Kahn Walter

Walter Max Kahn

*4.8.1911 in Metz, Montigny; Juli 1942 inAuschwitz

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Ernst Kahn *16.5.1878 in Idar; ✡ 17.11.1938 in Friedrichroda

Heirat der Eltern 23.3.1907 in Metz

Mutter Marie Wolff *17.5.1881 in Heidelberg; ✡ 1939 in Amsterdam

Geschwister

Richard Kahn

*19.7.1908 in Metz; ✡ 29.2.1944 in Auschwitz; oo Klara Hermann (*27.4.1910, Frankfurt); Tochter Ruth (*1940 Amsterdam)

Werner Kahn *29.6.1918 in Erfurt; ✡17.9.1941 in Mauthausen

Beruf Kaufmann für Phamarzie-Artikel

Adressen Erfurt; Friedrichroda, Rosenau 8; Frankfurt; Amsterdam

Heirat ledig

Weiterer Lebensweg

1912 Umzug der Familie von Düsseldorf nach Erfurt

1919 Umzug der Familie von Erfurt nach Friedrichroda

Novemberpogrom

10.11.1938 Bruder Werner verhaftet in Friedrichsroda und mit insgesamt 52 jüdischen Bürgern in das Gothaer Gefängnis gesperrt; von diesen werden am Morgen 27 freigelassen,

10.11.1938 25 Männer werden in das KL Buchenwald deportiert; Werner Kahn bekommt die Häftlingsnummern 20723 / 10600

17.11.1939 Tod des Vaters in Friedrichroda

18.11.1938 Entlassung von Bruder Werner aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 Viele aus Buchenwald und Sachsenhausen Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld .

Februar 1939 größere Gruppen aus Bielefeld wechseln zur Einzelhachschara  nach Dänemark oder in die Niederlande zur „Deventer Vereniging“ und ins Werkdorp Wieringen

31.1.-11.3.1939 Mutter Maria in Erfurt

Niederlande

20.10.1933 Max Kahn von Frankfurt nach Amsterdam

18.1.1936 Richard Kahn mit Frau Klara aus Apolda nach Amsterdam

13.2. 1939 Anmeldung von Werner Kahn in Amsterdam; diverse Adressen, zuletzt bei Hirschfeld in der Roerstraat 20

29.3.1939 Mutter Marie bei Bruder Werner in Amsterdam, Achillesstraat 71 gemeldet

26.5.1939 Tod der Mutter in Amsterdam

Richard Kahn Programmgestalter für den Haus-Radiosender des Nederl. Ziekenhuis NIZ

Die vier Mauthausen Razzien 1941 in den Niederlanden

Alle bei den vier Razzien verhafteten Juden wurden zur „Sonderbehandlung“ Mauthausen deportiert.

Die ersten drei waren ausdrücklich als „Vergeltungsaktion“ deklariert.

Die Einweisung in das als Stufe III kategorisierte Lager Mauthausen bedeutete dabei faktisch eine Verurteilung zur „Vernichtung durch Arbeit“ im dortigen Steinbruch.

 (Laut Erlass von Reinhard Heydrich: „Stufe III: Für schwer belastete, insbesondere auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale, d. h. kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge, das Lager: Mauthausen.“)

In Mauthausen werden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch, oftmals tödliche medizinische Experimente und Giftinjektionen ermordet.

Die zweite große Razzia in Amsterdam – „Juni – Groep“

14.5.1941 Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam auf der Bernard Zweerskade ist Anlass für Verhaftungswelle

Juni 1941 Zweite große Razzia in Amsterdam;

11.6.1941 Werner Kahn 300 vorwiegend Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ als „Vergeltungsmaßnahme“ im Durchgangslager Schoorl inhaftiert; von ihnen werden vier, die keine vier jüdischen Großeltern haben, freigelassen.

22.6.1941 Deportation der 296 in Schoorl Inhaftierten in das KL Mauthausen; keiner überlebt das Jahr 1941

17.9.1941 Tod von Werner Kahn im KL Mauthausen

Dritte Große Amsterdam Razzia – Erster großer Massentransport aus den Niederlanden

5.7.1942 die ersten Aufrufe mit der Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden. Damals bestand beim Hechaluz noch die Auffassung, man solle sich deportieren lassen, in der irrigen Annahme, es handele sich um Arbeitseinsätze

15.7.1942 Walter Kahn in der Dritten Großen Amsterdamer Razzia verhaftet und nach Hooghalen deportiert; 7 Km zu Fuß ins Kamp Westerbork, Registrierung in der großen Halle und unmittelbar zu Fuß zurück nach Hooghalen

Erst ab November 1942 gab eine eigene Bahnlinie und Station im Kamp Westerbork; Juli-November mussten die Deportierten von und zur Station Hooghalen zu Fuß laufen.

15.7.-17.7.1942 Walter Max Kahn auf dem ersten großen Massentransport aus den Niederlanden ab Hooghalen nach Auschwitz

Kamp Westerbork

6.7.1943 Einweisung von Richard Kahn mit Frau und Tochter Ruth in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

21.9.1943 Bruder Richard mit Frau Klara und Tochter auf dem Transport nach Auschwitz

23.9.1943 Ankunft in Auschwitz; Bruder Richard wird selektiert zur Zwangsarbeit im Chemiekomplex Buna in Monowitz

23.9.1943 Tod von Schwägerin Klara Kahn und ihrer Tochter Ruth in Auschwitz

30.1.1944 Tod von Richard Kahn im KL Monowitz; alternatives Todesdatum 20.2.1944

Gedenken

Stolpersteine in Friedrichroda, Rosenau 8 für die Eltern, die drei Brüder Kahn und Schwägerin Klara

Quellen

https://www.joodsmonument.nl/en/page/174952/werner-kahn

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kahn%20Werner%201918%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kahn%20Richard%201908%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Kahn%20Walter%201911%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Wolff%201881%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315016

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130314972

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278090

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130315015

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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