Luis Gerd Adelsheimer
*24.7.1922 in Osnabrück; ✡ 25.7.1941 Mauthausen
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Adelsheimer *18.1.1892 in Lemförde ; ✡ 2.7.1943 in Sobibor
Mutter Lea Strauch *4.4.1893 in Linden; ✡ 2.7.1943 in Sobibor
Großeltern Louis Adelsheimer und Paulina Baer aus Laer
Verwandte aus Lemförde
Laura Adelsheimer *2.10.1897 in Lemförde; ✡ 23.11.1943 in Auschwitz
Hans Adelsheimer *2.6.1924 in Lemförde ; ✡ 1.6.1981 Naharija; SS PATRIA
Verwandte aus Schermbeck
Hulda Adelsheimer *5.8.1886 in Schermbeck; ✡ vor 1944 Polen
Johanna Adelsheimer *17.7.1894 in Schermbeck; ✡ USA; oo Louis Silbermann
Beruf Apothekenassistent
Adressen Osnabrück; Lemförde; Amsterdam,
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg

1937 Cousin Hans Adelsheimer ins Internat der Schule/Gartenbauschule in Ahlem
17.5.1939 Hans Adelsheimer in der Isr. Gartenbauschule Ahlem bei der Minderheitenzählung
17.5.1939 Laura Adelsheimer in Mannheim S1 12 III mit Sohn Samy bei der Minderheitenzählung
August 1940 Alija beth von Cousin Hans Adelsheimer auf der SS PACIFIC/PATRIA
23.5.1941 Emigration der Tante Johanna mit ihren Töchtern Marga und Hilde aus Berlin in die USA
Flucht in die Niederlande
1937 Gerd mit den Eltern Adelsheimer nach Den Haag

28.7.1937 Gerd mit den Eltern von Den Haag nach Amsterdam
Die Eltern eröffnen eine Pension in der Zuider Amstellaan 114
10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.
10.1.1941 Beginn der systematischen Registrierung der Juden in den Niederlanden

3.12.1942 Verlegung der Pension in die Spitskopstraat
Auflösung des Werkdorp
20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:
„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.
Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam
Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“
Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“
27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;
11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer
1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes
Zweite große Razzia in Amsterdam
14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard-Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle
Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden; bei der zweiten Razzia nutzen die Deutschen Adresslisten und gehen gezielt zu den Häusern von dem sie wissen, dass dort Juden leben.
11.6.1941 SS-Obersturmführer Klaus Barbie von der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam“ erschleicht sich durch Täuschung die Adresslisten der „Werkdorper“
11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.
Von Dezember 1940 bis August 1941 war SS-Untersturmführer Hans Stöver Kommandant des Camp Schoorl
Der Werkdorper Bernard Natt,, ein Cousin von Lotte Brück, beschreibt die Razzia des 11. Juni 1941:
„Am Mittwochabend, dem 11. Juni 1941, besuchte ich mit Lotti in der Stadsschouwburg eine Aufführung von Griegs Oper „Per Gynt“. Es war eine schöne, angenehme Aufführung. Es war auch das letzte Mal, dass ich mit Lotti ausgegangen bin. Auf dem Heimweg trafen wir einige Freunde vom Werkdorp. Sie waren sehr aufgebracht und teilten uns mit, dass unsere Mitbewohner des Werkdorps noch am selben Abend von der Gestapo festgenommen worden seien.
22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; dort werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet; keiner überlebt das Jahr 1941
25.7.1941 offizielles Todesdatum von Gerd Adelsheimer im KL Mauthausen, angeblich wegen „Herzschwäche“
Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden
22.10.1940 Tante Laura und Sohn Samy Adelsheimer auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.
März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.
Tante Laura und Sohn Samy Adelsheimer werden nach Rivesaltes verlegt
20.11.1943 Tante Laura Adelsheimer auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz
Kamp Westerbork
29.4.1942 alle Juden in den Niederlanden müssen den „Judenstern“ tragen
1943 Einweisung der Eltern in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

29.6.1943 Deportation der Eltern von Westerbork nach Sobibor
2.7.1943 Tod der Eltern in Sobibor
Gedenken
14.11.2009 Stolpersteine für Tante Hulda und ihre Familie Zadek in Berlin, Neukölln
Quellen
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Adelsheimer%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Adelsheimer%20Luis%22%7D
Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5146750
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer