Ludwig Zolkowitz/Lutz Zolken
*3.7.1904 in Pschow, Rybnik; ✡ 2.2.1989 in Malmö
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Isaak Leo Zolkowitz *30.10.1889 in Bierdzan; ✡ 23.3.1915

Mutter Paula Adler *8.6.1880 in Loslau; ✡ 1-3/1971 in Hendon, London
Zweite Ehe der Mutter mit Adolf Zolkowitz *31.3.1878 in Heinrichsfelde
Geschwister
Peter Alex Zolkowitz; oo Betti Lippmann; oo Hilde Wolfson
Beruf
Adressen Pschow; Urfeld; Malmö
Heirat 25.6.1944 Sara Chiblinsky *10.3.1912 in Stutzin; ✡21.2.2006 in Malmö
Sohn
Jackie Zolken; oo Ida Galanty
Weiterer Lebensweg
Erster Weltkrieg
23.3.1915 Vater Isaak Leo Zolkowitz kriegsgefallen als Gefreiter der Reserve der 5. Kompagnie des Infanterieregimentes 53


14.1.1935 Einreise von Adolf und Paula Zolkowitz in Haifa als Familienangehörige
1935 Aufgabe des Geschäfts für Reklame- und Dekorationsartikel wegen der Boykottmaßnahmen gegen Juden; Verkauf der Wohnungseinrichtung und des Warenlagers zu geringen Preisen
Hachschara in Urfeld
1935 Ludwig Zolkowitz zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Emigration nach Dänemark- Schweden
Juli 1937
1944 registriert in Malmö
Nachkriegszeit
Wohnt in Malmö
„Wiedergutmachung“
8.12.1958; seine Akte enthält u.a. den Bescheid des Regierungspräsidenten in Köln über die Gewährung der Ansprüche auf Entschädigung für Schaden im beruflichen Fortkommen und an Vermögen
Gedenken –
Quellen
Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen, 1914-1918: ein Gedenkbuch, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Verlag Der Schild, 1932
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07630 – 28
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History