Betty Wald
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Meier Michel Wald *5.6.1887 Lukowika Rumänien; ✡ 13.7.1942 Auschwitz
Mutter Sophie Priesel *15. oder 24.1.1887 in Kolomea; ✡ 13.7.1942 Auschwitz
Geschwister
Jacobo Wald *7.3.1915 in Leipzig;✡ 10.4.1973 Uruguay
Josef Israel Isi Wald *27.9.1916 in Leipzig;✡ 30.1.2004 in Haifa
Jenny Wald *9.4.1919 in Leipzig;✡ 2.3.1942 Auschwitz
Fanny Wald *16.8.1919 in Leipzig;✡ 2.4.2001 in Petah Tikwa; oo Isaac Rosenberg
Salo Wald *7.5.1921 in Leipzig;✡ ?Jerusalem
Beruf Landarbeiterin

Adressen Leipzig; Urfeld;

Heirat 1941 Jakob Sibilia * ca 1919Sommerfeld
Kinder eins
Weiterer Lebensweg
Hachschara Lehrgut Schniebienchen
Ca 1936 Bruder Salo Wald aus Leipzig zur Hachschara in das Gut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM monatlich mit dem Jüdische Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute), der offizielle Briefkopf lautete:
Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld NL, Telefon: Niewerle Nr. 11
21.4.1936 Fremdenpassausstellung für Salo Wald in Sorau
Hachschara in Urfeld
8.7.1937 Bruder Salo Wald aus Leipzig zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
23.2.1938 Salo Wald abgemeldet aus Urfeld nach Leipzig
25.5.1938 Betty Wald aus Leipzig zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld
Alija
27.3.1938 Ankunft von Salo Wald in Haifa mit einem Jugendalija-Studentenzertifikat der Kategorie B(III)
20.3.1939 Betty Wald abgemeldet aus Urfeld nach Palästina

27.3.1939 Einreise von Betty Wald auf der SS GALILEA in Haifa
1941 Eintritt von Salo Wald in den britischen Militärdienst bei der RAF
Minderheitenzählung
17.5.1939 beide Eltern und Schwester Jenny Hildesheimer in Leipzig, Ranstädter Steinweg 33
Auschwitz

13.7.1942 Deportation der Eltern von Leipzig nach Auschwitz
Nachkriegszeit
17.6.1947 Heirat von Betty Wald mit Jakob Sibilia
19.8.1947 Einbürgerung von Salo Wald in Palästina
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History