Gerson Johanna

Johanna Gerson geb. Kaufmann

*18.1.1883 in Wattenscheid; ✡ nach 1.10.1944 in Stutthof

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Abraham Kaufmann

Mutter Bertha Mendel

Geschwister –

Beruf

Adressen Wattenscheid; Homberg, Moerser Straße 89

Heirat 9.9.1910 in Wattenscheid Karl Gerson * 5.6.1878 in Rheinberg; Kaufmann, Schneider; ✡ 1942 in Riga

Kinder

Kurt Gerson *1.6.1912 in Homberg, Abitur 1931 an der Oberrealschule Homberg, Berufswunsch Ingenieur, arbeitete bei verschiedenen Firmen als Hilfsarbeiter, zuletzt in München, floh von dort aus nach Holland, wurde bei seiner Rückkehr an der Grenze in Aachen festgenommen und nach Dachau verbracht, dort am 20.4.1939 entlassen, um seine Auswanderung nach England zu betreiben; 1940 – 1945 Soldat der Royal Army, im Oktober 1947 nach Kanada, lebte 1969 in Toronto/Kanada

Walter Gerson *25.7.1913 in Homberg; Verkäufer; 1934 nach Leipzig abgemeldet; 12.11.1935 in Leipzig, Fregestraße 30 bei Hempel; verheiratet; weiteres unbekannt

Hilda Schneider * 3.9.1917 in Homberg, Oberrealschule Homberg, 1934 von der Schule gewiesen, 1939 nach England emigriert (oo Schneider). Lebte 1981 in London

Weiterer Lebensweg

9.9.1910 Heirat und Zuzug von Johanna aus Wattenscheid

10.11.1938 Zerstörung der Geschäfts- und Wohnräume in Homberg

Dez. 1938 Zwangsabmeldung des Manufakturwarengeschäftes

17.5.1939 bei Minderheiten-Volkszählung

November 1941 Ankündigung der „Umsiedlung in den Osten“

11.12.1941 Sammellager Schlachthofhallen Düsseldorf

11.12.1941 Transport Güterbahnhof Düsseldorf nach Skirotawa, Riga

13.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

30.3.1942 2. Dünamünde-Aktion im Ghetto Riga;

Tod vermutlich 30.3.1942 in Bikernieki, Riga

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

2.11.1943 Große Selektion bei Auflösung des Ghetto

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga und seiner Außenlager

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.8-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Libau nach Danzig

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig; auf Kohleschiffen weiter nach Stutthof

1.10.1944 Ankunft der Witwe Johanna in Stutthof

Gedenken

11.10.1981 Pages of Testimony in Yad Vashem für die Eltern  durch Tochter Hilda

Foto Peter Hionsek 2026

19.12.2017 Stolpersteine für Karl und Johanna Gerson in Duisburg Homberg, Moerser Straße im Beisein dreier Enkel

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

http://www.homberg-unterm-hakenkreuz.de/index.php/Liste_der_Juden

https://collections.arolsen-archives.org/archive/86161738/?p=1&s=Gerson%20Johanna%201883&doc_id=86161746

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006466

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006955

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411211-13.jpg

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1222628&ind=2

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Anita Kugler, Scherwitz – Der Jüdische SS-Offizier, 2017

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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2 Kommentare

  1. Am 28.03.2026 habe ich, die zwei Gedenksteine für Karl und Johanna Gerson in Duisburg Homberg, an der Moerser Straße vom Schmutz der darüber gelaufenen vielen Schuhe, gereinigt.
    Unbekannterweise habe ich der hier zum Gedenken eingravierten Namen, der Personen gedacht, die ihrer Religion wegen ermordet wurden.
    Gut das es so etwas wie die Stolpersteine gibt, die an das Unrecht erinnern sollen, was man andersdenkenden Menschen nicht zuletzt wegen ihres Glauben, angetan hat. Jetzt glänzen die auf dem Bürgersteig vor dem ehemaligen Wohnsitz von Karl und Johanna Gerson angebrachten Gedenksteine. Jetzt sind Gedenksteine wieder für eine gewisse Zeit, unübersehbar.

    1. Guten Abend
      Peter Hionsek,
      Ich danke Ihnen für den sehr persönlichen Bericht über Ihre Stolperstein-Putzaktion.
      Haben Sie vielleicht ein Foto davon aufgenommen?
      Ich habe die Stolpersteine in die Biografie eingefügt.

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