Cohen Anton

Anton Cohen

*11.5.1916 in Wien; ✡ 23.1.1985 Melbourne

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit Österreich

Vater Abraham Cohen *26.2.1882; ✡

Mutter Sali Löbl *26.6.1892; ✡ ?

Geschwister

Frieda Cohen *1911; 1991 in Kingston, Ohio; oo Holzbach

Paul Cohen ; ✡1991

Greta Cohen ; ✡1944

Wilma Cohen

Nn Cohen; oo Bartlett

Beruf Praktikant

Adressen Wien, Rauscher Straße 12; Aachen; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer; London

Heirat  

28.12.1945 in Amsterdam Cornelia Paes *1907 in Rotterdam; ✡ 1950 in London

15.9.1951 in London Gretel Schöngut*10.8.1911 in Wien ; ✡ 26.10.1985 in Witton England

Margarethe Schmidhofer *7.1.1931 ; ✡22.2.2010 in Kettering

Kinder drei

Harry Cohen *22.1.1947 in London; ✡ 29.9.1914 Australien;  oo Ilana Grünfeld

Peter Cohen *26.12.1958: 22.3.1994

Susan Cohen

Weiterer Lebensweg

„Anschluss“ Österreichs 1938

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

20.5..1938 Antrag von Anton Cohen auf Unterstützung zur Emigration in die USA oder Palästina bei der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Werkdorp Nieuwe Sluis

23.7.1938 Anton Cohen zusammen mit vier Chaluzim aus Aachen  ins Werkdorp

Gemeinsame Anmeldung von fünf Chaluzim am 23.7.1938

Bressler, Wilhelm, Austritt am16.8.1938 Nord Amerika

Cohen, Anton, Austritt 17.7.1941 Amsterdam

Hudes, Wilhelm Chaim, Austritt ?

Schmidt, Leo, Austritt 25.9.1939 Bolivien

 Schropfer, Karl, Austritt 30.10.1939 Bolivien

23.7.1938 Anton Cohen offiziell in der Gemeinde Wieringermeer gemeldet

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

17.7.1940 gemeldet in Amsterdam, Boterdiepstraat 49

Kamp Westerbork

28.9.1940 Anton Cohen in das Vluchtelingen Kamp, Westerbork, somit „oude kampbewoner“

Das im Oktober 1939 von den niederländischen Behörden eröffnete Vluchtelingenkamp Westerbork in Drenthe wurde am 1. Juli 1942 von der SS als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ übernommen. Es diente fortan der Erfassung, der Internierung und als Abgangsort der Massentransporte aus den Niederlanden nach Auschwitz und Sobibor sowie 1944 ins Sternlager Bergen-Belsen und nach Theresienstadt. Zunächst erfolgten die Deportationen von der Station Hooghalen aus, bevor im November 1942 das Kamp an das Gleisnetz angeschlossen wurde.

Mai 1942 Verpflichtung den „Judenstern“ zu tragen

Sternlager Bergen-Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.1.1944 Anton Cohen auf dem 2. Transport von 1037 Juden aus aus Westerbork nach Bergen Belsen

Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt

6.-11.4.1945 Die Lager- SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager

Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.

6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, davon aber nur 12 Französinnen

13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.

9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt

Der Verlorene Zug

9.4.1945 2400 Gefangene des Austauschlager Bergen-Belsen, darunter 300 kranke Ungarn werden an der Bahnstation Bergen in den bereitstehenden Zug eingewiesen. Eineinhalb Tage lang warten sie in den überfüllten Waggons.

10.-23.4.1945 Anton Coen auf dem dritten, dem „verlorenen Zuges“ mit 2400 Menschen, die Irrfahrt endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen

Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.

Nachkriegszeit

Juni 1945 Rückkehr in die Niederlande

7/1945 sind viele der Tröbitz-Überlebenden im Rückkehrer-Sammellager Abtei St. Benediktusberg in Mamelis Vaals

1.9.1945 Suchanzeige der in London wohnenden Eltern

28.12.1945 abgemeldet aus Amsterdam nach London zu den Eltern

Gedenken

Quellen

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Cohen%201916%22%7D&page=2

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130271351

Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946

Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv

Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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