Blumenthal Hans

Hans Blumenthal

*25.4.1915 in Berlin; ✡ 8.11.1942 Auschwitz

Staatsangehörigkeit  deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Heinz Heinemann Blumenthal *27.10.1881 in Londorf; ✡ 3.3.1943 Auschwitz

Mutter Frida Katz *20.1.1933 in Hannover; ✡ 26.3.1933 in Ilsenburg

Großvater Jakob Blumenthal *1.7.1851 in Londorf; ✡18.2.1828 in Londorf

Großmutter Jettchen Gitel Kadden *3.4.1855 Josbach; ✡28.9.1942 Theresienstadt

Geschwister

Henni Blumenthal *18.6.1909 Berlin; ✡ 27.8.2015 Holon; oo Carl Hirsch Eichelberg

Beruf Landwirtsch. Lehrling

Adressen Berlin; Wolzig;

Heirat  ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Das jüdische Jugend-und Lehrheim in Wolzig

November 1929 Eröffnung der Erziehungsanstalt für verwahrloste Jugendliche in Wolzig bei Berlin

Träger war der Deutsch-Israelitische Gemeindebund

Anfang 1933 befanden sich in dem Heim 68 Jungen

Überfall der SA auf das Jugend-und Lehrheim in Wolzig

Laut Auskunft der Gedenkstätte Sachsenhausen, handelte es sich „um das jüdische Erziehungsheim Wolzig bei Königs-Wusterhausen, eine 1929 gegründete reformpädagogische Einrichtung, die ab 1933 von der Umgebungsgesellschaft feindselig betrachtet wurde. Unter dem Vorwand kommunistischer Umtriebe überfiel eine SA Einheit das Heim und verschleppte am 7.6.1933 40 Jugendliche zwischen 13 und 19 ins KZ Oranienburg, wo sie bis zum 10.7.1933 festgehalten wurden.

7.6. 1933 Der jüdische Gärtner R. Goldschmidt berichtet:

„Um 4 Uhr früh erschien ein Lastwagen mit SA. Die Männer waren bewaffnet, ein Gruppe umstellte das Heim, andere verschafften sich gewaltsam Zutritt, und mit Gebrüll jagte man die Erschrockenen mit Hilfe des Gewehrkolbens aus den Betten zum Hof. Er gab Fußtritte, und Gummiknüppel traten in Aktion, bis die Aufstellung in Marschordnung vollzogen war. Zur gleichen Zeit ging eine andere Gruppe ins Heim und versteckte unter Matratzen, Schränken und Schreibtischen Revolver, Seitengewehre, Totschläger, kommunistische Flugblätter, Broschüren und Bildmaterial gegen das Dritte Reich.“

9.6. 1933 Schreiben des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes an den Regierungspräsidenten in Potsdam:

„In dieser Zeit wurde das Heim durchsucht. Es wurde unter dem Kopfkissen des Zöglings Werner Treuherz eine Schußwaffe gefunden. Treuherz wurde gerufen und gefragt, wie lange er schon in dem Bett, in dem die Waffe gefunden worden sei, schlafe. Er erwiderte: >>Ein Jahr << und bekam zur Antwort: »Und dann hast du nicht bemerkt, daß du eine Pistole unter dem Kopfkissen hast? « Nach Aussage des zurückgebliebenen Personals sollen auch einige Schriften gefunden und beschlagnahmt worden sein.“

Und weiter:

Es wurden, nachdem der Landrat des zuständigen Kreises Beeskow-Storkow telefonisch von dem Ergebnis der Durchsuchung verständigt war, verhaftet: Direktor Oskar Friedmann, Gärtner (Richard) Goldschmidt, Bürohilfe Betty Armer, Erzieher Max Gebhard, Erzieher Fritz Hirsch, Zögling Werner Treuherz. Die genannten Verhafteten und außerdem sämtliche Zöglinge des Heim es wurden gegen 10 1/ 2 Uhr vormittags auf Lastautos verladen und nach Angabe von SA-Leuten in das Konzentrationslager nach Oranienburg überführt.

Die Verhafteten sind nach Berlin gebracht worden.“

6.7.1933 Tag des Verhörs von Hans Blumenthal im KL Oranienburg; er gibt an, von einer kommunistischen Gruppe nichts zu wissen.

10.7.1933 Entlassung aus dem KL Oranienburg

Flucht nach Antwerpen

10.5.1940 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich

Völkerrechtswidrige Abschiebung der deutschen Flüchtlinge als „feindliche Ausländer“ von Belgien in die Lager in Südfrankreich

1940 inhaftiert in Sainte Livrade -Villemur, Bordeaux

Internierung im Camp St. Cyprien

8.10.1942 Verhaftung in Nicole, Lot-et-Garonne

Verlegung nach Drancy

4.11.1942 Deportation von Hans Blumenthal auf dem Transport 40, Zug DA 901/35 von Drancy nach Auschwitz

Gedenken

19.4.1999 Page of Testimony von Schwester Henni Eichelberg-Blumenthal

Quellen

Klaus Drobisch, Überfall auf jüdische Jungen im Juni 1933; Dokumente; 1993

„The Times“ vom 19. September 1933 „Life in a Nazi camp. A farm student’s experience“

Mitteilungen von Astrid Ley, Gedenkstätte Sachsenhausen

https://www.myheritage.de/research

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1039040

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My