Wolff Fanny

Fanni Zipora Wolff

*24.9.1921 in Aurich; ✡ 29.12.1954 in Kiriat Bialik

Staatsangehörigkeit

deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Benno Benjamin Wolff *5.2.1883 in Aurich; ✡ November 1941

Heirat der Eltern 19.8.1919 in Aurich

Mutter Regina geb. Wolff *14.4.1890 in Aurich; ✡ November 1941

Tante Marianne Kussel geb. Wolff *11.6.1891in Aurich; ✡ November 1941

Onkel Hugo Kussel *16.2.1894 Gruiten, Mettmann; 1945Todesmarsch ab Ravensbrück

Geschwister

Lina Wolff *7.8.1920 in Aurich; oo Haim Joachim Zucker (*1915)

Selma Wolff *15.6.1923 in Aurich; ✡ 13.11.1987 in Beer Sheva

Cousine Elfriede Kussel

Beruf Haushilfe; Praktikantin

Adressen Aurich, Marktstraße 2-; Mannheim; Gut Winkel

Heirat 10.10.1952 Heirat in Kiryat Motzkin mit Reuven Weitzner (*22.12.1915 in Kalusz, Ukraine; ✡15.11.2007 in Kiryat Bialik)

Kinder

Ein Sohn

Nichten

Nurit Zuker *1944; oo Jakov Golda

Raaja Zuker *1951; oo Meir Eshet

Weiterer Lebensweg

April 1936 Lina Wolff nach Wuppertal verm. als Haushilfe

Gut Winkel

Juni 1936 Fanni Wolff zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurden 210 jüdische Bewohner erfasst.

Juni 1939 Fanny erneut für kurze Zeit zur Hachschara in Gut Winkel

Mannheim

Juni 1937 Fanni als Haushilfe bei Fam. Neter in Mannheim

Mai 1938 Selma Wolff nach Mannheim

10.12.1938 Abmeldung von Selma aus Mannheim

5.2.1939 Abmeldung von Fam Neter nach Palästina; Fanny zurück nach Aurich

Novemberpogrom

10.11.1938 Vater Benno und Onkel Hugo verhaftet

10.11.1938 Novemberpogrom in Aurich; die Verwüstungen und das Abbrennen der Auricher Synagoge wurden vom Führer des Auricher SA-Sturmbannes Eltze angeführt. Dieser war von der SA-Gruppe Nordsee vermutlich kurz vor Mitternacht informiert worden.

Internierung der Auricher Juden im KL Sachsenhausen, Frauen und Kinder werden tagsüber entlassen

Vater Josef von der Wall wie alle männlichen Juden verhaftet und in der in der Landwirtschaftlichen Halle „Bullenhalle“ und am folgenden Tag auf dem Ellernfeld schikaniert und gequält. SA-Sportwart Wilhelm Bock ließ die „Schutzhäftlinge“ „Bullenhalle“ in entwürdigender Weise „Sport“ treiben.

Internierung der Auricher Juden im KL Sachsenhausen; Vater Hugo bekommt die Häftlingsnummer 10448, Hugo Kussel die Nr.10188

17.12.1938 Entlassung von Vater Benno und Onkel Hugo aus dem KL Sachsenhausen

Minderheitenzählung

17.5.1939 Fanny mit ihren Eltern Benno und Regina Fanny in Aurich, Marktstraße 2

17.5.1939 Schwester Lina Wolff registriert in Schniebinchen

17.5.1939 Tante Marianne mit Ehemann und Tochter Elfriede Kussel in Aurich, Marktstraße 18

Juni 1939 Fanny zur Hachschara in Gut Winkel

England

Sommer 1939 Emigration der Schwestern Fanny und Selma nach England am ehesten mit „domestic permit“; sie stehen jedenfalls nicht auf den „Kindertransport“-Listen

29.9.1939 Fanny Wolff als Haushilfe bei Familie Kay in 20, Methuen Road, Bournemouth, Hampshire bei britischem Census

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Anfang 1939 Lina Wolff zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

17.5.1939 Lina Wolff registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen

Alija

beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 -29.1.1940 Schwester Lina Ankunft mit der SH 2 von Wien nach Haifa

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager Athlit

Lina Wolff’s Kontakte in Palästina

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Judenvertreibung aus Ostfriesland/Oldenburg

Januar 1940 Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven: Ausweisung der in Ostfriesland lebenden Juden „aus militärischen Gründen“ bis zum 1. April 1940.

27.2.1940 Zwangsumzug der Eltern nach Düsseldorf zusammen mit der Tante Marianne Kussel und ihrem Mann Hugo

10.11.1941 beide Eltern wie auch Marianne und Hugo Kussel und deren Tochter Elfriede insgesamt 997 Juden auf dem Transport von Düsseldorf nach Minsk

Nachkriegszeit

Auswanderung von Fanny Wolf von England nach Israel

10.10.1952 Heirat in Kiryat Motzkin mit Ruben Weitzner, der am 22. Dezember 1915 in Kalusz / Ukraine geboren wurde. Sie hat mit ihm einen Sohn. Am

29. Dezember 1954 stirbt Fanni Weitzner mit 33 Jahren als junge Mutter in Kiryat Bialik

Gedenken

14.12.2013 Stolpersteine in Aurich, Marktstraße 2 für Benno und Regina Wolff

16.11.1919 Stolperstein in Aurich, Marktstraße 2 für Lina Wolff

Pages of Testimony für die Eltern von Enkelin Nurit Golde-Zuker und Cousin Jack de Lowe

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198938

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4094021

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198910

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198969

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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