Cahn Else

Else Cahn

*17.1.1904 in Erle, Raesfeld; ✡ in Riga

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Levi Cahn*7.4.1859 in Erle; ✡5.3.1933 in Erle

Mutter Karoline Rubens *4.10.1869 in Gelsenkirchen; ✡4.1.1941 in Schermbeck

Else halblinks, die Tanten Emma, Jettchen und Vater Levi Cahn;
im Stuhl Mutter Karolina; 1930 im Hof des Familienanwesens

Tanten

Emma Cahn *20.3.1870 in Erle; ✡24.9.1942 in Treblinka

Jettchen Cahn *4.7.1872 in Erle; ✡24.9.1942 in Treblinka

Geschwister

Willi Cahn *16.1.1901 in Erle; ✡18.7.1905

Erna Cahn *24.9.1909 in Erle; ✡2.7.1974 in Johannesburg; oo Erich Heymann; oo Hamlet

Halbschwester aus der ersten Ehe des Vaters mit Lina Ruben

Adele Cahn *13.8.1899 in Erle; ✡ 19.10.1959 in Essen; oo Franz Gronke (kath)

Schwägerinnen aus Schermbeck

Henriette Schönbach *17.8.1888 in Schermbeck; ✡ 5.5.1942 in Kulmhof

Amalie Schönbach *6.1.1889 in Schermbeck; ✡ in Riga

Aurelie Schönbach *24.11.1897 in Schermbeck; ✡ in Auschwitz

Beruf Haushilfe

Adressen Erle; Schermbeck, Kirchstraße 84;

1930 an der Femeiche mittig Else und Hugo Schönbach
mit Elses ledigenTanten, Emma und Jettchen Cahn

Heirat 31.5.1938 Hugo Schönbach *6.2.1893 in Schermbeck; ✡ in Riga

Tochter

Mirjam Schönbach *5.10.1940 in Rees; in Riga

Weiterer Lebensweg

Die Eltern führen in Erle ein kleines Textil- und Kurzwarengeschäft

1921 Heirat und Wegzug von Halbschwester Adele Gronke; überlebt in „privilegierter Mischehe“

5.3.1933 Tod des Vaters in Erle

1938 Emigration der Schwester Erna mit Ehemann Erich Heymann nach Südafrika

31.5.1938 Heirat mit Hugo Schönbach in Erle

Else Cahn zieht mit ihrer pflegebedürftigen Mutter nach Schermbeck zieht

Novemberpogrom

10.11.1938 Novemberpogrom in Schermbeck; Hugo Schönbach verhaftet; die Synagoge und die jüdischen Wohnhäuser von von SS und HJ aus dem benachbarten Brünen verwüstet. Eine Brandlegung des Synagogengebäudes unterblieb wegen der Nähe anderer Gebäude; die Inneneinrichtung und die Kultgegenstände wurden aber ins Freie getragen und verbrannt.

Schermbecker in Dachau

17.11.1938 Einweisung in das KL Dachau mit einem großen Transport aus dem Rheinland;

Hugo Schönbach, Häftlingsnummer 30002; 5.1.1939 Entlassung aus dem KL Dachau 5.1.1939

Adolf Anschel, Häftlingsnummer 29941; 1.12.1938 Entlassung

Walter Wertheim aus Brünen, Häftlingsnummer 30011; 20.1.1939 Entlassung

17.11.1938 -20.1.1939 Hugo Schönbach in Dachau

9 jüdische Bewohner bleiben noch in Schermbeck: Hugo,

Hugo, Elsa, Mirjam und Amalie Schönbach, Karoline Cahn-Rubens, Otto Nathan, Gustav Adelsheimer, Rika Hoffmann (*1859) und Sibilla van Gelder geb. Herz (*1863); beide 1942 nach Theresienstadt

17.5.1939 Hugo Schönbach in Schermbeck bei der Minderheiten-Volkszählung

4.1.1941 Tod der Mutter Karoline Cahn in Schermbeck

Düsseldorf -Riga

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo

Sammellager Viehhallen Schlachthof Düsseldorf

11.12.1941 Hugo, Elsa, Mirjam und Amalie Schönbach deportiert mit Selma Wertheim und ihren Söhnen aus Brünen mit 1007 Juden ab Düsseldorf nach Riga

13.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga;

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung;

3. 11.1943 Große Selektion bei finaler Auflösung des Ghetto Riga

Tod von Hugo, Elsa, Mirjam und Amalie Schönbach im Ghetto Riga; Zeitpunkt unbekannt

Düsseldorf-Theresienstadt-Treblinka

Bis 11/1938 betreiben die beiden ledigen Tanten, Emma und Jettchen Cahn in Essen ein Kurzwarengeschäft

1941 werden sie in das Sammellager Holbeckshof in Essen-Steele eingewiesen

22.7.1942 Emma und Jettchen Cahn  auf dem Transport VII/1 ab Düsseldorf nach Theresienstadt-

21.9.1942 Emma und Jettchen Cahn auf dem Transport B p von Theresienstadt nach Treblinka

Der jüdische Friedhof Erle

Hier wurden im Laufe der Jahre elf Familienmitglieder Cahn beigesetzt

Gedenken

2010 Stolpersteine für Hugo, Elsa, Mirjam und Amalie Schönbach in Schermbeck

In Erle wurd zu Ehren der Familie Cahn eine Straße nach Else Cahn benannt, der Else-Cahn-Weg

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de967718

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de967717

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de967707

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de967700

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de967701

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1237839

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411211-44.jpg

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11199068

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10748054

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429744

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198500

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4965687

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4965718

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

http://www.heimatverein-erle.de/gedenken-an-die-juedische-familie-cahn/

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Erle)

Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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