Hermann/Naphtali Goldwein
*21.5.1911 in Meimbressen; ✡1941 in Hadera, Palästina
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Levy Goldwein *28.12.1868 in Meimbressen; ✡4.8.1941
Mutter Mathilde geb. Goldwein *5.7.1888 in Meimbressen; 1944 in Stutthof

Geschwister
Irmgard Ilse Goldwein *19.7.1912 in Meimbressen; ✡5.8.2005 in Frankfurt
Martha Goldwein *2.8.1914 in Meimbressen; ✡18.10.1936 in Meimbressen

Erich/Eliahu Goldwein *20.9.1918 in Meimbressen; ✡4.4.1982 in Tel Aviv
Adressen Meimbressen Haus Nr. 43; Berlin Weissensee, Parkstr 22
Beruf Lehrer
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hermann Goldwein als Lehrer in die Israelitische Taubstummenanstalt in Berlin Weißensee, Parkstraße 22; Träger war der Verein Jedide Ilmim (Freunde der Taubstummen)
3.8.1936 Ankunft von Bruder Erich in Haifa mit einem Studentenzertifikt der Jugendalija der Kategorie B(III)
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Hermann Goldwein in Berlin, Parkstraße 22 zusammen mit weiteren 50 Personen, davon fünf Mitgliedern der Familie des Heimleiters Dr. Felix Reich („Halbjude“),
17.5.1939 beide Eltern und Schwester Irmgard Goldwein erfasst in Meimbressen, Haus Nr. 43
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Hermann und Irmgard Golwein mit der Bahn von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
14.2.1940 Registrierung von Irmgard Goldwein in Athlit; sie gibt den Lehrer Herbold Löwenstein als Referenz an, als Gemeindeältesten Rabbi Jakob Trauenberg, beide Meimbressen (Dokument D/717/40/CHU);
16.2.1940 Registrierung von Hermann Goldwein in Athlit; er gibt den Leo Less als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbi Blumenthal
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Hermann will zu Bruder Erich, Irmgard geht zu Zwi Blumenstein
Kassel – Ghetto Riga

4.8.1941 Tod des Vaters in Meimbressen

8.12.1941 Mutter aus Kassel, Admiral-Scheer-Straße 13 mit 12 Mitgliedern der Familie Goldwein über Nacht im Sammellager Turnhalle Wörthschule, Schillerstraße
9.12.1941 Deportation der Mutter von Kassel nach Riga mit dem Transportzug Da 36 mit 1022 Kasseler Juden
Bahnfahrt über Berlin, Breslau, Posen, Königsberg, Riga- Skirotawa
12.12.1941 Ankunft Skirotawa; Fußmarsch ins Ghetto Riga bei über 10 Grad minus
3.November 1943 Auflösung des Ghetto Riga
Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga
Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof
Juli 1944 Krebsbach-Aktion zur Vorbereitung auf die Auflösung von KL Kaiserwald nach Stutthof; Louis Goldwein wird erschossen
6.8.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig
1944 Tod der Mutter in Stutthof
Einzige Riga- Überlebende aus der Familie Goldwein ist Marga Goldwein (1925-2013)
Nachkriegszeit
1951 Remigration von Schwester Irmgard nach Neuwied
Gedenken
Grabstein für Hermann Goldwein auf dem Old Hadera Cemetery/Gan Shmuel,
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://www.judaica-in-meimbressen.de/general-5
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561
www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/
Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987