Hanna Cecilia Silberberg
*18.10.1928 in Arnheim; ✡ 4.10.1947 in Arnheim
Staatsangehörigkeit niederländisch
Religion jüdisch
Vater Ludwig Silberberg *5.11.1886 in Grätz; ✡3.1.1945 Bergen-Belsen

Mutter Ilse Silberberg geb. Plaut *3.5.1895 in Siegen; ✡ 6.5.1945 in Tröbitz
Großvater Arnold Aron Plaut*11.1.1861 in Frankenhausen; ✡ 27.4.1939 in Köln
Großmutter Jeanette Oestreicher *7.1.1872 in Achaffenburg; ✡ 2110.1937
Großvater Marcus Max Silberberg *4.12.1852 in Bojanowo; 27,2,1935 in Berlin
Großmutter Cäcilie Jacoby *1858 in Grätz
Onkel Hans Plaut*1.7.1899 in Siegen; ✡ 4.1.1952 in Sydney
Bruder

Heinz Raphael Silberberg *4.12.1920 in Berlin; ✡10.11.1942 in Mauthausen; oo Jette Rachel Hoogstraal (*29.7.1920 in Assen)
Beruf Schülerin
Adressen Arnheim, Apeldoornscheweg 62, Steijnstraat 29 (1928, Roëllstraat 13 (1935), Bovenbrugstraat 9 (1941)
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
19.10.1927 Emigration von Ilse, Ludwig und Heinz Silberberg nach Arnheim

10.11.1928 nach Hannas Geburt sucht die Familie eine Haushilfe; Anzeige in Arnhemsche Courant
Ilse Silberberg dort Leiterin des Waisenhauses für Jungen
Ludwig Silberberg ist Mitglied im Vorstand des Altenheims; Diplomingenieur
Kamp Westerbork
4.8.1943 Hanna Silberberg mit den Eltern Ilse und Ludwig aus Arnheim eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.-12.1.1944 Familie Silberberg auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
Sternlager Bergen-Belsen
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
3.1.1945 Tod des Vaters Ludwig Silberberg in Bergen-Belsen
„Verlorener Zug“
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
23.4.1945 die Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz; Befreiung durch die in Tröbitz eintreffende 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

6.5.1945 Tod der Mutter Ilse Silberberg in Tröbitz
31.5.1945 Einreise von Hanna Silberberg in die Schweiz (TBC?)

17.9.1945 Hanna kehrt als Überlebende des Verlorenen Zuges in die Niederlande zurück
4.10.1947 Tod von Hanna Silberberg in Arnheim
Mauthausen 1942
14.4.1942 Heirat von Bruder Heinz mit Jette Hoogstraal in Amsterdam
Jette und Heinz Silberberg gehen nach Arnheim, um dort unterzutauchen
Heinz Silberberg war aktives Mitglied des Makkabi Hazair; als er nach der Hochzeit mit seiner Frau in Arnheim untertauchen will, vermittelt ihm ein von früher bekannter Chawer aus Arnheim eine Versteckadresse.
Alle bei Razzien verhafteten Juden wurden zur „Sonderbehandlung“ Mauthausen deportiert.
5.11.1942 Einweisung in das KL Mauthausen, es muss sich hier um einen Einzelstraftransport gehandelt haben. Der einzige in dem fraglichen Zeitraum dokumentierte Transport ging am 9.11.1942 mit 236 Gefangenen aus dem SS-Lager in Breendonk in Belgien in das KL Mauthausen
Die Einweisung in das als Stufe III kategorisierte Lager Mauthausen bedeutete dabei faktisch eine Verurteilung zur „Vernichtung durch Arbeit“ im dortigen Steinbruch.
(Laut Erlass von Reinhard Heydrich: „Stufe III: Für schwer belastete, insbesondere auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale, d. h. kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge, das Lager: Mauthausen.“)
In Mauthausen werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch, oftmals tödliche medizinische Experimente und Giftinjektionen ermordet.

10.11.1942 Tod des Bruders Heinz Silberberg in Mauthausen; offizielle Diagnose Lungenentzündung
Gedenken
Grabstein für Onkel Hans Plaut in der Rookwood Necropolis: Section G, Sydney; Inschrift: His Duty Fearlessly & Nobly Done. Ever Remembered
17.7.1955 Page of Testimony für Rafael Silberberg von seiner Frau Jael Lanir
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1567358
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1160615
Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946
Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv
Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373622
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373643
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130373631
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1761602
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer