 Personen müssen in Biberach in das Kriegsgefangenenlager Lindele, 90 in Ravensburg aussteigen, um amerikanischen Kriegsgefangenen Platz zu machen.
Weitertransport in die Schweiz
25.1.1945 136 Bergen-Belsen-Häftlinge weiter nach Konstanz, Kreuzlingen, hier werden erste Schwerkranke in das Kantonsspital Münsterlingen verbracht.
25.1.1945 Weiterfahrt nach St. Gallen, Dora Treff mit weiteren Kranken im Hospital in St. Gallen;
25.1.1945 die übrigen kommen in provisorische Notlager in Bühler
30.1.1945 nach Genf von dort durch Frankreich nach Marseille
8.2.1945 Einschiffung in Marseille, Abreise von Dora Treff
9.2.1945 Ankunft der Flüchtlinge mit zweifelhaften Papieren im UNRRA-Camp Jeanne d’Arc in Philippsville in Algerien
21.2.1945 Ankunft der „echten“ US-Bürger auf der SS GRIPSHOLM in New York


Mai 1945 Dora Treff irrtümlich in Algier notiert , nach einer in London erstellten Liste holländischer Juden im UNRRA Camp Jeanne d’Arc in Philippsville in Nordafrika

8.-21.2.1945 Dora Treff auf der SS GRIPSHOLM von Marseille nach New York

Ziel Mutter Natalia Treff in Cleveland
Antwerpen-Camp Les Milles-Marseille-Casablanca-Vigo- New York- Cleveland
1939 Flucht der Mutter nach Antwerpen
10.5.1940 Einfall der Wehrmacht in Belgien
10.5.-15.5.1940 Ausweisung aller deutschen Flüchtlingen aus Belgien als „feindliche Ausländer in Absprache mit Frankreich, Abschiebung in die südfranzösischen Lager.
Camp des Milles als Sammellager für Emigranten; von Marseille nach Casablanca

5.-24.3.1941 Mutter Natalia auf der SSMAGELLANES von Vigo, Portugal nach New York

Ziel ist ihr Schwager Samuel Treff in Bronx, N.Y.
Gedenken
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Quellen
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12676930
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130386421
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4127661
www.dokin.nl/surviving_children/jacob-isaak-treff-born-10-dec-1923/
http://dokin.nl/surviving-children/Dora-Lea-Treff-born-10-Feb-1925
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939