Kaufmann Hans

Hans Kaufmann

*5.1.1925 in Münster; ✡24.10.2016 in Stockholm

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Ludwig Kaufmann *23.5.1882 in Ahlen; ✡11.2.1943 Riga

Mutter Lucie Cahn *2.7.1894 in Iserlohn; ✡ 1951 Stockholm

Geschwister

Grete Nomi Kaufmann*6.5.1922 in Münster; ✡22.5.2014 Omer; oo Ernst Schmoll/Etan

Beruf

Adressen Münster, Salzstraße, Mauritz-Lindenweg,; Schweden;  

Heirat 1955Anna Britt Soloweitczyk Stendin *7.3.1932 in Stockholm; ✡ 28.5.1919 Stockholm

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

Vater Ludwig seit 1910 als Rechtsanwalt in Münster

1914-1918 Mutter Lucie im ersten Weltkrieg als freiwillige Krankenschwester im Lazarett Münster

1930er Jahre Mutter Lucie Gründerin und Vorsitzende der Ortsgruppe Münster der WIZO (zionistische Frauen-Organisation)

Ehemann Ludwig Vorsitzender der Ortsgruppe Münster der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland“

1928 Umzug der Familie von der Salzstraße in den Mauritz-Lindenweg

21.3.1938 Ankunft von Schwester Grete in Haifa mit -Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)

9./10.1938 Zerstörung der Wohnung durch SA-Mob

Minderheitenzählung

17.5.1939 Hans mit beiden Eltern in Münster bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hans auch in Berlin, Kaiserdamm 99 registriert

Judenliste 1939 in Münster

Dänemark

1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

4.10.1939 Hans Kaufmann emigriert zur Einzel- Hachschara nach Dänemark

5.11.1940 Hans erfasst bei dänischem Census auf dem Hof von Mads Nielsen in Rosnaes/Holbaek

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

6.10.1943 Ankunft von Hans Kaufmann von Gilleleje in Dänemark kommend in Högenäs nahe Helsingborg, Schweden

Münster Riga

12/13.12.1941 Abtransport der Eltern vom Gertrudenhof zum Güterbahnhof in Münster

13.10.1941 Bahntransport ab Münster – Osnabrück – Bielefeld  nach Riga-Skirotawa

16.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

9.8.1944 Ankunft von Mutter Lucie im KL Stutthof

Januar 1945 Beginn der Todesmärsche von Stutthof

Mutter Lucie Kaufmann überlebt

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Hans Kaufmann auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, Alte Chaluzim

Oktober 1946 Mutter Lucie nach Schweden, Rosersberg

1948 Mutter Lucie für ein paar Monate nach Israel zur Schwester Grete Schmoll

Oktober 1949 Auswanderung nach Schweden zu Hans Kaufmann

Gedenken –

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/131507139

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4517019

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de896700

Volkszählung in Dänemark von 1940 – Hans Simon Kaufmann

https://www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/muenster/aktuelles/detailseite/trauer-um-einen-bescheidenen-helden-aus-muenster

„AUFBAU“ Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

„AUFBAU“ „Das erste Lebenszeichen“, Ausgabe vom 9.11.1946, S. 31

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer, Biographisches Lexikon (Jüdische Familien in Münster)

Fotosammlung Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/3-1-1-3_1211000?s=1211000

Courage to Act: Rescue in Denmark

https://safe-haven.dk

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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