
Heinz/Rama Abt
*10.6.1915 in Mainz; ✡5.9.1992 in Dafna
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Bertold Abt *31.10.874 in Angenrod, Gießen; ✡1919 Mainz
Heirat der Eltern 22.6.1904 in Mainz
Mutter Berta Kahn-Hut *22.3.1883 in Mainz; ✡ vor 1944 in Polen

Geschwister
Meta Marta Abt *21.4.1905 in Mainz; ✡ vor 1944 in Polen
Ilse Abt *28.10.1908 in Mainz; ✡22.8.1994 in Haifa; oo Zamojre/Zmora
Beruf –
Adressen Mainz, Klarastraße 29; Augsburg; Nürnberg; Havelberg; Gut Winkel
Heirat 9.3.1939 in Nürnberg mit Hanna Schlesinger *20.4.1915 in München-Gladbach ; ✡27.1.1999 im Kibbuz Dafne
Kinder drei
Mirjam Abt *11.3.1942 in Hälsingborg; oo Natan Guttman
Yoel Abt *19.8.1945 in Hälsingborg
Bilhah Abt; oo Jehuda Roth
Weiterer Lebensweg
Ostern 1921-Ostern 1925 vier Jahre Jüdische Volksschule
Ostern 1925 -Ostern 1932 sieben Jahre Gymnasium
3 1/2 Jahre angestellt in einem Lebensmittelgeschäft
1.12.1935 -1.8.1936 Heinz Abt in das Beth Chaluz des Hechaluz nach Augsburg;

es befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim; Heinz Abt lernt bei der Gärtnerei Fritz Rauch.
21.4.1936 kommt auch Hanna Schlesinger nach Augsburg; von da ab gehen sie ihren Weg gemeinsam

1.8.1936 Heinz Abt und Hanna Schlesinger gemeldet in Nürnberg, Lindenaststraße 6; hier befand sich das Beth Chaluz der Habonim (Bauleute)
15.2.1937 – September 1937 Heinz Abt als Madrich einer Gruppe der „Mittleren Hachschar im Beth Chaluz in Hindenburg
15.2.1937-1.1.1938 Hanna Schlesinger zur Ausbildung im Beth Chaluz in Hindenburg
Waldgehöft Havelberg

4.10.1937-12.3.1938 Heinz Abt als Angestellter für den Hechaluz zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

1.1.1938 – 15.4.1939 Hannah Schlesinger in Havelberg
Im Frühjahr 1938 scheint ein Wechsel in der Trägerschaft stattgefunden zu haben; waren 1937 die Chaluzim Mitglieder des Hechaluz, so sind es im Juni 1938 ausschließlich Mitglieder des Makkabi und der Berliner Zionistischen Vereinigung BZV
Heinz Abt nach Nürnberg; er betreut für den Hechaluz sieben bayerische Beth Chaluz.
Dies waren u.a. Augsburg, Nürnberg, Regensburg.
Novemberpogrom
Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Die jungen Männer über 17 Jahre werden ins örtliche Polizeigefängnis gebracht.
Verhaftet wurden der Leiter Richard Horn und Madrich Werner Weitzfelder sowie die Chalutzim Heinz Budwig, Herbert Gotthilf, Gross Walter, Lutz Rosenberg, Norbert Klein, Arno Lewy, Leo Lippmann, Janus Nadler, Heinrich Stern, Günter Timendorfer, Heinrich Timendorfer, Ludwig Weiss.
Die Chaluza Annette Eick berichtet:
»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«
Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.
12.11.1938 Entlassung der älteren Chaluzim aus dem Polizeigefängnis.
9.3.1939 Heirat mit Hanna Schlesinger
Minderheitenzählung
17.5.1939 Heinz und Johanna Abt gemeldet in Nürnberg, Knauerstraße 27 im stark jüdisch geprägten Stadtteil Gostenhof (1941/42 Judenhaus)
17.5.1939 Mutter Berta und Schwester Ruth in Mainz, Klarastraße 29
19.5.1939-17.8.1939 Heinz Abt ins Hachschara-Gut Winkel
Schweden
17.8.1939 mit einer Gruppe der Mittleren Hachschara aus Gut Winkel nach Schweden

ab 3.9.1939 Heinz und Johanna Abt gemeldet in Fleninge, Malmöhus, Skåne
2/1943 – Oktober 1944 in Hässleholm, einem kleinen vom Hechaluz angekauften, heruntergekommenen Bauernhof zwischen Hälsingborg und Kristianstad

Oktober 1945 Heinz, Hanna Mirjam und Joel Abt auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden als alte Chawerim
Deportation Piaski
25.3.1942 Mutter Berta und Schwester Ruth Abt deportiert ab Mainz nach Piaski
Alija
April 1947 Abreise der Familie Abt aus Schweden über Belgien

31.5.1947 Ankunft in Haifa von Heinz, Hanna, Mirjam und Joel Abt auf dem britischen Frachter SS HENDRIKO von Belgien über Alexandria
1.6.1947 Einreise in Palästina
Gedenken
Quellen
Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.yadvashem.org/en/photos/collection/13069463