Zeichner Erna

Erna Zeichner/Esther Shuldmann

*26.10.1922 in Klagenfurt; ✡ 14.2.2017 in Bet Shemesh

Staatsangehörigkeit Österreichstaatenlos

Religion jüdisch

Vater Moritz Zeichner *23.3.1888 Jablonow, Galizien; ✡ 9.3.1970 in Israel

Mutter Bertha Spitz *4.3.1894 in Tulln; ✡ ca 1942 in Kielce

Geschwister

Esther mit Bruder Otto in Klagenfurt 1938

Otto Joshua Zeichner *19.2.1921 in Klagenfurt; ✡ 11.8.1943 in Auschwitz

Beruf Schülerin; Lehrerin für Deutsch und Englisch

Adressen Klagenfurt, Adlergasse 14;

Heirat  Shlomo Schuldmann *; ✡ ?

Kinder

Weiterer Lebensweg

1938 Bruder Otto Zeichner Student an der Handelsakademie in Klagenfurt

„Anschluss“ Österreichs

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

ASR-Aktion in Wien

Die erste Welle vom 21. bis 30. April 1938 ist wenig bekannt; hierbei wurden 1500 bis 2000 Personen verschleppt. Die zweite Welle „Juni-Aktion“ erfolgte am 13.-18. Juni mit etwa 7500 Juden

Juni 1938 Vater Moritz in der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ verhaftet

20.6.1938 „Schutzhaft“ angeordnet

25.6.1938 als ASR-Jude“ eingesperrt im KL Dachau

23./24.9.1938 Verlegung des Vaters aus dem KL Dachau in das KL Buchenwald

8.11.1938 Die bereits angeordnete Entlassung „auf Grund des Mordes an v. Rath zurückgezogen“

16.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald

Kibbuz Franeker

20.3.1939 Otto Zeichner aus Klagenfurt kommend angemeldet im Misrachi Kibbuz Franeker

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)

Verbringung ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass sie „nur“ in das Kamp Westerbork müssen

Kamp Westerbork

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner.

Sein Freund Max Bollegraf schreibt über ihn:

„Als er in das Kamp Westerbork kam, wollte ich versuchen, ihn dort herauszuholen, aber er wollte das nicht. Er hatte eine Freundin dort und wollte diese nicht im Stich lassen.“

15.7.1942 Otto Zeichner zusammen mit Hans Cohn, Walter Goldschmidt, Mimi Brandweiner und Isidor Malz auf dem ersten Transport von Westerbork nach Auschwitz. Hans Cohn wird von Kommandanten Schol als sein Gärtner von der Liste genommen.

11.8.1943 Tod in Auschwitz

Der Kladovo-Transport, Sonderhachschara 5

Vom Hechaluz Österreich organisierte Alija beth, Sonderhachschara SH-5 mit dem Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Mittelmeer letztlich Palästina illegal zu erreichen.

24./25.11.1939 Erna Zeichner mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag

Anfang Dezember auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava

12.12. 1939 weiter nach Bezdan

14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise

18.12.-30. 12.1939 in Prahovo

31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord

Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben

Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft

18.8.1940 Ausstellung eines Pass für Erna Zeichnerin Kladovo

19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt

Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher

März 1941 in Kladovo treffen 140 Studentenzertifikate von der WIZO für weibliche Jugendliche unter 18 Jahren ein; (BIII) Studentenzertifikate mit der Verpflichtung die Ausbildung fortzusetzen. Erna fälscht den Geburtsjahrgang auf 1924 und gibt an, sie sei erst 17 Jahre alt.

März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Schwester Erna; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut

März 1941 in Istanbul; Erna Zeichner 3. von links (ganz vorn)

30.3.1941 Ankunft in Haifa; 4 Wochen in Atlit interniert

6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien

August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert

11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp

12./13. Oktober 1941 Massenerschießung in Zasavica von 2100 Geiseln als Racheaktion für 21 tote deutsche Soldaten

Januar 1942 die Frauen und Kinder werden ins KL Sajmiste deportiert

19.3. -10.5.1942 jede Woche werden Frauen unter Herbert Andorfer während eines vorgeblichen Transportes in einem Gaswagen ermordet.

Alija beth auf der SS LIESEL

17.5.1939 Vater Moritz Einschiffung im rumänischen Donauhafen Tulcea mit 906 Maccabi-Revisionisten auf den griechischen Dampfer SS LIESEL

2.6.1939 von Schiffen der Royal Navy vor Palästina aufgebracht

3.6.1939 Ankunft in Haifa

4.6.1939 Entlassung von Vater Moritz mit allen Passagieren

Gedenken

Sein Freund Max Bollegraf schreibt über ihn:

„Er war sehr beliebt in der Gruppe und bei seinem Bauern Kikstra.“

1.11.1955 Page of Testimony für Otto und Mutter Berta von seinem Vater Moshe Zeichner

1992 Page of Testimony für Otto und Mutter Berta von seiner Schwester Esther Schuldmann

Quellen

https://www.neue-heimat-israel.at/home/esther-schuldmann

Zeichner Otto

https://www.joodsmonument.nl/nl/page/226614/otto-zeichner

https://www.myheritage.de/research

https://www.neue-heimat-israel.at/home/esther-schuldmann

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130404918

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429309

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

https://www.joodsmonument.nl/en/page/226626/malvine-brandweiner

https://danielabraham.net/tree/related/dora

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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