Stein Ilse

Ilse Stein/Schey/Mingelgrün/Mingel

*9.11.1919 in Stadtlohn

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Josef Stein *6.11.1867 in Stadtlohn; ✡21.1.1932 in Stadtlohn

Mutter Julia Stein geb. Samson *14.11.1885 in Herbern; ✡24.7.1942 Maly Trostinec

Tante Susanne Stein geb. Samson *8.1.1891 in Herbern; ✡ vor 1944 in Riga

Schwester Klara Stein *7.6.1918 in Stadtlohn; ✡24.7.1942 Maly Trostinec

Cousin/en aus Billerbeck

Berthold Stein *9.5.1917 in Billerbeck; ✡ 25.11.1940 Haifa

Herta Stein *28.7.1919 in Borghorst; ✡ 12.12.1944 in Stutthof

Julia Stein *10.6.1921 in Billerbeck; ✡ 6.1976 USA; oo Paul Katzenstein

Hannelore Stein *13.1.1927 in Billerbeck; ✡ 8.11.1944 in Stutthof

Beruf Landarbeiter

Adressen Stadtlohn, Dufkampstraße 9;

Heiraten

Otto Schey *31.12.1911 in Baden, Wien; ✡1945 in Bergen-Belsen; durch die Ehe wird sie „Österreicherin“

In Schweden mit Leo Salo Mingelgrün/Mingel *4.7.1916 in Prag; 20.1.2004

Kinder

Weiterer Lebensweg

21.1.1932 Tod des Vaters in Stadtlohn

Minderheitenzählung

17.5.1939 Ilse mit der Mutter Julia und Schwester Klara in Stadtlohn Dufkampstraße 9

17.5.1939 die Cousins Berthold, Herta und Hannelore mit ihren Eltern Alfred und Susanna Stein in Billerbeck, Daruper Straße 16

17.5.1939 Cousine Julia Stein mit 109 Chaluzim und Angestellten registriert in Schniebinchen

Köln – Theresienstadt – AuschwitzSchweden

Ilse Stein zur Pflegeausbildung nach Köln, verm im Israelitischen Asyl; dort lernt sie den Krankenpfleger Otto Schey kennen, den sie noch vor dem Transport heiratet

15.6.1942 Ilse und Otto Schey auf dem reichsweit ersten großen „1000er“-Transport III/1 von 962 Juden aus dem Sammellager Fort V in Köln-Müngersdorf nach Theresienstadt;

29 Ärzte, Pfleger/innen und einzelne Patienten mit den lfd. Transportnummern 913 -931 wurden diesem Transport offenbar zwangsweise als Betreuer angeschlossen.

19.6.1942 Tod der Tante des Ehemanns Sibylla Schey geb. Heymann (*13.7.1877 in Köln) im Sammellager Fort V in Köln-Müngersdorf

19.10.1944 Ilse und Otto Schey auf dem Transport E s mit den konsekutiven Transportnummer 101 und 102 von Theresienstadt nach Auschwitz

1945 Tod des Ehemannes Otto Schey in Bergen Belsen

1945 steht Ilse Schey auf einer Liste der vom schwedischen Roten-Kreuz im Rahmen der Bernadotte Aktionen nach Schweden geretteten Frau.

Es ist anzunehmen, dass es ihr gelang – unter Angabe der erheirateten Staatsbürgerschaft (Österreich) mit den großen Rot-Kreuz-Zugtransport der Frauen des KL Ravensbrück nach Schweden zu kommen.

Heirat in Schweden mit Salo Mingelgrün

Das Ehepaar lebte in Mölnlyke, Schweden

Maly Trostinec

Zwangseinweisung der Mutter Julia Stein mit Schwester Klara von Bonn ins Sammellager Köln-Müngersdorf (Fort V)

20.7.1942 Mutter Julia Stein mit Schwester Klara vom Sammellager Müngersdorf zum Bahnhof Köln Deutz

Anordnung der Gestapo Köln an die Landräte in Euskirchen, Bergheim, Siegburg, Gummersbach, Köln und Bergisch-Gladbach alle zu Deportierenden am 19.7.1942, 10-15 Uhr in das Sammellager Westhalle der Messehalle in Köln-Deutz zu verbringen; die Kölner Juden kamen aus dem Lagern Bardenberg, Müngersdorf und Much sowie den Judenhäusern.

 „Wir kehren wieder“, sangen die Kleinen aus dem jüdischen Kinderheim.

20.7.1942 Abfahrt vom Nebenbahnhof Deutz in 3. Klasse-Personenwagen; auf dem Transport befanden sich 1164 Juden, darunter 118 Kinder im Alter unter zehn Jahren.

24.7.1942 Nach Ankunft wurde der gesamte Transport auf LKW zu einer, zuvor von russischen Kriegsgefangenen und Minsker Juden ausgehobene 40x5x4 Meter große Grube im Wald von Blagowschtschina gefahren. SS-Leute und Polizisten erschossen alle direkt am Grubenrand.

Gedenken

Sechs Stolpersteine für die Familie von Julia Stein

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de973971

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de973991

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de974813

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975070

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975364

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975110

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975078

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006866

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5087768

https://www.statistik-des-holocaust.de/III1-47.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213-Muenster11.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213-Muenster12.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420720_46.jpg

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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