Pinkus Georg

Georg Pinkus

*25.1.1912 in Pless ; ✡ 12./13.10.1941 in Zasavica

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Max Pinkus *2.4.1884 in Oppeln; ✡ 11.2.1943  in Auschwitz

Mutter Cilly Freiman *31.10.1889 in Langendorf; ✡ 1942

Geschwister

Margot Ilse Pinkus *6.1.1914 in Pless; ✡ 1942 Ghetto Belzec

Henriette Käthe Pinkus 4.2.1923 in Pless; ✡ 1942 Ghetto Belzec

Beruf

Adressen Pless; Chemnitz; Gut Winkel

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

10.11.1938 Georg Pinkus und Vater Max verhaftet in Chemnitz im Novemberpogrom,

10.11.1938 „Schutzhaft“ mit dem Vater in Buchenwald

16.12.1938 Entlassung des Vaters aus Buchenwald mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

11.1.1939 Entlassung von Georg Pinkus aus Buchenwald

1.April 1939 Georg Pinkus abgemeldet aus Chemnitz zur Emigration nach England

Gut Winkel

1939 Georg Pinkus zur Hachschara ins Umschulungslager Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.

17.5.1939 Georg Pinkus in Gut Winkel bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Georg Pinkus, beide Eltern und Schwestern in Chemnitz bei Minderheiten-Volkszählung

Der Kladovo-Transport

Vom Hechaluz Österreich organisierte Alija beth, Sonderhachschara SH-5 mit dem Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Mittelmeer letztlich Palästina illegal zu erreichen.

19.11.1939 Georg Pinkus mit anderen Chaluzim aus Gut Winkel (9) und Ahrensdorf (15) mit der Bahn nach Berlin: Martin Hirsch, Madrich in Ahrensdorf, begleitet die Chaluzim und war einer der Leiter der Sonderhachschara 5.

21.11.1939 von Berlin Bahnfahrt nach Wien.

24./25.11.1939 mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag

Anfang Dezember auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava

12.12. 1939 weiter nach Bezdan

14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise

18.12.-30. 12.1939 in Prahovo

31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord

Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben

Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft

18.8.1940 Ausstellung eines Pass für – in Kladovo

19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt

Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher

März 1941 in Kladovo treffen 140 Studentenzertifikate von der WIZO für weibliche Jugendliche unter 18 Jahren ein (BIII Studentenzertifikate mit der Verpflichtung die Ausbildung fortzusetzen)

März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Ursel Marcuse, Netty Lychenheim und Irmgard Höchster -letztere kurz vor ihrem 18. Geburtstag; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut

30.3.1941 Ankunft in Haifa; 4 Wochen in Atlit interniert

6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien

August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert

11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp

12. und 13. Oktober 1941

Massenerschießung in Zasavica von 2100 Geiseln auf Befehl von General Franz Böhme von Einheiten der Wehrmacht als Racheaktion für 21 tote deutsche Soldaten

Januar 1942 die Frauen und Kinder werden ins KL Sajmiste deportiert

19.3. -10.5.1942 jede Woche werden Frauen unter Herbert Andorfer während eines vorgeblichen Transportes in einem Gaswagen ermordet.

Chemnitz – Belzec

10.5.1942 die Schwestern Margot und Henriette auf dem Transport ab Chemnitz Weimar-Leipzig nach Belzec

Gedenken

7.4.2009 Stolperstein für Max Pinkus in Chemnitz, Zöllnerstraße 9

Quellen

Namensverzeichnis von im Oktober 1941 im Dorf Zasovica bei Schabac erschossenen Juden

https://collections.arolsen-archives.org/en/search?s=Zasovica

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944231

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944207

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944299

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de944309

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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