Blank Lore

Lore Blank

*10.4.1926 in Hörde, Dortmund; ✡ 22.1.1967 in Scarsdale

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Alfred Blank *3.2.1888 in Hörde; ✡ 12.11.1938 im KL Sachsenhausen

Mutter Emma Rose *27.2.1888 Chemnitz; ✡ 31.1.1944 Auschwitz

Onkel

Dr. med. Walter Blank *1889 in Hörde; ✡18.5.1938 in Mataro, Barcelona; oo Martha Herszstein, Witten 1891-1935

Dr. med. Fritz Blank *16.8.1893 in Hörde; ✡14.2.1951 New York; oo Ilse Eppinghausen

Geschwister

Gerd Julius Blank *1.7.1924 in Hörde; ✡10.6.1983 in Sydney

Cousin/en

Inge Blank *29.9.1925 in Dortmund

Doris Blank *7.7.1930 in Dortmund

Hans Blank*21.1.1918 in Dortmund; überlebt im Versteck; ✡18.4.1968 in Köln

Peter Blank *21.12.1920 in Dortmund; ✡2006 in Mettmann

Elli Weinberg *24.6.1909 in Witten; Ravensbrück ✡9.2.1942 in Bernburg/Saale; 14f13 Euthanasie

Verwandte

Klara Blank *1.4.1889 in Witten; ✡12.9.1942 in Kulmhof; oo Hugo Weinberg (1889 in Herne)

Herbert Herzstein *28.6.1923 in Nuttlar; ✡18.9.1941 in Mauthausen

Beruf Studentin

Adressen Dortmund; Amsterdam; New York;

Heirat 8.2./10.4.1947 in Manhattan Alfred Ronald/Rosenthal *31.8.1922 in Hörde

Kinder

Tochter Ronald; oo Frankel

Weiterer Lebensweg

29.7.-29.8.1907 Mutter Emmi aus Witten kommend in Amsterdam; abgemeldet nach Dortmund

Spanischer Bürgerkrieg

Onkel Walter Blank führte in Köln als Internist und Radiologe eine Privatpraxis; später auch Leiter der Röntgenabteilung des Israelitischen Asyls im Stadtteil Ehrenfeld; Vorstand der Deutschen Röntgen-Gesellschaft; er entwickelte mit seinem Bruder Dr. med. Fritz Blank neue Verfahren in der Röntgentechnologie; Kommunist; Witwer seit 1935

1936 Flucht nach Belgien mit den Söhnen Hans und Peter, da er auf der Fahndungsliste der Gestapo stand; Flucht nach Spanien; während des Spanischen Bürgerkriegs (Juli 1936 bis April 1939) gründete er ein Hospital für die Interbrigaden

18.5.1938 Tod von Walter Blank in Mataro, Barcelona infolge Krankheit.

Novemberpogrom

10.11.1938 Vater Alfred verhaftet, eingesperrt in der Steinwache, Polizeigefängnis

12.11.1938 Deportation per Bahn in das KL Sachsenhausen

12.11.1938 Tod des Vaters in Sachsenhausen; „Plötzlicher Herztod“

1939 Einbürgerung von Alfred Rosenthal als US Citizen

7.11.1940 Onkel Dr. med. Fritz Blank mit Ehefrau Ilse und den Töchtern Inge und Doris auf der SS SAMARIA von Liverpool nach New York

Niederlande

16.3.1939 Flucht von Lore mit der Mutter und Bruder Gert nach Amsterdam

Kamp Westerbork- KL VUGHT

6.1.1943 Lore mit der Mutter und Bruder Gert in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

25.11.1943 Deportation der Mutter von Westerbork nach Auschwitz

KL Vught – PHILIPS Deportation – Auschwitz – Ravensbrück -Eidelstadt

3.6.1943 Lore Blank aus dem Kamp Westerbork in das KL Vught, zur Zwangsarbeit im Außenlager der Fa. Philips in Eindhoven

Juni 1944 Schließung des KL Vught

3.6.1944 Lore Blank mit 496 Philips-Gefangenen bei der „PHILIPS Deportation“ auf der Transportliste vom KL Vught nach Auschwitz „PHILIPS Deportation“

Lilly Klafter aus Amsterdam berichtet:

„They told us that we were being sent East, to work.  They put us on passenger trains in good condition.  We didn’t know where we were going.  Two days later we reached the camp [Auschwitz-Birkenau]… They got us off the trains with screams and deadly blows.  They stood us in a line… they brought us to the „sauna“.  We smelled something dreadful, and asked the veteran inmates what the strange smell was.  „That’s scorched human flesh.“  We didn’t believe our ears.  What did that mean? „Yes, here, human beings are burned.“  When they brought us to the „sauna“, we saw chimneys belching out thick smoke…“

Nach etwa sieben Wochen wird die Gruppe der „Philips-Facharbeiterinnen“ verlegt nach Reichenbach in die Telefunken-Fabrik

Bereits August 1944 kamen 2.500 Frauen aus dem KL Ravensbrück in das Außenlager Helmstedt-Beendorf zur unterirdischen Rüstungsproduktion. Die Bergwerke „Marie“ bei Beendorf und „Bartensleben“ bei Morsleben erhielten die Decknamen „Bulldogge“ und „Iltis“. Anfang Dezember 1944 kommen die Frauen der Diamantgroep hinzu.

Am 10. April 1945 erfolgt die Räumung beider Lager in Eisenbahnwaggons über Magdeburg, Stendal und Wittenberge in das Auffanglager Wöbbelin bei Ludwigslust, wo die Männer bis zu ihrer Befreiung durch amerikanische Streitkräfte am 2. Mai 1945 bleiben. Die Frauen werden nach Hamburg weitertransportiert, wobei zahlreiche an Erschöpfung, Hunger und Durst starben.

20./21.4.1945 in das am erst 7. April geräumte Außenlager Hamburg Eidelstedt werden erneut mehrere hundert Frauen eingewiesen. Anfang Mai kamen weitere Häftlinge aus den Hamburger Frauenaußenlagern Langenhorn/Ochsenzoll und Wandsbek hinzu.

Frauen in Ravensbrück warten auf das Schwedische Rote Kreuz, in der Zivilkleidung zuvor ermordeter Häftlinge

1.5.1945 Lore Blank auf einem Rote-Kreuz-Rettungstransport mit vielen Frauen nach Schweden gerettet.

5.5.1945 die 158. Brigade der Royal Army erreicht das Frauenaußenlager des KL Neuengamme; aus dem Kriegstagebuch der des Hauptquartiers 158. Brigade der Royal Army

480 Frauen – sehr schlimme Zustände, wenig oder keine Lebensmittel, Durchfall, Krankheiten / Deutsche Kriegsgefangene zu Aufräumarbeiten herangezogen. Brot ist knapp. 319 Deutsche, 3 Russinnen, 2 Polinnen, 1 Belgierin, 1 Niederländerin, 4 Italienerinnen, 99 Jugoslawinnen, 18 Tschechinnen, 5 Ungarinnen“

Nachkriegszeit

Sommer 1945 Lore Blank im Lager Hässleholm

Eintritt in den Hechaluz

Hechaluz Mitglieder im Lager Hässleholm Sommer 1945

27.6.-21.12.1945 Bruder Gert im DP Camp Bad Nauheim

1945 Rückkehr von Hans Blank nach Köln; Sekretär und Landtagsabgeordneter der KPD; Peter Blank als Journalist und Dokumentarfilmer in Köln

7.-23.4.1946 Lore Blank auf der USSS C.W. POST von Aarhus nach Ellis Island

Zieladresse Onkel Fritz Blank

8.2.1947 Heirat in Manhattan mit Alfred Rosenthal ebenfalls aus Hörde

Gedenken

Stolperstein für Onkel Walter Blank und dessen Söhne Hans und Peter in Köln, Lohrbergstraße 27, sowie für Kläre Blank in der Eifelstraße 27

Quellen

https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/Details-Stolpersteine?sfrom=1057&stid=2036&buchstabe=B

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/338357

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130260354

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/3-1-1-3_1211000?s=1211000

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-35-1_8145200006?s=Ravensbr%C3%BCck%20Schweden

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1714433

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de167142

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Rose%201888%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78777776

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7093); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://kulturgutverluste.de/projekte/rekonstruktion-der-kunstsammlung-von-dr-walter-blank-koeln

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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